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Afro-Pfingsten Festival Winterthur

Tue Jan 16 00:00:00 UTC 1990

Das Afro-Pfingsten Festival in Winterthur ist einzigartig: Seit 1990 verbindet es Menschen unterschiedlichster Herkunft und schafft grossartige Erlebnisse. Das eindrucksvolle Erleben verschiedener Kulturen steht dabei im Zentrum. Sämtliche Sinne gehen auf Entdeckungsreise und machen Afrika mit all seinen Facetten erfahrbar.

Foto: wintipix.com

Alles begann 1990 im Jugendkulturhaus Dynamo in Zürich. Das Programm bestand damals u.a. aus Auftritten und Workshops der senegalesischen Gruppe «Gaindé». Daniel Bühler legte zusammen mit Tom Keller und Michael Röttger den Grundstein für das Festival und gründete 1992 den Förderverein «Amida Netzwerk», aus dem später der Verein Afro-Pfingsten Winterthur hervorging. Der private Verein für Bildung, Kultur, Gesundheit und Ökologie setzte sich zum Ziel, im zwischenmenschlichen Bereich «Goodwill» für Afrika zu schaffen und wollte einen positiven Kontrapunkt setzen zu den üblichen, meist schlechten Nachrichten und Vorurteilen. Lebensfreude, Selbstausdruck und Kreativität sollten von den afrikanischen Gästen auf ein breites Publikum überspringen. Auch heute ist dieses Anliegen immer noch aktuell – «Das Kennenlernen anderer Lebensformen ist nicht nur interessant, sondern auch äusserst förderlich für das gegenseitige Verständnis und den Respekt. Gerade in einer Welt, wo die Welt als Dorf erscheint und jeder mit jedem vernetzt in Kontakt steht, ist es verwunderlich, wie häufig Konflikte zwischen Kulturen entstehen. Dagegen nachhaltig anzukommen ist schwierig, aber ein Zeichen zu setzen, zu informieren und voneinander zu lernen, ist möglich. Das Afro-Pfingsten Festival ist ein Beispiel, wie ein bereicherndes und multikulturelles Zusammenleben möglich ist», so Daniel Bühler (2010).

Foto: wintipix.com

Das Festival ist von Jahr zu Jahr gewachsen, und trotzdem ist das Ziel über die Jahre dasselbe geblieben: der Schweizer Bevölkerung den afrikanischen Kontinent und seine vielfältigen Kulturen näher zu bringen. Neben den Märkten und kleineren Konzerten in der Altstadt liegt ein besonderer Schwerpunkt des Afro-Pfingsten-Programms auf den Grosskonzerten mit international bekannten Künstlern, die jeweils in der Sulzer-Halle 53 beim Katharina-Sulzer-Platz stattfinden. Die denkmalgeschützte und für neue Nutzungen leicht angepasste Giessereihalle eignet sich für Konzerte mit bis zu 3900 Besucherinnen und Besucher.

Seit 2013 sind für die Durchführung des Anlasses der Verein Afro-Pfingsten Winterthur und die fairMeetings AG aus Winterthur verantwortlich. Die Aktivitäten des Vereins werden durch den Förderverein Afro-Pfingsten unterstützt. Die eigentliche Festivalorganisation obliegt einem professionellen Team, das auf die Hilfe von zahlreichen Freiwilligen zählen kann. Jedes Jahr engagieren sich zahlreiche freiwillige Helfer mit viel Herzblut für das Gelingen des Festivals. Ihr unermüdlicher Einsatz macht den Grossanlass erst möglich.

MUSIK

Die Konzerte in der Halle 53 sind das Highlight am Afro-Pfingsten Festival. Während der Konzertabende locken internationale Topstars die Besucherinnen und Besucher in die Konzerthalle. Die grossen Namen der afrikanischen und World Music-Szene waren alle schon in Winterthur – Khaled, Mory Kante, Angélique Kidjo, Miriam Makeba, Cesaria Evora, Alpha Blondy, Orishas, Youssou N’Dour, Salif Keita, Johnny Clegg, Manu Dibango und viele weitere Künstler begeisterten die Menge. Von Soul und Hip Hop, über Reggae bis hin zu traditionellen Klängen bilden die Musikacts alle Stilrichtungen der Musik mit afrikanischen Wurzeln ab.

Auch Friedensnobelpreisträger und Erzbischof Emeritus Desmond Tutu ist Afro-Pfingsten Fan: «Was für eine wundervolle Idee – Ein Festival, das der Schweiz die Schatzkammern der afrikanischen Kultur erschliesst. Bekanntlich sind wir alle Afrikaner. Zumindest liegt der Ursprung von uns allen in Afrika, der Wiege der Menschheit. Deshalb werden die Trommeln und der Bass am Afro-Pfingsten Festival auch Ihre Hüften in Bewegung bringen: Die Rhythmen sind tief in uns verwurzelt.» (Grusswort von Erzbischof Emeritus Desmond Tutu, 2014)

Mitten in der Altstadt bieten zudem die Oasenbühne und ab 2015 eine Bühne auf dem Kirchplatz Nachwuchskünstlern und kleineren Bands eine Auftrittsmöglichkeit – und den Besucherinnen und Besuchern einen musikalischen Rückzugsort aus dem turbulenten Markttreiben.

Foto: wintipix.com

MÄRKTE

3 Märkte, rund 400 Marktstände und über 60 000 Besucherinnen und Besucher: An Afro-Pfingsten wird die Winterthurer Altstadt zum pulsierenden und farbenfrohen Marktplatz. Der Afrika-Markt und der Welt-Basar locken mit einem vielseitigen Food-Angebot und einer breiten Palette an Kunsthandwerk aus Afrika und der ganzen Welt. Die FairFair – die Messe zum Thema Fairness – ist die Plattform für Hilfswerke und Fairtrade-Organisationen in der Schweiz. Ab 2015 haben die Märkte länger geöffnet und es gibt ein erweitertes Angebot in der Obergasse.

Foto: wintipix.com

AFRIKANISCHE KULTUR IN ALLEN FACETTEN

In der Schweiz existiert keine vergleichbare Kombination von Kulturfestival mit Konzerten, Märkten, Workshops, Filmvorführungen und Ausstellungen. Kleine und grosse Besucher dürfen zudem ein spannendes und abwechslungsreiches Rahmenprogramm erwarten. Kinder können auf Kamelrücken durch die Altstadt reiten und sich dabei wie Beduinen fühlen. Märchenerzähler, Theaterensembles, Tänzer und Autoren vermitteln Geschichten und Mythen aus Afrika. Trigon-film präsentiert im Kino Loge das Afro-Pfingsten-Filmfest mit Filmen aus Afrika.

Das Festival findet heute Beachtung über die Landesgrenzen hinaus und geniesst grosses Ansehen als wichtiger interkultureller Treffpunkt. 2013 und 2014 wurde das Afro-Pfingsten Festival vom renommierten Magazin «Songlines» als eines der besten 25 World-Music-Festivals der Welt ausgezeichnet.

Foto: wintipix.com

Der Glossartext folgt einem Essay von Claudia Kagelmann, Mitglied GL OK-Afro-Pfingsten, Leitung Redaktion. Weitere Informationen zum Festival und das aktuelle Programm finden Sie unter www.afro-pfingsten.ch (siehe Button "Link zum Thema")

Untergang und Neuanfang

2012 begann der Rückzug von Festivalgründer Daniel Bühler. Er übergab den Stab nach einer kurzen Übergangszeit einer Marketingorganisation unter Tom Mörker. Leider begann damit der Untergang. Neuerungen und Preisanpassungen sowie das schwieriger gewordene Umfeld führten in die roten Zahlen. 2015 musste die neue Organisationsfirma Konkurs anmelden und den Verzicht auf die Durchführung im Jahre 2016 bekannt geben. Ob es je eine Neuauflage geben wird stand in den Sternen.

Diese Meldungen riefen Daniel Bühler wieder auf den Plan. Er wollte und konnte den definitiven Untergang seines Lebenswerks nicht akzeptieren. Da der Name „Afro-Pfingsten“ blockiert war, musste ein neuer her. „EINE WELT“ heisst das Pfingst-Festival neu, womit der Kreis über Afrika hinaus erweitert wurde.

Foto: wintipix.com

Ab Pfingsten 2017 heisst der Anlass wieder Afro-Pfingsten. Daniel Bühler konnte die Namensrechte wieder regeln und den angestammten Namen zurückgewinnen. Er schreibt im Programmheft 2017: „Zum 27. Mal wird das Festival Afro-Pfingsten durchgeführt. Plus 1 wenn man die letztjährige Veranstaltung EINE WELT in Winterthur mitzählt. Seit 1990 heisst Afro-Pfingsten Menschen aus allen Kulturen, Ecken und Winkeln dieser, unserer Welt willkommen.

Foto: Nina Lyner

AFRO-Pfingsten in neuen Händen

Daniel Bühler nimmt nochmals Abschied aus dem OK Afro-Pfingsten, verbleibt aber im Vorstand von EINEWELT.CH, der Trägerorganisation. Es ist sein Lebenswerk, das er fast drei Jahrzehnte aufgebaut und gehegt und gepflegt hat. Aber 2018, er ist nun bald 64 Jahre alt, gilt es, die Führung in jüngere Hände zu geben. Nachdem sein Rückzug vor fünf Jahren nicht geklappt hat, wurde nun eine Nachfolgecrew sorgfältig aufgebaut. Er bleibt der Organisation weiterhin als Berater, Netzwerker und für spezielle Aufgaben erhalten. Karin Gubler, übernimmt ab sofort für 2019 die volle Verantwortung als Geschäftsleiterin. Ihr zur Seite stehen Ananda Geissberger (Musik), Gregor Matter (neuer Präsident EINEWELT.CH) und Karin Witschi (Markt).

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