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Badanlage Geiselweid, Schwimmbad und Hallenbad

Thu May 04 00:00:00 UTC 1911

Hallen- und Freibad Geiselweid

Pflanzschulstr. 6a, 8400 W'thur

Infoband 052 267 40 44


Das Freibad Geiselweid wurde 1908 bis 1911 als eines der ersten Freibäder mit einem 50m-Schwimmbecken durch die Architekten Rittmeyer und Furrer gebaut. Im Dezember 1974 wurde nach gut zweijähriger Bauzeit die Badeanlage mit einem Hallenbad ergänzt (Architekten: Hertig, Hertig, Schoch). 2008 wurde die sanierte Aussenanlage eröffnet.

Das Hallen- und Freibad Geiselweid liegt mitten im Herzen der Stadt Winterthur. Das Bad steht der Bevölkerung und den Vereinen zum Freizeitsport und für wettkampfmässiges Training zur Verfügung. Im Sommer laden das grosse Aussenbecken und die generös bemessenen Rasenflächen zum Baden und Sonnenbaden ein. Spielwiesen, das Beachvolleyballfeld und vieles mehr bieten die Möglichkeit sich auszutoben. Neben dem Restaurant mit Sonnenterrasse stehen Ihnen auch diverse Grillstellen zur Verfügung. An sonnigen Tagen besuchen bis zu 2500 Personen das Freibad.

Das Freibad Geiselweid wurde 1908 bis 1911 als erstes Freibad der Schweiz mit einem 50m-Schwimmbecken durch die Architekten Rittmeyer und Furrer gebaut.

Wir zitieren zum Badebetrieb von anno dazumal aus Alfreds Stamms „Die Stadt am Nabel der Welt“:

„Man badete nach Geschlechtern getrennt. Man wusste, was sich schickte. Der Stundenplan lautete ungefähr so: 6-9 Uhr: Männlichkeit, 9-11 Uhr: Hausfrauen; 11-13 Uhr: Männliches, und ungefähr so weiter bis zum Badeschluss um 20 Uhr. Es waren immer dieselben Gesichter, die sich in der Morgenfrühe des 15. Mai wieder begegneten. (…). Wenn die Eisbären des Morgengrauens das Feld geräumt hatten, bemächtigte sich die holde Weiblichkeit des Gewässers. Vorab waren es die Damen des Schwimmclubs, Hausfrauen mittleren Alters. Dass sie nur bis 11 Uhr bleiben durften, war in kluger männlicher Voraussicht so angeordnet worden. Man wollte den weiblichen Wasserratten noch ausreichend Zeit einräumen, um in die Rolle des Heimchens am Herd zu schlüpfen. Die Gruppe männlicher 11-Uhr-Bader besass ebenfalls ihre eigene Zusammensetzung. Da waren die älteren Herren, Professoren im Ruhestand und Männer, die es sich auch ohne AHV-Rente leisten konnten, im Alter ein bisschen zurückzudrehen, weil sie zeitlebens gearbeitet und gespart hatten. (…) Aber auch die Jugend zählte zur 11-Uhr-Kundschaft. Studenten vorab, die lange Sommerferien hatten und sich auch sonst nicht in zeitliche Fesseln legen liessen. Sie trugen mit ihren Kämpfen ums Floss oder um den Balken Bewegung ins Schwimmbecken, und insbesondere der Balken, ein glattgehobelter Baumstamm von rund vier Meter Länge und der Dicke eines Dampfschiffschornsteins, war eine heiss umstrittene Reitgelegenheit.“

1932 wurde die Anlage im hinteren Bereich mit dem "Schüeli", einem Sprungturm und dem "Affenfelsen" ergänzt. Im Dezember 1974 wurde nach gut zweijähriger Bauzeit die Badeanlage mit einem Hallenbad erweitert (Architekten: Hertig, Hertig, Schoch). Zusammen mit dem Freibad ist eine betriebliche Einheit entstanden. Diese geht so weit, dass die Grünfläche des Freibades auf das Dach der Schwimmhalle hinaufklettert und die Garderoben des Hallenbades sich unter der Liegewiese befindet.

Stadtbibliothek Wintertur, Sondersammlungen

Sanierung Freibad 2007/08

Das Schwimmbad befand sich nach der Jahrhundertwende in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Es war ja immerhin bald 100 Jahre alt. Mit einer umfassenden Erneuerung wurde es in ein Bad, das den heutigen Ansprüchen gerecht wird, umgebaut. Legendär im betagten Freibad war der „Affenfelsen“. Dieser Baukörper war eigentlich die Tribüne mit bestem Blick auf das grosse Schwimmbecken. Dafür wurde er allerdings selten genutzt. Das mit hohen Stufen abgetreppte Dach über dem Restaurant war der Aufenthaltsort der älteren Jugend. Dort traf man sich auf harter Unterlage und liess es sich wohl sein. Aber nicht nur dieser Zeitzeuge aus den Anfängen des 20. Jhdt. war durch das Alter gezeichnet. An sämtliche Einrichtungen hat der Zahn der Zeit genagt und seit Jahren wird an einer Sanierung geplant.

Foto: Sammlung Ernst Hager, www.winterthur-vorhersehbar.ch

2007 wurde beschlossen, das Freibad Geiselweid millionenschwer umzubauen. Für die Sanierungsarbeiten sind 7,09 Millionen Franken vorgesehen. Zusätzlich soll das Bad attraktiver ausgestaltet werden und auch einen chlorfreien Bioschwimmteich erhalten.

Die wichtigsten Sanierungsmassnahmen waren: Neubau einer Wasseraufbereitungs- und Filteranlage beim Garderobengebäude und der Ersatz der bestehenden, nicht mehr sanierungsfähigen Schwimmbecken durch eine neue Beckenanlage mit 50-m-Schwimmbecken. Dieses Becken ist auf Sportaktivitäten ausgerichtet.

Ferner: Ersatz des Nichtschwimmerbeckens; Ersatz des baufälligen Mauerabschlusses zur Eulach; Gestaltung der Umgebung und Erneuerung der Liegeflächen und Hartbeläge; Dach- und Betonsanierung am Garderobengebäude; Ersatz und Umorganisation der Garderobenkabine; Sanierung der WC-Anlagen; Abbruch Kinderplanschbecken und des „Affenfelsens; Sanierung und Änderung des bestehenden Schülerschwimmbeckens auf biologischer Basis mit einem Bioschwimmteich ohne chemische Zusätze mit angrenzendem Naturgarten; ein Kinderbereich beim Bioschwimmteich mit Wasser, Sand und Sonnenschutz und zum Schluss die Attraktivitätssteigerung im Nichtschwimmerbereich mit einer Breitrutschbahn. Die Bauarbeiten werden zwischen September 2007 und Juni 2008 durchgeführt. (Bilder dazu in der Bildergalerie).

Hallenbad

Das viel jüngere Hallenbad, gebaut 1974, ist bereits 1998 einer generellen Teilsanierung der anspruchsvollen technischen Einrichtungen unterzogen worden. Unter der Leitung des Ing. Büro Gebr. Hunziker Winterthur und des GUs HRS Kreuzlingen wurde die Raumakustik verbessert, die bauphysikalische Berechnungen geprüft und sämtliche technischen Anlagen getestet und erneuert, wo nötig. Energiesparende Massnahmen vervollständigten die anspruchsvollen Sanierungsmassnahmen. Die Infrastruktur im Hallenbad besteht aus: 50m Schwimmbecken, Sprungturm (1m, 3m, 5m), Lehrschwimmbecken, Planschbecken für Kleinkinder, Rutschbahn, Gymnastikraum, Tischfussball und einer Saunaanlage.

Bereits 2007 begann die Planung einer kompletten Sanierung. Dies war insbesondere nötig, weil die Anlagen und Einrichtungen im feucht-warmen Klima eines Hallenschwimmbades einer erhöhten Belastung ausgesetzt sind. Die Arbeiten wurden in drei Etappen eingeteilt. Da sie eine Schliessung des ganzen Hallenbades erforderten waren die Hauptarbeiten nur während des Sommers möglich. 2008 wurden die Flachdächer saniert. 2012 wurden der Badebereich, die Garderoben und die Gebäudehülle und das dringendste der Gebäudetechnik auf Vordermann gebracht. Schliesslich und drittens folgte 2016 die Gesamtsanierung und Erneuerung der ganzen Technikanlagen. Für die drei Etappen mussten rund 27 Millionen Franken aufgewendet werden. Während von den aufwändigen Technikmassnahmen nach aussen keine Wahrnehmung möglich ist, fällt hingegen die neue und separate Klimazone im Eingangsbereich auf. Der ersatzlose Rückbau der Sauna hingegen wurde trotz grossem Protest aus Benutzerkreisen realisiert. An ihrer Stelle wurde ein Mehrzweckraum erstellt. Er steht den Vereinen und auch einer erweiterten Öffentlichkeit zur freien Verfügung.

Bäder
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