Badanstalt Badgasse
Heinz Bächinger
erbaut 1863
Adresse Badgasse 6, 8400 Winterthur
Die Bad- und Waschanstalt Winterthur an der Badgasse wurde 1863 mit Badewannen aus Carrara-Marmor, verschiedensten Duschmöglichkeiten, Bäder mit chemischen Zusätzen und einem Schwimmbad eröffnet. Es war das erste Hallenbad der Schweiz. Bereits am Eingang wurden Frauen und Männer streng getrennt. Auch der obligatorische Schwimmunterricht für Schülerinnen und Schüler fand hier statt. Die türkischen Bäder im ersten Stock inspirierten Stadtbaumeister Bareiss zu diesem Bau im maurischen Stil. In der Mitte der 70er Jahre des 20. Jhdt. konnte die Errichtung eines Geschäfthausneubaues durch Bürgerproteste verhindert werden und der originelle und funktionale Bau konnte erhalten werden. Es ist heute durch die Stadtpolizei u.a. Büros der Wirtschaftpolizei) belegt.

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Winterthurer Bäder

Schwimmbad Wülflingen
(Pärke und Natur)
Winterthurer Bäder
(Pärke und Natur)
Schwimmbad Oberwinterthur
(Pärke und Natur)
Schwimmbad Töss
(Pärke und Natur)
Schwimmbad Wolfensberg
(Pärke und Natur)

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Aufnahme 1988: Bis auf die Fensterfüllungen, die ursprünglich orientalisch gestaltet waren, blieb der Bau von 1863 im Wesentlichen unverändert.
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Aufnahme 1988: Bis auf die Fensterfüllungen, die ursprünglich orientalisch gestaltet waren, blieb der Bau von 1863 im Wesentlichen unverändert.
Urheberrechtshinweis:
Stadtbibliothek Winterthur
Das zunehmende Hygienebewusstsein im 19. Jahrhundert —der Absatz von Seifen erlebte nie gekannte Zahlen— und die Zunahme von Epidemien in Europa liess den Ruf nach Waschgelegenheiten auch mit Wannenbädern wieder aufkommen. Nach Liverpool 1842, London 1845 und Hamburg 1854, wo erste Badetempel entstanden, war 1864 auch Winterthur an der Reihe. Der Winterthurer Stadtbaumeister Wilhelm Bareiss baute von 1862 bis 1864 direkt neben dem alten Lörlibad die Bad- und Waschanstalt und somit auch das erste Schweizer Hallenbad. Der westliche Teil des Gebäudes enthielt die Waschgelegenheiten und im Mittelteil waren zwölf Marmorwannenbäder und zwei Duschzellen, ein türkisches Bad und ein Abkühlzimmer untergebracht. Das Schwimmbad (12x8m) am Ostflügel hatte seinen Eingang von der Ecke Neustadt/Badgasse her. Die Innenausstattung war in Anlehnung an die Badekultur des Islam im maurischen Stil mit Hufeisenfenstern ausgeführt worden. Der Hochkamin hatte sogar die Form eines Minaretts.
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Stadtbibliothek Winterthur
Die Benützung des Bades erfolgte nach einem exakten „Fahrplan“ Geschlechter getrennt unter der strengen Aufsicht des Bademeisters und Heizers Hirzel. Turnlehrer Niklaus Michel erteilte der Jugend Schwimmunterricht. Nach der Eröffnung des Freibades Geiselweid 1911 hatte das „Schümbi“ ausgedient. Es wurde 1915 geschlossen. Der Raum diente hernach viele Jahre als Gantlokal und sollte 1975 abgebrochen werden. Der Bürgerprotest liess dies verhindern.

Seit vielen Jahren sind Büros der Stadtpolizei hinter diesen altehrwürdigen Mauern untergebracht. Im speziellen sind das die Wirtschafts- und Gewerbepolizei. Das Haus ist aber erst seit 2009 in städtischem Besitz.