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Kaffeerösterei Küng & Co. AG

01.06.1920

Küng & Co. AG

St. Gallerstr. 129

8404 Winterthur


In der Kaffeerösterei Küng in der Grüze wird seit bald 100 Jahren Kaffee geröstet. Aus rund 50 Tonnen Kaffeebohnen werden jährlich 42 Tonnen trinkfertigen Küng-Kaffee hergestellt.

Foto: winbib (Signatur 042082)

Gründung

Am 1. Juni 1920 startete das neue Unternehmen Küng & Marti, Kaffee und Essenzenfabrik, in der Grüze in Oberwinterthur. Gründer waren "Hans" (Johann) Küng (1893-1983) und Josef Marti. Hans Küng, ehemaliger Lehrer und Schabzigerverkäufer, zog aus dem Glarnerland nach Winterthur und war an der Kirche St. Peter und Paul Organist. Marti übernahm die technische Leitung und war als Essenzsieder tätig.

Hans Küng-Stähler widmete sich der Geschäftsleitung und trieb die Entwicklung des jungen Unternehmens voran. Das Wohn- und Fabrikgebäude in der Nähe des Bahnhofs Grüze kauften sie einem Altwarenhändler ab und funktionierten die Räumlichkeiten in eine Kaffee-Rösterei um. Nach gut einem Jahr verliess der Kompagnon Marti die Firma, die nun Hans Küng der Erste alleine weiterführte.

Foto: Sammlung HB (CC BY SA 4.0)

Entwicklung

Seither sind bald 100 Jahre vergangen und in der Grüze wird von der Familie Küng noch immer Kaffee geröstet. Aus dem Kamin des alten Backsteingebäudes verteilt sich der Kaffeeduft auch auf die Nachbarschaft.

Reklamationen hat es aber über all diese Jahre nie gegeben. Wer stört sich denn am feinen Kaffeearoma!

Während weltweit über 100 Millionen Beschäftigte in der Kaffeebranche arbeiten, sind es in der Grüze nebst dem Patron vier Teilzeit-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter. Die Kaffeebohnen werden in sechs verschiedenen Röstgraden verarbeitet.

Der dunkle Espresso wird knapp 20 Minuten im Röster veredelt, während der mildere Wiener Kaffee nur etwa 15 Minuten benötigt. Verwendet werden Bohnen, ausschliesslich höchster Qualität, aus Indien, Kolumbien, Brasilien, Ecuador, Guatemala, Peru, Äthiopien, Australien, Indonesien und Vietnam. Sortenreiner Kaffee und auch eigene Mischungen gehören zum Verkaufsprogramm. Die Kaffeerösterei Küng hat sich spezialisiert auf die Belieferung von Gastrobetrieben und von Firmen vor allem in der Umgebung.

Aber auch der Direktverkauf an eine immer grösser werdende Privatkundschaft ist zu einem festen Standbein der Firma geworden.

Foto: winbib (Signatur FotDig_Lb_002-533)

Nachfolgegenerationen

Per 1. Januar 1923 wurde aus der Firma die Küng & Co. Kaffee-Essenzfabrik und knapp 30 Jahre später am 28. März 1952 kam es zur Gründung einer Aktiengesellschaft: Küng & Co. AG, Kaffee-Grossrösterei, Winterthur-Grüze.

Am 1. September 1968 übernahm der Sohn des Firmengründers Hans Küng-Sichler (1921-1970) das Zepter. Nach Matur und während der Handelslehrerausbildung erging an ihn der Ruf ins väterliche Geschäft zurückzukehren. Seine Schwester war gestorben.

Seine Arbeitskraft wurde benötigt. Hans Küng der Dritte (*1950) besuchte die Handelsschule in Sarnen und bereitete sich als Praktikant im Hause Volkart vor ins Kaffeegeschäft einzusteigen. Nach längeren Aufenthalten im Welschland und in Frankreich (Paris) trat Hans Küng-Tourret ins Familienunternehmen ein, deren Leitung er 1986 übernahm. In den Jahren 1988/89 wurden das Haus und die Einrichtungen total renoviert.

1990 sprach ihr der Zürcher Heimatschutz für den Umbau der Kaffeerösterei den Heimatschutzpreis zu. Unterdessen bereitet sich die vierte Generation vor, das Traditionsunternehmen weiterzuführen. Sabrina Küng (*1979) ist, nach ihrer Ausbildung und Tätigkeit als Informatik-Ingenieur, im Jahre 2013 ins väterliche Geschäft eingetreten. Sie möchte das Kaffeeunternehmen weiterführen.

Der Geschäftsgang von Küng-Kaffee wurde durch die Einführung des Kapselkaffees nicht beeinträchtigt. Entsprechende Befürchtungen trafen nicht zu. Im Gegenteil.

Foto: winbib (Signatur 042083)

Durch die Millionen schweren Werbungen des grössten Kapselherstellers wurde ein grösseres Interesse für einen guten Kaffee geweckt. Dabei musste sich Küng-Kaffee nicht verstecken. Rund 40 Kaffeeröstereien gibt es in der Schweiz, die alle ihre Spezialitäten weiterhin gut verkaufen.

Die Röstmaschine der Firma Küng ist zirka 70 Jahre alt. Das ist aber kein Nachteil. Der langsame, traditionelle Röstprozess garantiert die Qualität, für die Hans der Dritte eine hohe Messlatte setzt. Nicht zu vergessen ist auch die gute Dienstleistung die Kaffee-Küng den Vereinen und anderen Organisatoren bietet.

Man kann zu günstigen Konditionen Kaffeevollautomaten und Filterkaffeemaschinen mieten und damit am eigenen Anlass einen Top-Kaffee, eben einen Küng-Kaffee, anbieten.

KMU
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