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Bühler, Richard, Textilfabrikant, 1879-1967

Richard Bühler
Wed May 28 00:00:00 UTC 1879
Sun May 14 00:00:00 UTC 1967

Richard Bühler gehörte der vierten Generation des Spinnerei-Unternehmens Hermann Bühler AG an. Er leitete zusammen mit seinem Bruder Hermann Bühler-Sulzer (1870-1926) viele Jahre den elterlichen Betrieb. Kunst, im speziellen die Malerei, war seine ausserberufliche Passion.

Richard Bühler, Textilfabrikant, wurde am 28.5.1879 in Winterthur geboren und ist am 14.5.1967 in Winterthur gestorben. Er war ein Sohn des Hermann-Bühler-Weber (1843-1907), Textilindustriellen, und der Amalie geb. Weber und Bruder des Hermann Bühler-Sulzer (1870-1926). Richard Bühler durchlief die Schulen der Stadt Winterthur. Im Gymnasium fand er für das ganze Leben treue Freunde, aus deren Kreis damals noch Werner Herold, der in Paris lebte, vorhanden waren. Es war selbstverständlich, dass Richard Bühler in das elterliche Textilunternehmen eintreten sollte. Wenn dieser Weg nicht vorgezeichnet gewesen wäre, hätte er möglicherweise den Beruf Architekt gewählt. Für seine Ausbildung verbrachte er mehrere Jahre im Ausland, Dresden, England und Amerika. Nach Abschluss der Wanderjahre trat Richard Bühler ins elterliche Geschäft ein, das er nach dem Tode seines Vaters zusammen mit seinem älteren Bruder allein leitete. Im Jahre 1905 verheiratete er sich mit Margrit Steiner. Das Ehepaar wohnte zunächst im Haus zum Rosenhag an der Seidenstrasse, 1925 wurde das elterliche Haus zum Bühlstein bezogen.

Durch den Maler Carl Montag wurde Bühler mit der modernen französischen Kunst vertraut. Ab 1907 war er im Vorstand des Winterthurer Kunstvereins, von 1913 bis 1938 deren Präsident. 1913 bis 1915 war er Mitglied der Eidg. Kunstkommission. Als Gründungsmitglied und Vorsitzender verschiedener kultureller Institutionen , u.a. 1935-41 Präsident des Schweiz. Kunstvereins und 1925-46 des Schweiz. Werkbunds war Bühler nebst seiner beruflichen Arbeit vielseitig tätig. Dank seiner Unterstützung erwarb der Kunstverein Winterthur als einer der ersten in der Schweiz, Kunst vom Impressionismus bis zu den Künstlergruppen der Nabis und Fauves. Bühler organisierte selber Ausstellungen und war treibende Kraft beim Bau des 1916 eröffneten neuen Kunstmuseums Winterthur. Seine eigene Sammlung vorwiegend französische Kunst musste er in den 1930er Jahren aus wirtschaftlichen Gründen veräussern. Selber war er als Gartenarchitekt und Designer künstlerisch tätig.

Da die Krise der dreissiger Jahre dem Geschäft schwere Verluste brachte, wurde der Verkauf des Bühlsteins zur dringenden Notwendigkeit. Die Familie bezog daraufhin ein Haus an der Möttelistrasse auf der Breite. Zusammen mit der Umwandlung der Kollektiv-Gesellschaft Hermann Bühler & Cie. in eine Aktiengesellschaft zog er sich aus dem Geschäft zurück. Dem Verwaltungsrat der Firma gehörte er jedoch bis zu seinem Tode an.

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