w i n t e r t h u r - g l o s s a r . c h


Bareiss Wilhelm Friedrich Carl, Architekt und Stadtbaumeister, 1819-1885

Wilhelm Friedrich Carl Bareiss
Sun Mar 28 00:00:00 UTC 1819
Fri Jul 12 00:00:00 UTC 1895

Architekt von Tübingen war erster Stadtbaumeister in Winterthur von 1860 bis 1871.

Stadtbibliothek Winterthur

Karl Wilhelm Bareiss stammte aus Tübingen. Er studierte an der Baugewerbeschule in Stuttgart und ab 1841 an den Bauakademien in München und Berlin. Ab 1844 war er Lehrer an der Baugewerbeschule in Stuttgart. Zwischen 1855 und 1860 war er Hofbaumeister der Fürsten von Thurn und Taxis. 1860 trat er die Stelle eines Stadtbaumeister in Winterthur an, welche Stadtpräsident Johann Jakob Sulzer schuf, um die dringende bauliche Entwicklung in Winterthur voranzutreiben. Nach den Plänen oder unter Leitung von Bareiss entstanden bedeutende Bauten im Stil der Neugotik: das Salz-, Korn- und Lagerhaus, die Kavalleriekaserne, die Bad- und Waschanstalt, das Haus zur "Bauhütte", die Kirche St. Peter und Paul sowie das Haus zur "Gloria". Als die Tore und Türme der Altstadt abgerissen wurden, sah er sich um einen Teil seines Lebenswerkes, nämlich die Erhaltung des Stadtbildes, betrogen. Er demissionierte 1871 und wurde in Stuttgart Architektur Professor. (Architekturführer Winterthur)

28. März 1819 Geboren in Tübingen, Vater war Zimmermeister

1833 - 1841 Gymnasium in Tübingen, Baugewerbeschule Stuttgart

1841 Bauakademie München

1842 Berliner Bauakademie (1841-1843 Dampfmaschinenhaus für Schloss

Sanssouci/Potsdam für König Friedrich Wilhelm IV von Ludwig Persius)

1844 lässt sich Bareiss in Stuttgart nieder, Lehrer an der Baugewerkschule.

1855 trat er in den Dienst der Fürsten Thurn und Taxis als Hofbaumeister.

1860 erster Stadtbaumeister in Winterthur unter Stadtpräsident Johann Jakob Sulzer

Winterthur hatte damals 6 500 Einwohner.

31. Juli 1871 Demission wegen Beschluss des Abbruchs unterer und oberer Bogen auf Druck der

Altstadt Geschäftsleute.

anschl. Professor am Polytechnikum Stuttgart und Bauschule

12. Juli 1885 gestorben.

seine Bauten in Winterthur

1860/61 Kavalleriekaserne Zeughausstrasse

1861/70 Überbauung Neuwiesen

1861/62 Lagerhaus am Bahnhof (Entwurf Johann Kaspar Wolff, Zürich)

1862/74 Altstadtschulhaus (Entwurf Ferdinand Stadler)

1862/64 Bad- und Waschanstalt

1863/64 Sigristenhaus am Kirchplatz

1863/64 Albani ab der Hintergasse

1863/65 Aufbau Waaghaus

1864/68 Katholische Kirche Neuwiesen

1864/65 Haus zur "Bauhütte (heute Hotel Loge): 1859 hatte Baumeister David Heinrich Sulzer-

Ziegler (1829-1868) die Bauhütte von Förster Jakob Braunschweiler erworben und baute

den Neubau als Räumlichkeiten für die 1820 gegründete Freimaurerloge

1866/67 Geschäftshaus Gloria

1867/70 Friedhofkappelle (neu angelegter Friedhof am Rychenberg, ersetzte St. Georgs-Kappelle,

die dem Bahnbau weichen musste. 1914 Friedhof erneut versetzt, Kappelle verfiel.

Abbruch 1960/62

10 x 12 m recheckige Kappellenschiff mit kleinem Querschiff Richtung O-W, im Norden

kleiner Chor, im Süden offene Vorhalle. Spitzgiebeliger Bau. Tolles Werke der schweizerischen

Neugotik.

1871 Springbrunnen beim Stadthaus.

Architekten
nach oben ↥
nach oben ↥
link