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Reinhart George, 1942-1997

Reinhart George
Sun Oct 25 00:00:00 UTC 1942
Sat Oct 25 00:00:00 UTC 1997

George Reinhart (25.10.1942-25.10.1997) war zusammen mit seinem Bruder Andreas ein Vertreter der fünften Generation in der Dynastie Volkart/Reinhart. Seine Leidenschaft war die Fotografie und der Film. Er ging den Weg seines Onkels Oskar. Er verliess das Familienunternehmen, um sich ganz dem neuen Kulturgebiet der Reinharts zu widmen.

Foto Giorgio von Arp

Der ältere Sohn von Peter Reinhart, Georg, von seinen Freunden „Tschöntsch“ genannt, war wie zuvor bereits sein Onkel Oskar hin und her gerissen zwischen Pflichtgefühl der Familienfirma gegenüber und dem Drang zur Kunst. Er arbeite vorerst im und für das Unternehmen, bereiste Mexiko und Brasilien, um sich dann aber doch loszulösen. Seine Leidenschaft galt dem Film und der Fotographie. Damit kam ein neuer Zweig des Kulturschaffens in den Einflussbereich der Reinharts.

Georg Reinhart fotografierte bereits als Jugendlicher und drehte mit seinen Schulkameraden Filme. Er besuchte dann die Fotoschule in New York.

Mit dem ebenfalls in Winterthur aufgewachsenen und ein Jahr älteren Filmer Markus Imhoof produzierte er später Spielfilme wie „Fluchtgefahr“ „Tauwetter“ „Die Reise“ und vor allem „Das Boot ist voll“, der 1982 eine Oskar-Nomination „bester ausländischer Film“ erhielt. Er produzierte auch Dokumentarfilme und internationale Projekte. Auch junge Musiker erhielten seine Unterstützung. Reinhart begann auch eine umfangreiche Fotosammlung aufzubauen. Zusammen mit dem Verleger Walter Keller gründete er in den 1990er-Jahren den Scalo Verlag. Scalo war ein unabhängiges Verlagshaus mit internationalem Vertrieb und mit weltweitem Renommé. Nach dem Tod Reinharts wurde er vom Walter Keller weitergeführt. Scalo war ein internationaler Fachverlag für zeitgenössische Fotografie und betrieb von 1991 bis 2005 auch eine eigene Buchhandlung und seit 1997 eine eigene Galerie in Zürich. Aus diesem Umfeld entstand 1993 das Fotomuseum Winterthur unter der Leitung von Reinharts Freund Urs Stahels. Der Scalo Verlag ging 2006 in Konkurs.

Kulturschaffende
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