w i n t e r t h u r - g l o s s a r . c h


Römerpark, Clubhaus Tennisclub Winterthur

Fri May 19 00:00:00 UTC 1922

Charly's Fitnesscenter

Pflanzschulstrasse 36

8400 Winterthur

Tel. 052 242 32 32


Die Tennisanlage mit Club- und Gerätehaus wurde 1922 von den Architekten Rittmeyer und Furrer für Oskar Reinhart erbaut. Die grosszügige symmetrische Anlage besticht durch ihre Details. Das Clubhaus, heute ein öffentliches Restaurant, steht im Mittelpunkt der grossen Tennisanlage. Das Gerätehaus, am Südende des Areals, ist stilistisch mit dem Clubhaus verwandt.

Der Römerpark liegt mitten in der Stadt und doch auch mitten im Grünen. Zu Recht zählt diese Tennisanlage zu der Schönsten der Schweiz. Der Tennis Club Winterthur, gegründet 1905, ist auf diesen Tennisplätzen zu Hause. Dies aber nicht von Anfang an. Zu Beginn spielten seine Mitglieder noch auf zwei verschiedenen Plätzen. Der eine war auf dem Gelände des heutigen Stadtparks vor dem so genannten «Barockhäuschen» - ein in der Mitte des 18. Jahrhunderts entstandenes Sommerhaus eines Winterthurer Ratsherrn -, der andere befand sich an der Bahnstrasse, etwa dort wo heute das Gebäude der Bezirksanwaltschaft steht.

Erbaut wurde die stilvollen Tennisanlage und das pavillonartige Clubhauses durch den Winterthurer Kunstsammler Oskar Reinhart. Die Sportanlage mit den dazugehörigen Infrastruktur-Einrichtungen wurden 1922 durch die damals bekannten Architekten Rittmeyer und Furrer und die Gartenbaufachleute Otto Froebels Erben an der Ecke Seidenstrasse/Pflanzschulstrasse erstellt. Der seitliche Platz, westlich des Clubhauses, war immer für Oskar Reinhart reserviert gewesen. Die Mittelachse ist edel geprägt von einer Flanier-Allee, die an den beiden Enden durch zwei stattliche Bronze-Skulturen (Frauenakte) abgeschlossen ist.

Das eine, mit der Einweihung der Anlage enthüllte Kunstwerk, ist 2.55 m hoch und gestaltete von Hermann Hubacher (1885-1976). Der Bieler Hubacher (verstorben in Zürich) war mit Oskar Reinhart befreundet und wirkte auch im Stiftungsrat der Stiftung O. Reinhart mit. Am anderen Ende der Mittelalle steht der 1924 dazu gesellte Frauenakt von Herrmann Haller (1880-1950), der ebenfalls mit einer Höhe von 2.40 m majestätisch über die Parkanlage hinweg schaut. Haller , aus Bern, in Zürich verstorben war ein Bekannter von Hodler und Klee und wurde von Theodor Reinhart (Vater Oskars) gefördert. Eine weitere Bronze-Skulptur in sportlicher Pose von Theo Spinnler (*1947 in Winterthur) und dem Titel „Die Zeit“ präsentiert sich seit 1988 auf der Längsseite gegen die Seidenstrasse. Ab 1925 genoss der Tennis-Club auf der neu erstellen Anlage Gastrecht. 1966 ging die Anlage als Schenkung von Oskar Reinhart an die Volkart-Stiftung über. Diese war verpflichtet die Anlage dem LTCW zur Verfügung zu stellen, aber unter der Auflage, für den Unterhalt besorgt zu sein. Diese Unterhaltspflicht war aber bald mehr Bürde als Würde. Der Betrieb beschränkte sich auf den Sommerbetrieb und war somit mehrheitlich im Ruhezustand. Überlegungen für einen Ausbau zu einem Ganzjahresbetrieb kamen auf. Da aber der Parkcharakter nicht verändert werden durfte, blieb ein Ausbau in dieser Richtung langezeit ein Wunsch.

1984 nahm der Präsident der Volkart Stiftung Andreas Reinhart, nicht nur ein Kunst-, sondern auch ein Sportförderer, die Sache in die Hand. Nach der Prüfung verschiedener Varianten begannen im Herbst 1987 die Bauarbeiten. 1988 wurde unter dem Clubhaus in anspruchsvoller Architektur eine grosses Sport- und Freizeitzentrum gebaut. Komplett unter Terrain entstanden Räume für Fitness- und Kraftgeräte, Wasserbassin, Tennishallen und anderes mehr. Unter dem Namen „Charly's Fitnesscenter“ gilt das Angebot heute als erste Adresse. 1989 konnten die Benützer auf der neu gestalteten Anlage - als Mieter - ihren Tennis-, Fitness-, bzw. Bistrobetrieb aufnehmen. 1997 erfolgte eine grosszügige Eigentumsübertragung von einem Drittel der Anteile an den LTC.

Der LTC, einer der grössten und traditionsreichsten Tennisklubs der Schweiz, verfügte nun im Eigenbesitz sechs Sand- und zwei unterirdische Hallenplätze. Er besitzt nun auch die erforderlichen Ressourcen zur Durchführung von Tennis-Grossanlässen. Viele Turniere, von lokaler bis zu internationalem Bedeutung, haben im Laufe der Zeit auf dieser Anlage stattgefunden. Beispiele: Davis-Cup- und Länderspiele der Schweiz gegen Neuseeland (1954), Spanien (1957), Österreich (1962), Griechenland (1965), Rumänien (1966), Holland (1968 und 1970), die Coupe Sofia (Mannschafts-Europameisterschaften für Juniorinnen (1980), die Schweizer Tennismeisterschaften (1935 und 1989), der Fed Cup Schweiz-Israel im Juli 2003. Auch die Schweizer Tennis-Asse wie Jakob Hlasek, Marc Rosset, Martina Hingis, Patty Schnyder und Roger Federer waren auf der Pflanzschule zu Gast.

Nebst der sportlichen Entwicklung des Clubs (1937-1939 war der LTC Winterthur dreimal hintereinander Schweizer Meister der damaligen Serie B der Interclub-Wettspiele, Einzelleistungen der Kaderspielern Nic Ammann und Leonardo Manta) konnte der Club per 1. Juli 2006 die Anlage als Alleineigentümer übernehmen.

Der LTC will im Bereich des Tennissports sämtliche Segmente ansprechen, d.h. den Juniorenbereich, den Wettkampf- und den Breitensport. Im Wettkampfbereich wurden im letzten Jahr aus finanziellen Überlegungen die Damenteams der NLA und NLB zurückgezogen. Der Club hält an seiner Zielsetzung fest, über mindestens ein NLC-Team bei den Damen und Herren zu verfügen und diese auch mit Clubmitteln zu unterstützen. Alle darüber hinaus gehenden Bedürfnisse müssen ausserhalb der Clubfinanzen separat abgedeckt werden können.

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