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Rieter-Ziegler Heinrich Peter, Industrieller, 1814-1889

Heinrich Peter Rieter-Ziegler
Thu May 19 00:00:00 UTC 1814
Thu Dec 19 00:00:00 UTC 1889

Heinrich Rieter war ab 1836 im väterlichen Betrieb tätig und von 1851 bis 1889 dessen Inhaber. Rieter baute die Spinnerei Niedertöss zum leistungsfähigen Spezialunternehmen für feine Garne aus und schuf die Grundlage für die mechanische Werkstätte, die sich später zur Maschinenfabrik entwickelte.

Heinrich Rieter (1814-1889), Enkel von Johann Jacob 1762-1826, Sohn des Heinrich Rieter 1788-1851 und späterer Oberst und Ständerat (Lib.) 1878-1889, Industrieller, übernimmt 1851 nach dem unerwarteten Tode seines Vaters, das Geschäft, die Rieter Maschinenfabrik in Töss. Zusammen mit seiner 1835 geheirateten Frau, Henriette Ziegler, hatte er vier Söhne, Heinrich 1838-1901, Bruno 1840-1889, Oskar 1844-1913, und Max 1848-1907. Mit der Weiterentwicklung der mechanischen Werkstätte legte er den Grundstein zur späteren Weltfirma Rieter. Wegen seiner militärischen und politischen Tätigkeit wurde er allgemein als Oberst oder Ständerat Rieter angeredet.

Der Wahlkreis Wülflingen-Töss hatte Oberst Rieter 1852 in den grossen Rat (Kantonsrat) gewählt. Er wirkte sodann im Verfassungsrat und bis 1875 im Kantonsrat. Im Ständerat, dem er seit 1878 angehörte präsidierte er die Zolltarifkommission. Als Vertreter des Bundesrates besuchte er 1869 die Feierlichkeiten bei der Eröffnung des Suezkanals und war 1876 Delegierter der Eidgenossenschaft in Rom, während den Verhandlungen über einen neuen Handelsvertrag.

Zahlreiche einheimische Körperschaften nahmen seine vielseitigen Erfahrungen auf wirtschaftlichen Gebiet in Anspruch, darunter seit 1863 die Schweizerische Mobiliarversicherung, die Transportgesellschaft Lloyd, die Bank in Winterthur (später UBS), die Gasanstalt und von ihrer Gründung an die Unfallversicherung Winterthur (später AXA Winterthur). Er wirkte auch seit 1871 in den Verwaltungsräten der Nordostbahn und der Gotthard-Bahn. Nach dem Tode von Alfred Escher rückte er zum Präsidenten der Gotthardbahn auf.

Im Militär leistete Oberst Rieter, gezwungen durch die geschäftliche Inanspruchnahme, nach 1851 nur noch gelegentlich Dienst als Inspektor in der Armee. Für die Weltausstellung 1855 in Paris wirkte er als schweizerischer Generalkommissär von internationalen Ausstellungen und für diejenige in Wien 1873 verfasste er zusammen mit Jakob Pfau und Dr. Theodor Reinhart den Bericht über die schweizerische Beteiligung. In Winterthur trat er in das Initiativkomitee für ein Gewerbemuseum ein. Auch 1876, Weltausstellung in Philadelfia, wirkte er erneut als Generalkommissär der Schweiz. Die Schweizerische Maschinenindustrie war damals in Übersee allerdings nicht vertreten. Das nutzten die Amerikaner indem sie mit der Maschinenhalle den Glanzpunkt der Ausstellung setzten. Damit manifestierten sie den ungeheuren Fortschritt der USA. Alle anderen Produzenten mussten ihre Tätigkeit einer Revision unterziehen, wollten sie einigermassen mithalten. Rieter erkannte die Bedeutung der Qualitätsarbeit und der Spezialisierung, bestehend in der massvollen Beschränkung auf bestimmte Erzeugnisse, um gegen die ausländische Serienproduktion aufkommen zu können.

Ständerat Rieter erlag am 19. Dezember 1889 in der Bundesversammlung einem Schlaganfall. Damit war ein wichtiger Abschnitt der Firmengeschichte zu Ende.

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