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Grüze, das Industrie-Quartier


Grüze ist ein Quartier vom Kreis 2 Oberwinterthur. Das Quartier Grüze ist ein Gewerbe- und Industriequartier. Vom Bahnhof Winterthur-Grüze aus erstreckt sich das Quartier in östliche Richtung. Neben grossen Industriebetrieben prägen Einkaufszentren das heutige Gesicht des Quartiers. Die Interessen des Quartiers werden seit mehr als hundert Jahren vom rührigen Quartierverein wahrgenommen.

Dem Quartier Grüze wird in den Jahrzehnten nach 2011 ein grosser Wandel vorhergesagt. Ein Teil des Quartiers gehört zum Stadtentwicklungsgebiet Neuhegi und liegt in einer Planungszone von kantonaler Bedeutung. Die Stadtplaner gehen davon aus, dass das Quartier bis ins Jahr 2030 zu einem zweiten Zentrum der Stadt Winterthur werden wird (sog. bipolare Stadt). Im östlichen Quartierteil sind bereits seit dem Jahr 2005 grosse Veränderungen sichtbar. Auf dem ehemaligen Industrieareal der Sulzer AG ist ein grosser Stadtpark entstanden und es wurden Wohnbauten mit Hunderten von Wohneinheiten erstellt.

Vom öffentlichen Verkehr wird das Quartier mit den Linien 3, 5, und 14 des Stadtbus Winterthur knapp erschlossen. Der architektonisch einzigartige und denkmalgeschützte Bahnhof Winterthur-Grüze erschliesst das Quartier mit der S-Bahn hingegen perfekt. Zwei Hauptstrassen erschliessen die Grüze für den motorisierten Verkehr: die St.Gallerstrasse in west-östlicher Richtung und die Seenerstrasse in nord-südlicher Richtung.

Der Quartierverein

1896 gründeten eine Handvoll Leute aus den Mitgliedern des Männerchores Grüze/Stadtrains den Quartierverein Grüze. Jeden Monat kam man einmal zusammen, wie das Protokollbuch in wunderbar schön geschriebener Schnörkelschrift noch heute festhält. Man traf sich in der „Linde“, später im „St. Gallerhof“, im „Bahnhöfli“ und im „Schönengrund“. Das waren alles Wirtschaften, die heute leider alle nicht mehr sind.

An diesen rege besuchten Versammlungen wurde unter anderem auch heftig gestritten. Die Themen dazu liegen auf der Hand. Es waren die Problematik und die Immissionen der zunehmenden Industriebetriebe im Grüzefeld. Auch die neuen Erschliessungsstrasse und der zunehmende Verkehr gaben immer zu reden. Aber auch das Gesellige hatte einen festen und guten Platz in jedem Jahresprogramm. Als traditionelle Anlässe fanden alljährlich ein aktiver Fasnachtsanlass und die Samichlausfeier statt. Die sommerliche Reise war jeweils der Höhepunkt der Jahresagenda. Legendär ist dabei die in den 12980er-Jahren stattgefundene Rösslifahrt nach Bazenheid mit fünf Wagen und über 70 Teilnehmer. Nach der 100-Jahr-Feier muss sich der Verein um seine Existenz Sorgen machen. Die Mitgliederzahl hat einen Tiefpunkt erreicht, obwohl die Weiterentwicklung des Quartiers ein Sprachrohr der Bewohner dringend nötig hätte.

Aus einem Planungsbericht der Stadt Winterthur: „Für die künftige Entwicklung des Gebiets Neuhegi-Grüze ist die geplante Querung beim Bahnhof Grüze von grösster Bedeutung. Eine Studie, welche von der Stadt in Auftrag gegeben wurde und als Basis für das laufende Workshop-Verfahren mit den Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern dient, kommt zum Schluss, dass eine Überführung machbar ist. Sie ist auch besser als eine Unterführung. Der Stadtrat hat die entsprechende Planungsstudie im Dezember 2011 in zustimmendem Sinne zur Kenntnis genommen und das weitere Vorgehen festgelegt.“

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