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Meili Max, *1946, Fussballer

Max Meili
Tue Apr 30 00:00:00 UTC 1946

Der bekannteste Bierverkäufer der Stadt Winterthur sagte Adieu. Max Meili, Leiter des „Sterne-Lädelis“ im ehemaligen Portierhaus der Brauerei Haldengut, wurde per Ende April 2011 pensioniert. Der stadtbekannte und immer gut gelaunte ehemalige Spitzen-Fussballer wird fortan den Ruhestand geniessen.

Max Meili ist am 30.April.1946 in Winterthur zur Welt gekommen. Im Tössfeld-Quartier ist er aufgewachsen und hat dort die Schulen besucht. Schon bald war klar, dass Max ein Bewegungstalent und Sport seine Passion ist. Mit neun Altersjahren begann er im Turnverein Tössfeld, einem Verein der nicht mehr existiert, sein sportliches Tun. Als Elfjähriger wechselte er zum FC Tössfeld, weil schnell erkannt wurde, dass er das Zeug zu einem grossen Fussballer hat. Bereits im 16. Altersjahr spielte er mit der ersten Mannschaft des FC Tössfeld in der 2. Liga. Der frühere Spitzenfussballer beim FC Winterthur und nun Trainer bei Tössfeld, Kurt Berger, später Posthalter in Hegi, entdeckte und förderte Max Meili in seinem fussballerischen Tun. So geschah es dann, dass Meili in einem Aufstiegsspiel der Tössfeld-A-Junioren gegen den Grasshopper-Club eingesetzt wurde. Das Spiel fand auf einem der Fussballplätze auf dem Talgut statt. Max muss ein hervorragendes Spiel gemacht haben. In der darauf folgenden Woche kam ein Telefonanruf von den Verantwortlichen des GC und luden ihn ein, zusammen mit Vater und Trainer nach Zürich zu kommen. Man wollte ihn bei GC haben. Als Einzelkind durfte Max immer auf die stolze Unterstützung seiner Eltern zählen. Der Vater hatte als Schreiner in der SLM gearbeitet. Sie haben dafür gesorgt, dass er auf dem Teppich blieb und trotzdem erfolgreich wurde.

So kam es, dass Max Meili bald unter dem legendären Trainer Albert Sing beim Grasshopper Club trainierte. Als 19 Lebensjahren gab er sein Debüt in der Nationalliga A. So ganz reichte es aber nicht zum Stammspieler. Kunststück, war er in dieser Mannschaft doch von der halben Nationalmannschaft umgeben.

Auch die Arbeitswelt verlangte nach Max. Vom Fussball alleine konnte man damals nicht leben. Max Meili absolvierte beim Handwerkergeschäft und Eisenwarenhändler Hasler in der Winterthurer Innenstadt eine Verkäuferlehre. Es brauchte viel gegenseitiges Verständnis. Wenn Max trainieren oder spielen sollte, war auch im Laden am meisten los. Diese Probleme waren etwas leichter zu lösen als Meili ab der Saison 1967/68 zum FC Winterthur wechselte. Mit dem FCW ging es ab jener Saison bergauf. Man schaffte in der Saison 1967/68 nicht nur den Aufstieg in die Nationalliga A sondern qualifizierte sich auch für den Cupfinal. Das Spiel in Bern gegen den FC Lugano vor 38'000 Zuschauern ging zwar knapp mit 2:1 verloren, war aber für die ganze Mannschaft ein einmaliges Erlebnis. Herbert Dimmeler war in diesem schweren Spiel der Torschütze für den FCW gewesen. Sieben Jahre später, Meili war aus der Cupfinalmannschaft 1968 als einziger noch mit dabei, gelang dem FCW erneut die Cupfinal-Qualifikation. Das Spiel fand 1975 in Bern gegen den FCB statt. Leider verlor das Winterthurer Team mit dem knappen Resultat von 2:1 nach Verlängerung erneut.

All diese Jahre in Gesellschaft mit vielen berühmten Namen wie die Trainer René Hüssy und Willy Sommer und die Mitspieler wie Timo Konietzka, Eigil Nielsen, Owe Gran, Fritz Künzli, Mandi Odermatt um nur einige wenige zu nennen, sind Erlebnisse die Max Meili gerne in Erinnerung hat und von denen er gerne erzählt.

Max war ein Offensiv-Spieler gewesen, der mit beiden Füssen den Ball in die richtige Richtung lenken konnte. Seine schnellen Flügelläufe hat er jeweils mit präzisen Flanken in den 16m-Raum, zum Beispiel auf Fritz Künzlis Fuss, abgeschlossen. Unter Trainer Sommer bekam Meili als 25-Jähriger die Nummer 10 und er spielte künftig als Regisseur im Mittelfeld. Er hatte damit seine Traumposition gefunden.

Die fussballerische Karriere von Max Meili endete mit einem zweijährigen Engagement beim FC Gossau in der B-Liga und mit Einsätzen beim FC Tössfeld und SC Veltheim in der 2. Liga. Gesundheitliche Probleme in der Leiste erforderten dann ein sportliches Kürzertreten. Nach Spielertrainer-Verpflichtungen beim FC Seuzach und beim FC Phönix trat Meili ab seinem 43. Altersjahr etwas kürzer, blieb aber, wie könnte es anders sein dem Fussball weiterhin treu und verpflichtet. Er rannte in den Senioren- und Veteranen-Mannschaften des FC Seuzach und des FC Winterthur weiterhin dem Ball nach und schoss tolle Tore. Erst nach seinem 60. hängte Meili die Fussballschuhe an den berühmten Nagel.

Neben all den vielen Fussballjahren hat Max Meili immer gearbeitet. Nach der Lehre blieb Meili noch einige Jahre bei Hasler, verkaufte anschliessend drei Jahre Fernsehgeräte im Untertor und fünf Jahre war er im Versicherungswesen tätig. Schliesslich gelang ihm mit der Anstellung bei der Annoncenfirma ASSA den Einstieg in das Marketingwesen. 1981 schliesslich kam er zur Brauerei Haldengut ins Ressort Werbung und Verkauf. Dieses Unternehmen und Max Meili hatten es gut miteinander. Als stadtbekannte Persönlichkeit und umgänglicher Spassmacher und Sprücheklopfer fand er in allen Kreisen raschen Zugang. Und das Verkaufsgut „Bier“ war im ein leichtes unter die Leute zu bringen.1996 schliesslich übernahm Max Meili das „Haldengut Sternelädeli“ Mit grossem Engagement führte er diesen Kontaktpunkt zwischen nun Heineken Switzerland und der Winterthurer Bevölkerung erfolgreich weiter.

2011 ist Max Meili oder „Mannix“, wie er eigentlich in Anlehnung an die einstige Fernseh-Krimiserie fast überall genannt wurde, 65 Jahre alt geworden. Mit einem grossen Volksfest auf dem Haldengut-Areal nahm Heineken und Meilis Kundschaft von ihm Abschied. Die neue Zeit gehört nun seiner Frau Uschi, mit der er seit 1976 verheiratet ist, und seinen erwachsenden Kindern und den Enkelkinder.

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