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Hollandhaus

Hohlandstrasse 11

8404 Winterthur


Das Hollandhaus, der prächtige Riegelbau südöstlich der reformierten Kirche, ist das älteste profane Gebäude von Oberwinterthur. Einer seiner Bewohner soll im 18. Jhdt. in holländischen Kriegsdiensten gestanden haben, daher der sonderbare Name des Hauses.

Das Hollandhaus war im Mittelalter möglicherweise Wohnsitz der Meier von Oberwinterthur, die sich als Ortsadel bis 1175 zurückverfolgen lassen und im Dienste des Bischofs von Konstanz standen. Als die Meier auf die Neuburg (Hoh-Wülflingen) übersiedelten, zog auf dem Meierturm von Oberwinterthur bald ein neues Edelgeschlecht ein, das sich von Anfang an als „von Oberwinterthur“ bezeichnete. An den ursprünglichen Turm wurde 1567 ein zweiter Wohnteil angebaut, der sich östlich in gleicher Höhe an den Hauptteil anfügte, aber mit nach oben versetzten Geschossen und höherer Dachtraufe. Später diente das Hollandhaus bis 1754 als Pfarrhaus, ging dann in Privatbesitz über und gehört seit 1922 der Stadt Winterthur. Ein Abbruch war 1937 geplant, wogegen der Historisch-antiquarische Verein erfolgreich Einsprache einreichte. 1954 wurde das Gebäude aussen renoviert und die ostseitig angebaute Scheune abgebrochen. Heute ist es ein kantonales Schutzobjekt. In der Begründung von Peter Spoerli heisst es dazu: Das Hollandhaus übergreift die Krone der ehemaligen römischen Festungsmauer und beherrscht, in landschaftlich und städtebaulich markanter Weise, den zur Frauenfelderstrasse abfallenden Südosthang des Kircnhügels. Die Lage, das burgähnliche Konzept –Hauptbau mit vorhofartigem Nebenbau- und die daraus erwachsene murale Erscheinung heben das Bauwerk deutlich aus dem Rest der Kirchenhügel-Bebauung hervor.

1985 erfolgte eine umfassende Sanierung, die unter Wahrung der äusseren Erscheinung und der historischen Baustruktur, eine Anpassung der Wohnungen an die neuen Bedürfnisse beinhaltete. Der Hauptbau erhielt im Erdgeschoss eine 4 ½-Zimmerwohnung und im Obergeschoss eine 3 ½ -Zimmerwohnung mit einer Galerie im Dachgeschoss. Im Nebenbau wurde eine 2-geschossige 4 ½-Zimmerwohnung mit der Krone der ursprünglichen Hofmauer als Galerie erstellt.

Aufnahme Walter Hirzel, 21. März 1904

Publikation zum Hollandhaus

Pantli, Heinz; Das Hollandhaus in Oberwinterthur. Vom hochmittelalterlichen Speicherbau zum frühneuzeitlichen Amtssitz, in: Stadt und Land. Novationen und Novationsaustausch am Zürichsee. Bericht über die Tagung des Arbeitskreises für Hausforschung e.V. in Männedorf am Zürichsee/Schweiz vom 20.-24.6.1994. Jahrbuch für Hausforschung, Bd. 45, Marburg 1997.

Kreis Oberwinterthur
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