w i n t e r t h u r - g l o s s a r . c h


Alte Kaserne

Alte Kaserne

Kulturzentrum der Stadt Winterthur

Technikumstrasse 8

Postfach

8402 Winterthur


Die alte Kaserne erscheint als Meisterwerk barocker Baukunst. Der mächtige und imposante Fachwerkbau markiert die Südost-Ecke der Altstadt mit seiner langen Front und den hohen Giebeln. Seit 1992 ist die total umgebaute und sanierte alte Kaserne ein Kulturzentrum. Mit Veranstaltungen aller Art soll das Haus den Menschen und der Kultur ein Begegnungszentrum sein.

Kühnheit und Kunstfertigkeit zeichneten das Holzmagazin vor dem Holdertor aus dem Jahr 1765 aus. Verantwortlich für den imposanten Fachwerkbau war der städtische Holzwerkmeister Salomon Sulzer. Um das Erdgeschoss von Säulen und Stützen frei zu halten, wurden die Böden in den oberen Geschossen 15 Meter gespannt und am Dachstuhl aufgehängt. Diese Konstruktion gab in der Stadt zu Reden. Auch war der Bau des Holzmagazins nicht unumstritten gewesen. Dies trug dem Gebäude in der Winterthurer Bevölkerung den Übernamen 'Unnoth' ein. 1846 wurde das Magazin zur Kaserne umgenutzt. Im Erdgeschoss wurden Ställe sowie eine Reitschule eingerichtet, in den Obergeschossen die Kavallerie-Rekruten untergebracht.

Pferdeäpfel prägten das Bild und den Geruch in der Kaserne bis etwa 1900. Dannach wurde die Kaserne nicht mehr nur militärisch genutzt: Das Bauamt stellte Material, Werkzeug und Karren ein, die Feuerwehr führte Kletterübungen durch, die Volksküche wurde im Haus einquartiert. Die landwirtschaftliche Schule nutzte einen Teil der Räumlichkeiten und während des 1. Weltkriegs fanden Flüchtlinge Aufnahme in der Kaserne.

Seit 1926 gehts in der Kaserne rund. Das Gebäude diente als Unterkunft für die Radfahrer-Rekrutenschulen. Zudem wurden militärische Kurse abgehalten und Ausstellungen gemacht. 1971 fand die letzte Radfahrer-RS in Winterthur statt und das Ende des Waffenplatzes Winterthur war eingeläutet.

Fotosammlung Siegfried Schlesiger

Feuer und Flamme war erst das Volk, dann die Kaserne. Die stimmberechtigten Winterthurerinnen und Winterthurer hatten zwar 1984 die SP-Initiative für eine Kulturkaserne im Keim erstickt, dafür ist beim stadträtlichen Gegenvorschlag der Funke gesprungen. Nach einer Phase der Projektierung und der Kostenermittlung stimmten Stadtrat, Gemeinderat und Bevölkerung einem Umbau und Renovationskredit in der Höhe von 7,28 Millionen Franken zu. Kaum war die Volksabstimmen überstanden, zerstörte ein Brand in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1987 die kühne Konstruktion des Salomon Sulzer selig. Der Dachstuhl mit der kühnen viergeschossigen Hängewerkkonstruktion von 1765 war verloren. Das genehmigte Projekt musste überarbeitet werden. Als Brandursache stellte sich erst acht Jahre später ein Lausbubenstreich heraus. Ein paar Kollegen waren in die Kaserne eingedrungen und haben dabei eine brennende Zigarette weggeworfen.

Foto: Website "Alte Kaserne"

Gefackelt wurde dann zum Glück nicht lange: Im März 1988, ein halbes Jahr nach dem verheerenden Feuer, beschloss der Stadtrat die Neukonstruktion der inneren Struktur unter Einbezug aller noch brauchbaren Teile der Kaserne. Der Architekt Ernst Zollinger nutzte die Chance und liess ein Haus im Haus entstehen. Die alte Hülle aussen blieb bestehen, das Innenleben wurde neu gestaltet. Seit dem 7. November 1992, dem Tag der Eröffnung, lodert in der Alten Kaserne das Feuer für Kultur. Im Foyer finden sich heute noch Spuren der feurigen Nacht von 1987.

Ein Team von fünf Personen eröffnete 1992 das Kulturzentrum Alte Kaserne (inklusiv Gastro, Hausdienst etc.). 2005 sind im Team (19 Personen) und etwa 25 temporären MitarbeiterInnen (Jobpool). Es finden jährlich über 4000 Einzelveranstaltungen von der Vereinsversammlung bis zu Ausstellungen aller Art statt. Bis zu 250000 Personen besuchen pro Jahr das Haus. Thomas Kraft leitete das Haus von 1991 bis 2007. Er hat in dieser Zeit die Institution aufgebaut und zu einem städtischen, soziokulturell orientierten Zentrum gemacht. Ab dem 1. August 2007 übernimmt die 51-jährige Gabriella Rossi die leitung. Rossi obliegt die Führung und Verantwortung der Alten Kaserne in den Bereichen Administration, Raumbewirtschaftung, Eventorganisation, Personal und Finanzen. Die neue Leiterin kennt den Betrieb bereits sehr gut. Seit 2001 führt sie die Administration und vertritt seit drei Jahren auch die Hausleitung. Kraft verlässt die Kaserne, um sich vermehrt eigenen Projekten widmen zu können. Er ist zudem Mitte März zum Gemeindeammann von Eschenz im Kanton Thurgau gewählt worden. Die Alte Kaserne beschäftigt circa 20 Personen bei einem Budget von rund 2,5 Millionen Franken.

öffentliche Bauten Stadt
nach oben ↥
nach oben ↥
link