Bäumli, Goldenberg
Goldenberg Restaurant
Familien Erni und Graf
Süsenbergstr. 17
8400 Winterthur
052 242 02 02
Das Bäumli und der Garten des Restaurants Goldenberg sind die eigentlichen Aussichtsplattformen Winterthurs. Von diesen Standorten aus kann man erkennen, warum Winterthur die Gartenstadt genannt wird. Der Rundblick über praktisch die ganze Stadt zeigt den grossen Baum- und Grünflächenbestand in seiner ganzen Grösse.
Bis 1965 stand am südlichsten Punkt des Lindbergzuges das Gasthaus Bäumli mit Gartenwirtschaft und Waldwirtschaft, zuletzt nur noch als Ruine. Es wurde 1868 erbaut und 1948 durch die Stadt Winterthur erworben. Eine Freiluftkegelbahn und ein Fernrohr rundeten zuvor den attraktiven Aussichtspunkt ab. Nach dem der bauliche Zustand bereits seit einiger Zeit zu wünschen übrig liess, setzte dann das Feuer einen endgültigen Schlusspunkt für dieses Restaurant, dessen Wände und die Bäume rund herum einiges über die Festivitäten, die sich dort abgespielt hatten, zu berichten gewusst hätten. Die Stadt verzichtete auf eine Wiederinstandstellung.
Die Stadt konnte die nahe gelegene Villa Goldenberg (erbaut 1928/29, Architekt Lebrecht Völki) 1958 erwerben. Das Haus, an einzigartiger Lage, ist aus grauem Granitstein im Stil des Spätneoklassizismus errichtet. Am zweistöckigen Turmbau sind gegen Westen und Osten einstöckige Kuben angesetzt, die von steilen Walmdächern abgeschlossen werden. Der Sockel erweitert sich zur lang gestreckten Gartenterrasse und wird mit Rundbögen rhythmisiert.
Die Jaeggli-Villa wurde zum Restaurant Goldenberg umgebaut (Eröffnung 1960). Das Bijou ist die lang gezogene Terasse, heute Gartenwirtschaft, mit der einzig artigen Aussicht auf die Stadt. Die Gartenanlage wurde von den Gebrüdern Mertens gestaltet. Beim ehemaligen „Bäumli“ entstand ein schöner Park, der ebenfalls zum Verweilen und Aussicht geniessen einlädt.
Bauherr der Villa Goldenberg war der Winterthurer Industrielle Max Jäggli gewesen. Nach seinem Tode verkaufte seine Witwe Olga Jäggli-Hartmann das ganze Grundstück inklusive Gebäude an die Stadt. Damit konnte wieder ein Ausflugsrestaurant als Ersatz für abgebrannt "Bäumli" geschaffen werden. Es konnte aber auch das städtebaulich und in seiner Lage einzigartige Hanggebiet zwischen Lindbergwald und Rychenbergstrasse gesichert und in das Eigentum der Stadt übernommen werden.
Am Lindberghang, direkt unter Bäumli und Goldenberg gedeihen Reben und daraus entsteht durch die VOLG Weinkellereien der mundende „Goldenberger“. Ein Rebweg führt von Oberwinterthur direkt durch den Rebberg zum Tössertobel.
Dieser Hangfussweg führt in mittleren Lage durch die Rebberge des Goldenberg-Hangs. Er ist eine attraktive Ergänzung des Spazier- und Wanderwegnetzes im Naherholungsgebiet Lindberg. Er schliesst einerseits an die Wege im Tössertobel, andererseits an die im südlichen Abschnitt ebenfalls als Fussweg bezeichnete Landenbergstrasse an. Dem Spaziergänger und Wanderer wird auf diesem Weg eine schöne und unbehinderte Aussicht auf einen grossen Teil des Stadtgebietes dargeboten. Für den Bau dieses Fussweges wurde im Januar 1981 durch den Grossen Gemeinderat ein Bruttokredit von Fr. 1'780'000.00 bewilligt.
grossartige Skulptur auf der Bäumliterrasse
Die Toggenburger Unternehmungen haben der Stadt Winterthur 2005 ein Kunstwerk für den öffentlichen Raum geschenkt. Es handelt sich dabei um ein Kunstwerk von Ulrich Rückriem (*1938). Der Künstler hat die Steinskulptur (normannischer Granit) 1995 geschaffen. Ulrich Rückriem zählt zu den bedeutendsten Künstlern unserer Zeit und ist seit 1962 als freier Bildhauer tätig. Er ist seit 1988 Professor an der Städelschule in Frankfurt und lebt und arbeitet in Clonegal (Irland) und in der Normandie.
Die Skulptur steht nun auf der Aussichtsterrasse 'Bäumli', nachdem sie zuvor bei der Klinik Lindberg (anlässlich deren Neubau als Kunst am Bau erworben) der Öffentlichkeit weniger prominent zugänglich war.
Der Beschrieb der Skulptur entnehmen wir einem Text von Adrian Mebold, im Landboten im Mai 2005 anlässlich der offiziellen Übergabe an die Stadt erschienen:
"Der imponierende Felsblock aus Granit wurde in einer ersten Phase in der Horizontalen, auf der Ebene des Sockels, gespalten und in der Vertikalen zwei Mal geschnitten. Anschliessend wurde ein Eckteil weiterbearbeitet und poliert, so dass der Block je nach Standpunkt anders erlebt wird. Einzigartig ist das Spiel des Lichts auf den unterschiedlich gefärbten Oberflächen wie dem oxydierten, rohen Fels und dem polierten Stein. Sehr schön in einer Art Lichtung, am Ende des Bäumli-Parks gesetzt, entfaltet die Rückriem-Skulptur ihre archaische Ausstrahlung nun in einer landschaftlichen Umgebung als Gegenpart zu vertikalen Monumenten im Stadtzentrum."