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Sennhof


Sennhof ist eine Aussenwacht und zugleich ein Quartier der Stadt und gehört zum Kreis 3 Seen. Ein kleiner Teil von Sennhof, die Bühler-Spinnereien auf der anderen Seite der Töss, gehören zur Gemeinde Kyburg.

Sennhof, regional auch als Schwaig bezeichnet, kommt von Senn oder Sennerei - meist Käserei und Butterherstellung. Daraus sind verschiedene Ortsnamen hervorgegangen, so wohl auch die Aussenwacht Sennhof bei Winterthur. Das ehemalige Bauerndorf gehört politisch zur Stadt Winterthur und stellt das eigentliche Tor zum Tösstal dar. Da die Bausubstanz wenig erhaltenswert war, kannte der ehemalige Weiler keine Baueinschränkungen, was eine starke Entwicklung ab dem Jahr 2000 ermöglichte. War die Bevölkerungszahl zu vor gleichbleibend (1980 463 und 1990 496 Einwohner) stieg sie sprunghaft an: 2000/966, 2004/957, 2005/982, 2006/1156 und 2012/1236.

Das Dorf hat sich im neuen Jahrhundert fast zu einer kleinen Stadt entwickelt. Zwar ist die Poststelle längst eingegangen und der SBB-Bahnhof ist nur noch eine unbediente Station. Auch der VOLG-Laden hat seine Pforten geschlossen. Geblieben ist das Restaurant Frohsinn, direkt an der Durchgangsstrasse gelegen und somit immer gut besucht, da auch genügend Parkplätze vorhanden sind. Diese stark befahrene Strasse teilt das Dorf in zwei Bereiche. Links der Strasse, stadtauswärts/talaufwärts gesehen, lieg der eher ältere Dorfteil mit der Bahnstation. Rechterhand hat die eigentliche bauliche Entwicklung stattgefunden, deren Ende derzeit noch nicht abgeschätzt werden kann. Die Wärmeversorgung dieser neuen Bauten erfolgt durch eine zentrale Holzschnitzelfeuerungsanlage.

Auf die steigende Zahl der zu unterrichtenden Primarschulkinder haben die Schulbehörden schon im Jahre 1995 reagiert und neben dem bestehenden Schulhaus Sennhof ein Provisorium mit zwei Klassenzimmern erstellen lassen. Die zunehmende Bewohnerzahl und damit auch die Vielzahl der Schulkinder, auch in den benachbarten Aussenwachten Gotzenwil, Iberg, Weiherhöhe und Eidberg, machten ein neues Schulhaus nötig. Mit dem Beginn des Schuljahres 2008/09 wurde das neue Primarschulhaus mit sechs Klassenzimmern, einem Mehrzweckraum und einer Turnhalle im Untergeschoss in Betrieb genommen werden. Turnhalle und Foyer sollen abends und an den Wochenenden auch für Bevölkerung und Vereine offen stehen. Damit hat die Einwohnerschaft Sennhofs auch wieder ein identitätsstiftendes Quartierzentrum erhalten. Die geplanten Kosten des Neubaus von 12,1 Millionen Franken konnten wegen immensen baulichen Schwierigkeiten nicht eingehalten werden.

Sennhof wird vom Fluss Töss am südlichen Rand gestreift, dort wo über die alte Holzbrücke der Aufstieg, auf dem Fussweg oder auf der kurvenreichen Strasse, zur Kyburg in Angriff genommen werden kann. Gleichenorts beginnt auch das landschaftlich reizvolle Linsental, in dem der Töss und in etwa der Gemeindegrenze entlang zum Reitplatz und nach Töss gewandert werden kann.

Gewerbebetrieb und auch Bauerhöfe sind in Sennhof wenig bis keine mehr vorhanden. Hingegen ist das Unternehmen Hermann Bühler AG Schweiz seit 200 Jahren dort angesiedelt. 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter produzieren dort Garne für höchste Ansprüche. Eine amerikanische Tochtergesellschaft, die 1996 gegründet wurde, hat sich ebenso zum führenden Anbieter feiner Qualitätsgarne in den USA entwickelt.

Hermann Bühler & Cie. AG, eine kleine Firmengeschichte

1829 gründete Johann Jakob Bühler-Meyer (1776-1834) die Firma J.J. Bühler & Söhne, Spindel- und Kardenbau in Turbenthal. Teilhaber waren die beiden Söhne Heinrich (1802-1856) und Hansheinrich, (1804-1866). Als Heinrich Bühler-Guyer 1856 starb, war sein Sohn Eduard Bühler-Egg (1833-1909) in einer schwierigen Situation. Nur dreiundzwanzigjährig hatte er die Interessen der Mutter und seiner zwei Schwestern zu vertreten. Ihm stand der Onkel Hansheinrich Bühler-Guyer mit seinen drei Söhnen Adolf, Hermann und Carl gegenüber. Obwohl Eduard mit ihnen in gutem Einvernehmen lebte, fand er, dass es besser sei, in Frieden auseinander zu gehen, bevor Streitigkeiten ausbrechen konnten. Er beantragte die Teilung der Firma. Die Spinnereien wurden taxiert. Bei der Auktion 1858 erwarb Eduard Bühler-Egg (1833-1909) die „untere Spinnerei“ in Kollbrunn und etablierte sie unter der Firma Ed. Bühler.

Die Familie von Hansheinrich Bühler betrieb unter dem neuen Namen die Firma J. H. Bühler & Söhne die „obere Spinnerei“ weiter, die 1859/60 im Sennhof eine weitere Spinnerei baute.1866 ging das Geschäft an die beiden Söhne Adolf Bühler (1834-1895) und Hermann Bühler-Weber (1843-1907) über. Die Söhne von Hermann Bühler-Weber, Hermann Bühler-Sulzer (1870-1926) und Richard Bühler-Steiner (1879-1967) wurden 1897 bzw. 1907 in die Firma aufgenommen und 1926 traten die beiden Söhne des verstorbenen Partners Hermann Bühler-Krayer (1896—1985) und Viktor Bühler-Walder (1897-1977) als neue Teilhaber ein. 1957-1986 war Hermann Bühler-Müller (1931-1986) Teilhaber der Firma. Die Firma Hermann Bühler & Cie. AG ist während sechs Generationen unter der Leitung der Familie Bühler geblieben.

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