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Mechatronik Schule Winterthur (MSW)

Fri Apr 26 00:00:00 UTC 1889

msw-winterthur

Zeughausstr. 56

8400 Winterthur


Aus Mangel an gut ausgebildeten Schlossern und Mechanikern wurde 1889 die damalige Metallarbeiterschule Winterthur gegründet und startete mit 15 Lernenden und acht Einjahres-Praktikanten. 2014 feierte die heutige Mechatronikschule Winterthur (MSW) ihr 125-Jahr-Jubiläum.

Es war im Jahr 1889, als es im aufstrebenden Industriestandort Winterthur an gut ausgebildeten Metallarbeitern fehlte und darum die ehemalige «Metalli» gegründet wurde. Mit den Lehrberufen Kunstschlosser, Bauschlosser und Kleinmechaniker begann die Ausbildungstätigkeit der Metallarbeiterschule MSW. Gestartet wurde damals unter der Trägerschaft des Gewerbemuseums, mit 15 Lehrlingen und einem jährlichen städtischen Kredit von 3000 Franken.

Die Entwicklung in Kürze
1889
Gründung im Gewerbemuseum als städtische Schule
1892
Neubau am Standort Teuchelweiher für Mechaniker-Berufslehre
1987
1. Elektroniker-Provisorium an der Hörnlistrasse

Das Provisorium wurde später zum definiven Automation-Center.
1997
Beginn der Informatiker-Ausbildung
1998
Beginn der Automatiker-Ausbildung
2003
Abstimmung Um-/Neubau, 88% Ja-Stimmen
2004
Bezug Neubau
2014
125 Jahre MSW mit Namensänderung von Metallarbeiterschule (Metalli) zu Mechatronikschule Winterthur

MSW 2014
11'000
Lektionen pro Jahr
275
Lektionen pro Woche

192
Lernende

30
Fächer

24
Lernpersonen

5
Berufe
Polymechaniker/in


Anlagen- und Apparatebauer/in


Automatiker/in


Elektroniker/in


Informatiker/in
1
Schule
die Berufsfachschule der MSW

Die bauliche Entwicklung der „Metalli“

Die bauliche Entwicklung der MSW ist lang und zum Teil dornenhaft. Der Beginn fand auf Initiative von A. Pfister, Direktor des Gewerbemuseums Winterthur, am 26. April 1889 statt. Im ehemaligen Haggenmacherschen Gerbereigebäude im Gebiet der Turmhaldenstrasse wurde die Lehrwerkstätte eröffnet. Der Erfolg des neuen Lehrstellenangebotes rief sehr schnell nach besseren Räumlichkeiten. Bereist drei Jahre später konnte ein Neubau (Architekt A. Pfister) an der Zeughausstrasse 56, wo die MSW heute noch ist, in Betrieb genommen werden. 1945/46 wird das Gebäude durch eine zusätzliche Etage erweitert. 1958 erfolgten noch einmal Anpassungen und kleinere Erweiterungen am bestehenden Schulungsgebäude.

Dann folgte eine grosse lange, allzu lange Baupause. Trotz stetiger Weiterentwicklung erfolgte erste 1982 ein Startschuss für neue und bessere Unterbringung der MSW. Die Planung für die Erweiterung am bisherigen Standort wurde 1983 zugunsten eines Neubaus auf dem OSRAM-Areal in Veltheim gestoppt. Leider liess sich diese Idee für einen Befreiungsschlag nicht realisieren. Den Kauf des Osram-Areals wurde nach einer Referendum-Abstimmung abgelehnt. Als an der Hörnlistrasse 33 (beim Fussball-Areal Talgut) Hort-Pavillons frei wurden, wurden 1987 darin im Sinne eines Provisoriums Ausbildungsräume für die MSW eingerichtet. 1988 startete ein neuer Anlauf.

Der Grosse Gemeinderat genehmigte ein Raumprogramm und einen Planungskredit für einen Neubau auf dem Schöntal-Areal (beim Gaswerk). Kaum war diese Absicht zum Beschluss geworden, wurde er wieder gestoppt. Da der Bund auf die Nutzung des an das Zeughaus angrenzenden Landstücks am unteren Deutweg verzichtet, beschloss der Stadtrat diese Parzelle für die MSW zu nutzen. 1992 war das Projekt mit Kosten von 44 Mio. Franken abgeschlossen kam ein Einwand des Kantons, der wegen einer Kostenbeteiligung angefragt worden war. Man solle auf dem Sulzer-Areal einige günstigere Variante anpeilen. 1997 blies der Stadtrat diese Übung ab. Schliesslich nach langem Hin und Her wurden die beiden Standort Zeughausstrasse und Hörnlistrasse saniert und erweitert. Am 21. August 2000 war das Bauprojekt „Hörnistrasse“ bezugsbereit. Durch eine Um- und Neubau konnte die Ausbildung für Elektronik, Automation und Informatik an diesem einstigen Provisorium untergebracht werden. Die Kosten betrugen rund 2,5 Mio. Franken.

Im Mai 2000 startete ein Projektwettbewerb für die Sanierung der Bauten an der Zeughausstrasse. Das Architekturbüro Piotrowski und Bovet gewann diese Ausmarchung mit einer überzeugenden architektonischen Umsetzung des Raumprogrammes. Das Kreditbegehren von 17,22 Mio. Franken fand am 2. Juni 2002 auch die Zustimmung des Stimmbürgers. Während der Bauzeit zog die MSW von der Zeughausstrasse ins ehemalige Textilmaschinenzentrum (TZM) der Sulzer am Eulachpark. Am 15. April 2005 schliesslich konnte die neuen und erweiterten Räumlichkeiten am alten Standort wieder bezogen werden.

Das neue attraktive Gebäude ersetzt die frühere Werkhalle und umfasst zwei Geschosse. Im Erdgeschoss des langgestreckten Baukörpers befindet sich eine neue, grosse Werkhalle, während im Obergeschoss vor allem Schulräume untergebracht sind. Der über hundertjährige Altbau entlang der Eulach und der alte Kopfbau des Komplexes sind saniert und bilden zusammen mit dem unterkellerten, flexibel nutzbaren Neubau aufgrund der unterschiedlichen Gestaltung eine interessante Kombination. Dank dem neuen Gebäude, dessen Geschossfläche mit 5000 Quadratmetern wesentlich grösser ist als diejenige der früheren, eingeschossigen Werkhalle (der sanierte Altbau umfasst weitere 3500 Quadratmeter), konnte die MSW die Zahl der Ausbildungsplätze an den beiden Standorten Zeughausstrasse und Hörnlistrasse von 216 auf 240 erhöhen. Dies ist deshalb wichtig, weil die Zahl der technischen Ausbildungsplätze in der Winterthurer Privatindustrie in den zurückliegenden Jahren stark zurückgegangen ist und die Bedeutung der MSW als Ausbildungsstätte entsprechend zugenommen hat.

Weichenstellung für die künftige Ausbildung an der MSW

Im Sommer 2015 teilt der Stadtrat mit, dass die MSW im Zuge der grossen Sparübung zurückgefahren werden soll. Ein Drittel der Ausbildungsplätze soll verschwinden. Diese Ankündigung warf hohe Wellen. Die Diskussionen mündeten schliesslich in eine Volksinitiative aus, die für den Erhalt der MSW die nötigen Massnahmen inkl. Finanzen fordert. Schliesslich erarbeitete ein Kommission ein Ausbildungmodell das die Zustimmung aller Kreise erlangte und die Basis legte, die Initiative zurückzuziehen.

Das Modell wurde von der Schulleitung und von Mitarbeitenden entwickelt. Es berücksichtigt die finanziellen Vorgaben des Kantons und der Stadt Winterthur. Mit den vorhandenen finanziellen Mitteln wird die Ausbildung von 180 Lernenden möglich sein. Damit die Ausbildung auf dem geforderten hohen Niveau bestehen bleiben kann, werden Schwerpunkte der drei Berufe zusammengefasst und unter dem Begriff Mechatronik ausgebildet. Ein weiteres strategisches Ziel ist eine hohe Berufsmaturitätsquote. Zukünftig sollen möglichst viele Absolventinnen und Absolventen der MSW im Anschluss ein Fachhochschulstudium aufnehmen, insbesondere an der «ZHAW School of Engineering». Die Umsetzung des neuen Ausbildungsmodells erfolgt in Schritten und dauert insgesamt drei Jahre. Die Reduktion des Ausbildungsangebotes und Konzentration auf drei Kernausbildungen zieht Personalmassnahmen nach sich, welche im Rahmen des Sozialplanes Balance eingeleitet werden.

Eröffnung der neuen Abteilung «Mechatronik Lab

Die MSW Mechatronik Schule Winterthur feierte am 28. September 2018 die Eröffnung ihrer neuen Abteilung «Mechatronik Lab». Dieses Labor ist der erste von mehreren Schritten in Richtung Industrie 4.0 in der MSW-Ausbildung. Das neue «Mechatronik Lab» stellt eine spannende und bisher einzigartige Trainingsanlage in der mechatronischen Berufsbildung dar. Die Bezeichnung 4.0 steht für die Entwicklung der intelligenten Fertigung, bei der verschiedene Systeme und Maschinen untereinander kommunizieren und kooperieren und auch die Robotik eine wichtige Rolle spielt.

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