w i n t e r t h u r - g l o s s a r . c h


Barockhäuschen

Kontaktadresse / Vermietung:

Stadthausstrasse 6

8400 Winterrthur

Telefon: 052 267 51 72

Präsenzzeit: Di-So: 10.00-17.00 Uhr


Das Barockhäuschen zum "Balustergarten" steht der Öffentlichkeit erst seit Mitte des 20 Jhdt. zur Verfügung. Zuvor war es Sommer- und Gartenhaus im Villenviertel rund um die ehemalige mauerumfassten Altstadt. Nun beherbergt es zwei gemütliche Räume, die für Zwecke aller Art gemietet werden können.

Im ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts breitete sich nördlich der Mauer- und Turmbewehrten Altstadt noch fast vollständig unüberbautes Wiesen- und Ackergelände bis zum Siechenhaus Sankt Georgen aus. Nur die alte Herberge zum "Kreuz" stand vor dem Schmiedtor. Dann errichtete 1740 ein vornehmer Winterthurer Bürger auf diesem Gelände vor den Mauern ein Sommer- und Gartenhäuschen. Damit war die Entwicklung eingeleitet, die andere reiche Bürger mit dem Bau von Herrschaftshäusern, wie zum Beispiel das "Lindengut", der "Adlergarten" oder die "Pflanzschule", fortsetzten. Dieser Mann war Ratsherr Heinrich Steiner (1703-1753). Seine Witwe verkaufte 1782 den Garten samt Haus für 2000 Gulden an Stadtrichter Heinrich Reinhart. Dieser wohnte im Hause zum "Balustergarten" neben dem ehemaligen Geschäftshaus Hasler, heute Modehaus C&A. So entstand der Name des Sommerhauses "Zum Balustergarten" (Baluster = Granatapfelbaum).

Nach vielen Handwechseln durch Vererbungen und Verkäufe kam das Barockhäuschen zusammen mit dem Merz-Rieter-Gut per 1. Mai 1919 in den Besitz der Stadt. Der Pauschalkaufpreis betrug 440000 Franken. Fortan fristet das Häuschen mit seiner primitiven Wohnung ein bescheidenes Dasein und dient dem Abwart des benachbarten Merz-Rieter-Gutes als Logis. Es rückte wieder in den Blickpunkt als in den Jahren 1950/51 der benachbarte Stadtgarten um- und ausgebaut wurde. Die neue Zeit hatte aber eigentlich für solchen "alten Plunder" kein grosses Verständnis. Sein Leben wurde gerettet, weil man eine Lösung für die Errichtung eines öffentlichen WC suchte. Für die Renovation und den WC-Einbau wurden 1951 74'000 Franken bewilligt.

Eigentlich war vorgesehen gewesen, das Haus wieder für Wohnzwecke zu nutzen. Nachdem aber bei der Renovation erhaltenswerte Malereien mit Landschaftsbildern zum Vorschein kamen, überdachte man die Situation neu. 1953 genehmigte der Grosse Gemeinderat den Kredit von Fr. 11'200.00 für die Restaurierung der Malereien und 20'000 Franken für den Innenausbau. Die beiden Räume sollen neu für Konferenz- und Sitzungszimmer zur Verfügung stehen. Für die Möblierung musste nochmals ein Kredit von Fr. 11'400.00 gesprochen werden.

Seitdem präsentiert sich das Barockhäuschen zum "Balustergarten" innen und aussen als gehaltvolles Kleinod, das der Öffentlichkeit zu mannigfaltigem Nutzen zur Verfügung steht.

Reservationen sind möglich beim Museum Oskar Reinhart (052 267 51 72)

öffentliche Bauten Stadt
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