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Schwimmbad Wolfensberg

Sun Aug 23 00:00:00 UTC 1936

Schwimmbad Wolfensberg

Rütihofstrasse 15

8400 Winterthur

Tel: 052 212 55 92


Das Schwimmbad Wolfensberg ist das zweite Winterthurer Schwimmbad. Es wurde 1936 in Betrieb genommen und blickt daher auf eine lange Geschichte zurück. Erst wurde es privat betrieben und seit 1963 ist es in städtischen Besitz. Es wird von einer Schwimmbad-Genossenschaft betrieben.

Fotosammlung Stadtbibliothek

Wo früher Steinbrüche waren, wo Geologen und Paläontologen ein reiches Fundgebiet vorfanden, liegt heute das Sonnen- und Schwimmbad Wolfensberg. Das Abenteuerparadies der Veltheimer Kinder wich 1900 der ersten Sonnenbadanlage der Schweiz. Der Verein zur Hebung der Volksgesundheit, Sektion Winterthur zeichnete dafür verantwortlich. In zwei strikte getrennten und eingezäunten Feldern wurde nun geturnt, gespielt und die Sonne genossen. Da das Grundstück nur gepachtet war, erwarb man 1910 ein benachbartes Areal zwischen dem Waldrand und der heutigen Rütihofstrasse. Das Sonnenbad wurde ergänzt durch eine ausgedehnte Schrebergartenanlage. Die Gartenparzellen wurden an die Vereinsmitglieder verpachtet und ergaben eine regelmässige Einnahmenquelle. Das Sonnenbad hingegen machte Sorgen. Obwohl nebst der getrennten Frauen- und Männerabteile noch ein Familienbad eingerichtet wurde, war es wenig besucht. Der Betrieb konnte die Kosten nicht decken. Auch die Flucht nach vorne, es wurde im Juli 1928 ein zweistöckiges Gebäude mit der „Alkoholfreien Restaurant Zum Wolfensberg“ eröffnet, brachte die Wende nicht. Der damalige initiative Präsident Johann Wiesmann (1891-1983) scheute kein Risiko und entschied sich für eine Vorwärtsstrategie. Auf dem Steinbruchareal soll ein Schwimmbad entstehen und damit werden die Leute auf den Wolfensberg, ins Sonnenbad und ins Restaurant gelockt.

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Es folgte eine lange Leidensgeschichte der Planung, der Wasser- und Geldbeschaffung. Aber die Verantwortlichen liessen nicht locker. Das Bad, noch ohne Liegewiese, konnte am 23. August 1936 als zweites Winterthurer Schwimmbad (Geiselweid seit 1911) eröffnet werden. Als Architekten waren Rittmeyer & Furrer und das Nachfolgeunternehmen Furrer & Merkelbach verantwortlich. Die Anlage wurde als typisches Beispiel des „Neuen Bauens“ eingereiht. Diese Architekturströmung der zwanziger und dreissiger Jahre verzichtete auf Schnörkel und stellte alleine die Funktion des Baukörpers in den Mittelpunkt. Auf die Badesaison 1937 konnte auch noch die Spielwiese freigegeben werden, die Badeanlage war nun komplett.

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Der Erfolg des neuen Bades wurde von Unstimmigkeiten im Vorstand des Vereines überschattet. Die Chemie zwischen dem Vereinspräsidenten Wiesmann und dem Baukommissionspräsidenten Moser stimmte nicht mehr. Es ging um Rechte und Kompetenzen. 1938 gab Gustav Moser den Austritt (später trat er dem Vorstand wieder bei) und 1942 wurde Johann Wiesmann zuerst als Präsident, wenig später auch noch als Vorstandsmitglied abgewählt. Der unehrenhafte Abgang nach 20 Jahre intensiver und schlussendlich erfolgreicher Tätigkeit traf Wiesmann tief.

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1943 wurde aus dem „Verein zur Hebung der Volksgesundheit“ der „Verein für Volksgesundheit“. Später hiess die Organisation Vitaswiss Sektion Winterthur (inzwischen aufgelöst). Und auch diesen plagten bald wieder finanzielle Sorgen. Obwohl die Finanzen des Schwimmbades schlecht und recht waren, löste der vermehrte Besucheraufmarsch auf dem Wolfensberg die Probleme des Sonnenbades nicht. Als dann auch noch der Schwimmbadbau in die Jahre kam, musste man in den 50er Jahren die Unterstützung der Stadt Winterthur suchen. Mit Zuschüssen und Darlehen durch die öffentliche Hand ging es noch einige Jahre weiter. 1963 schliesslich kaufte die Stadt dem Verein für Volksgesundheit das Bad ab. Eine Volksabstimmung stimmte am 8. Dezember 1963 dem Kredit von 568'258 Franken zu. Am 19. Januar 1965 wurde die Schwimmbadgenossenschaft Wolfensberg gegründet, die fortan die Verwaltung und das Tagesgeschäft der städtischen Badeanlage übernahm. Erster Präsident war Fred Sailer. Die erste und vordringlichste Hauptaufgabe war es mit der Stadtverwaltung die Sanierung des Bades zu planen. Am 30. November 1969 bewilligte die Winterthurer Bevölkerung einen Kredit von 1,108 Millionen Franken und etwas verspätet konnte die Badesaison 1971 in der erneuerten Anlage in Angriff genommen werden.

Foto von der Schwimmbadgenossenschaft zur Verfügung gestellt.

Das Projekt des Winterthurer Architekten Herbert Isler beinhaltete eine komplette Erneuerung der Wassertechnik, eine Vergrösserung der Garderobenräume und einen Restaurantkiosk. Angehängt wurde noch ein Zusatzkredit für den Einbau einer Sauna sowie einer Wasserbeheizung. 1988 wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Das etwas baufällige, damals bald 60-jährige Bad, sollte nicht nur saniert werden, sondern komplett erneuert werden. Von Erlebnisbad mit Wirbelkanal und Wasserrutschbahnen war die Rede. Die Pläne zerschlugen sich aber nicht zuletzt darum, weil die Veltheimer Bevölkerung die einmalige, alte Badanstalt mit ihrer besonderen Atmosphäre erhalten wollte. So kam es 1997 zu Renovationsarbeiten, aber zu keiner Umgestaltung. Bei dieser Erneuerung der Wasseraufbereitung wurde auch die Wasser-Heizung eliminiert. So präsentiert sich das „Wolfi“ weiterhin so, wie es einst gebaut worden ist.

Eine Gesamtsanierung erfolgte von 2006 bis 2008, die gebundene Ausgaben von 3,2 Mio. Franken verursachte. Mit 418'000 Franken aus dem Luciak-Weilenmann-Fonds wurden weitere Verbesserungen für Kinder und Familen reaslisiert: das Kinderplanschbecken wurde durch ein Wasserspiel in drei Ebenen aufgeteilt und der beliebte Holzkanal wurde wieder einsatzbereit gemacht. Weiter wurde ein Grillplatz gebaut und ein zusätzlicher Duschbereich erstellt. Mit Beginn der Badesaison 2008 präsentiert sich das "Wolfi" in neuem Glanz.

Bäder
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