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Schloss Mörsburg

Mörsburg

Mörsburgstr. 30

8404 Stadel (Winterthur)

052 337 13 96


Die Anfänge der Mörsburg verlieren sich in frühmittelalterlichen Zusammenhängen: das Alter des mächtigen Bergfrieds bleibt umstritten. 1598 erwarb Winterthur die Burg als Lehen der Nachbarstadt Zürich und wurde 1798 uneingeschränkte Besitzerin. Seit 1902 ist hier ein grosser Teil der Sammlungen des Historischen Vereins Winterthur untergebracht.

Die Mörsburg ist eine der geschichtsträchtigsten Burgen des Kantons Zürichs und doch liegen die Anfänge der Anlage im Dunkeln. Es wird vermutet das an der Stelle des heutigen Wohnturmes bereits im 10.Jh. eine Motte (Holzburg auf künstlich aufgeschüttetem Hügel) gestanden hat. Auch über die Gründer der Anlage gibt es nur wage Vermutungen. Der Wohnturm wurde eventuell im 12.Jh. durch die Herren von Winterthur an Stelle einer älteren Anlage erstellt. Um 1250 wurde die Anlage unter Graf Hartmann von Kyburg zur Burg ausgebaut. 1274 wurde sie an die Habsburger vererbt und von diesen, an die Meier von Oberwinterthur verliehen. Die Burg wurde durch die Eidgenossen in den Sempacher- (1386) und in den Appenzeller Kriegen (1401-1408), bis auf den heutigen Wohnturm, zerstört. 1598 kaufte die Stadt Winterthur die Burg und nutzte sie bis 1798 als Sitz des Ammanns.

nach einem Stich von David Herrliberger

Die Mörsburg ist eine ausgedehnte Burganlage mit gut erhaltenem Wohnturm, Kapelle, Ruinen vom Ritterhaus, Ringmauer und verschiedenen anderen Gebäuden. Der Wohnturm besteht aus dem älteren Turm des 12.Jh., der mit dem heute sichtbaren Megalithmauerwerk "umbaut" wurde. Somit wuchs die Mauerstärke auf bis zu 5m dicke an. Dies reichte aus um im 3 OG. in der Mauer eine Kapelle einzubauen.

Heute steht das Schloss dem Historischen Verein Winterthur als Museum zur Verfügung. Neben Möbeln und Alltagsgegenständen aus dem 17. und 18. Jahrhundert verfügt es auch über eine Waffen- und Keramiksammlung.

Das benachbarte Gasthaus Schlosshalde betreut die Burg seit Sommer 2016. Im alten Gemäuer ist neues Leben eingezogen. Man kann während eines Seminars neue Ideen entwickeln und Lösungen finden; in der Herrenstube in aussergewöhnlicher Atmosphäre einen Apéro geniessen oder einer Lesung lauschen. Es gibt zeitgenössische Kunstwerke zu betrachten und an ausgewählten Tagen kann man den Feierabend mit Weitsicht bei Brot und Wein geniessen.

Geschichte der Mörsburg
Burg der Grafen von Wintetrhur ?
11./12. Jh.
Spuren erster Holzbauten
1111
Graf Adalbert von Mörsburg (-Nellenberg) in Schaffhausen; Burgbesitzer?
A. 12. Jh.
Bau eines Turmes und später weiterer Gebäude (Palas)
um 1220
Ummantelung des Turmes durch Megalithmauer
1241
Ersterwähnung der Mörsburg, Residenz der Grafen von Kyburg

Teil der Verschreibung Graf Hartmann des Älteren an seine Frau Margarethe von Savoyen
Umbauten im Turm-Obergeschoss, Einbau der Kapelle
1273
Tod Margarethes, Übergang der Burg an Rudolf von Habsburg, der sie weiterverleiht
1292
Sitz von Rudolf der Meier vom Mörsburg (und Neuburg-Wülflingen), wohl Nachkomme der Familie Meier von Oberwinterthur
1361
Habsburgisches Lehensverzeichnis: Mörsburg mit sechs Hofstätten bei der Burg
1363
über Heirat in den Besitz der Herren von Goldenberg:
Zentrum einer Gerichtsherrschaft: Vogtei über die Dörfer Ellikon und Oberw'thur, Meieramt Oberwinterthur, Zehnrechte in Stadel und Seuzach
1383
Ritterhäuser auf der Mörsburg (bewohnt von Herren von Sulz und später Gachnang) von Goldenberger erworben
um 1400
Abriss oder Zerstörung der Vorburg, Terrassierung
1425
Erste Erwähnung einer Wirtschaft neben der Burg
1458
Gerichtsprivileg durch Kaiser Friedrich III.
1569
nach Aussterben der Goldenberger im Mannesstamm geht die Burg über Heirat an die Stockar zu Schwandegg und an die Blarer zu Kempten. Vogtei Oberwinterthur an die Hallwil zu Hegi, Vogtei Ellikon wenig später an Zürich.
1598
nach Verhandlungen mit Zürich, Verkauf der Burg und Herrschaft durch die Brüder Hans, Diethelm und Arbogast Blarer um 21'000 Gulden an Winterthur. Schaffung eines Mörsburger Amtes, das in der Regel dem Schultheissen von Winterthur untersteht.
1735
 neues Turmobergeschoss mit stuckiertem Festsaal
1798
Plünderung der Burg
1833/41
Verkauf der drei Bauernhöfe
1839
Aufhebung des Mörsburger Amtes
1900/01
Restaurierung durch die Stadt Winterthur und Einrichtung eines Museums
öffentliche Bauten Stadt
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