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Heer Jakob Christoph, Dichter, 1859-1925

Jakob Christoph Heer
17.07.1859
20.08.1925

Der einst viel gelesene Tössemer Erzähler Jakob Christoph Heer (1859-1925) war Verfasser erfolgreicher Heimatromane. Sein trivial-romantischer Stil mit seiner auf Sittlichkeit im Bürgerhaus bedachte Gefühlswelt verbindet sich mit spannender Handlung. Die malerischen Schilderungen der schweizerischen Alpenwelt sicherten den Romanen auch den Beifall weiter Kreise des deutschen Leserpublikums.

Winterthurer Bibilotheken, Sondersammlungen

Heer ist in Töss als Sohn von Christoph Heer (1833-1913), Werkführer und späterer Gemeindeamman von Töss, am Kanal, heute J.C.Heer-Strasse, aufgewachsen. Das Geburtshaus steht noch heute und ist mit einer Gedenktafel versehen. Nach der Primar- und Sekundarschule besuchte Heer das Gymnasium in Winterthur und anschliessend das Lehrerseminar in Küsnacht. 1882 wurde er Lehrer in Dürnten, dann in Zürich-Aussersihl. Da er sich schon früh schriftstellerisch betätigte, wurde er bald Feuilleton-Redaktor an der Neuen Zürcher Zeitung. Der in dieser Zeitung erschienene berühmte erste Roman "An heiligen Wassern" lenkte die Aufmerksamkeit des Verlegers der "Gartenlaube" auf Heer. 1898 übersiedelte er nach Stuttgart. Drei Jahre später kehrte er zurück und liess sich als freier Schriftsteller in Ermatingen nieder. 1909 zog er in ein eigenes Heim nach Rüschlikon. Seine Bücher fanden vor allem in Deutschland eine grosse Verbreitung. Von dort kam auch sein Haupteinkommen. Durch die Marktentwertung im ersten Weltkrieg wurde dies illusorisch. Am 20. August 1925 verstarb J. C. Heer in einem Privatspital in Zürich als gebrochener Mann.

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In Anerkennung der meisterhaften Schilderung der bündnerischen Alpenwelt im Roman "Der König der Bernina" schenkte die Gemeinde Poschiavo für den verstorbenen Dichter einen 14 Tonnen schweren Bündner Gneisblock aus dem Bernina-Gebiet als Gedenkstein. Dieser wurde auf dem Brühlberg so platziert, dass der Blickwinkel genau auf sein Geburtshaus an der nach seinem Namen benannten J.C. Heer-Strasse gerichtet war. Seine Verbundenheit mit seinem Jugendland an der Töss hat er immer wieder zum Ausdruck gebracht. Dies insbesondere in seinen biografischen Romanen "Joggeli" und "Tobias Heider" oder in der erst 1952 in Buchform veröffentlichten Skizze "Aus dem Dorfe Töss zu meines Jugendzeit".

Weitere bekannte Werke: An heiligen Wasser, Der König der Bernina, Felix Notfest, Der Wetterwart, Laubgewind.

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