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Regierungsrat-Ersatzwahlen 2005


Hollenstein ist Regierungsrat. Nach 22 Jahren ist Winterthur wieder in der Kantonsregierung vertreten. CVP-Stadtrat Hans Hollenstein setzte sich am Wahlwochenende vom 10. April 2005 deutlich gegen Bruno Heinzelmann durch. Die SVP verliert ihren zweiten Regierungssitz.

Foto: Winbib (Signatur 171783)

Obwohl sich die Niederlage der SVP in den letzten Tagen abgezeichnet hatte, überrascht das Ausmass von Hollensteins Sieg. Bei einer leicht höheren Wahlbeteiligung (35,7 Prozent) als im ersten Wahlgang stimmten 64,9 Prozent (179635) für den Winterthurer Stadtrat. SVP-Kandidat Bruno Heinzelmann, Stadtpräsident in Kloten, erhielt nur 34,3 Prozent (94944). Hollenstein siegte in sämtlichen Bezirken, unter anderem auch in der FDP-Hochburg Meilen, wo im ersten Wahlgang noch SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi die Nase vorn hatte. Dies zeigt, dass es SVP- und FDP-Parteileitung nicht gelungen ist, die freisinnigen Wähler im zweiten Wahlgang besser zu mobilisieren. Selbst im Bezirk Andelfingen, der im ersten Wahlgang ebenfalls mehrheitlich für den SVP-Kandidaten stimmte, gelang es Hollenstein, den Match für sich zu entscheiden. Glanzresultate erzielte Hollenstein in den Städten Zürich und Winterthur.

Zu verdanken hat er dies vor allem auch den linken Wählern. Die SP und im zweiten Wahlgang auch die Grünen stellten sich hinter ihn. Ihnen ging es in erster Linie darum, der SVP den zweiten Sitz in der Regierung zu entziehen. Die Gelegenheit dazu ergab sich durch den Rücktritt von SVP-Finanzdirektor Christian Huber, der wegen parteiinterner Spannungen vorzeitig abtritt. Die SVP ist nun nur noch mit Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer im Regierungsrat vertreten. Mit der Wahl Hollensteins gelingt es der CVP hingegen, den vor zwei Jahren an die SP verlorenen Sitz zurückzuerobern. Hollenstein übernimmt voraussichtlich die Finanzdirektion und tritt das Amt am 23.Mai an, nach der Vereidigung im Kantonsrat.

Wie die ersten Reaktionen zeigen, sieht die kantonale SVP-Leitung keinen Anlass, nun einen gemässigteren Kurs einzuschlagen. Präsident Peter Good führt den Misserfolg auf die fehlende bürgerliche Einheit zurück. FDP-Parteipräsidentin Doris Fiala betrachtet das Ergebnis als Quittung der FDP-Wähler für die radikale Politik der SVP etwa in der Europa- und in der Armeefrage. Kritik innerhalb der SVP regt sich bis jetzt nur auf eidgenössischer Ebene. Nationalrat Max Binder äusserte sich kritisch zu Stilfragen und zu Nominationsverfahren innerhalb der SVP.

Wer Hollensteins Sitz im Winterthurer Stadtrat erbte, entschied sich im 2. Wahlgang am 10. Juli 2005. Mike Künzle, Fraktionschef der CVP im Gemeindeparlament, verteitigte den Sitz seiner Partei in der Winterthurer Exekutive.

Anlässlich der kantonalen Erneuerungswahlen 2011 wurde Regierungsrat Hans Hollenstein abgewählt. Er ereichte mit seiner Stimmenzahl wohl das absolute Mehr, fiel aber als 8. und somit als Überzähliger aus der Wahl. Der Grüne Martin Graf aus Effretikon verdrängte Hollenstein. Somit war neu die Grüne Partei wieder in der kantonalen Regierung vertreten, die CVP nicht mehr.

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