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Galerieverein, Freunde des Kunstmuseums Winterthur

Sat Apr 19 00:00:00 UTC 1913

Der Galerieverein, Freunde des Kunstmuseum Winterthur, ist die Vereinigung der Förderer des Kunstmuseums Winterthur. Sein Ziel ist es, wichtige Kunstwerke für die Sammlung zu erwerben. Als Mitglied des Galerievereins gehört man automatisch auch dem Kunstverein an.

aus Jubiläumsschrift

„Im Juni 1911 war das Stadthaus Winterthur Austragungsort einer wichtigen, wenn auch nur drei Wochen dauernden Ausstellung mit 286 Werken vom 79 Künstlern aus Winterthurer Privatbesitz. Der gleiche Saal beherbergte vom Mai bis Juni 1913 die Schweizerische Kunstaustellung, während 1914 in der Kunsthalle eine gut besuchte Kollektivschau älterer Winterthurer Maler stattfand. Schliesslich bot das 1916 eröffnete Kunstmuseum Raum für eine umfangreiche Präsentation französischer Malerei. Diese vier Ausstellungen bildeten den kulturellen Hintergrund für die Gründung des Galerievereins und ebenso vielfältig wie ihre Themen waren die Ziele dieser Veranstaltungen; ästhetischer Genuss, Bildung und Beeinflussung des Kunstgeschmacks, lokalpatriotische Zurschaustellung und bisweilen Anreiz für Erwerbungen.“ (aus Festschrift „100 Jahre Galerieverein“)

Die Gründungsversammlung fand am 19. April 1913 statt. Die zehn Personen, die zur Gründung und zum Beitritt einluden war ein „Who’s Who" Winterthurs. Es waren dies Friedrich Imhoof-Blumer, Emil Ninck, Hermann Link, Gustav Keller-Bühler, Paul Reinhart-Sulzer, Arthur Hahnloser, Robert Corti-Weber, Paul Fink, Richard Bühler, Emma Sulzer-Forrer und Oskar Reinhart. Richard Bühler, der bereits Präsident des Kunstvereins war, übernahm auch das Präsidium des neuen Vereins. Bereits 61 Personen hatten den Beitritt ausgesprochen und waren gewillt jährlich insgesamt 3625 Franken zu spenden.

Da der Kunstverein nicht in der Lage war, für das im Bau begriffene neue Kunstmuseum aus eigenen Mitteln eine Sammlung aufzubauen, übernahm der Galerieverein diese Aufgabe. Der junge Verein engagierte sich für Künstler wie Bonnard, Redon, Renoir und Hodler. Einen Höhepunkt bildete 1952 die Erwerbung des grossformatigen Seerosenbildes von Monet. In den letzten Jahrzehnten kamen Werke von Bishop, Mario Merz, Richter, aber auch von Celmins, Genzken und Marisa Merz und anderen dazu.

Das 100-Jahr-Jubiläum feierte der Galerieverein mit einer Ausstellung, die wichtige Erwerbungen – graphische Arbeiten, Bilder und Skulpturen – vereinigt. Dass der Jubilar jung geblieben ist, bezeugt die Aussenskulptur von Richard Deacon (zwischen Altbau und Erweiterungsbau auf der Seite Lindstrasse aufgestellt), die für diesen Anlass in Auftrag gegeben wurde und die zur Geburtstagsfeier enthüllt wurde Der Galerieverein war und ist die Triebkraft, dass die heutige Sammlung des Kunstmuseums Winterthur eine grosse Bedeutung erlangen konnte. Er hat in den ersten hundert Jahren der Sammlung des Kunstmuseums Winterthur 73 Gemälde, 32 Plastiken, über 100 Zeichnungen sowie unzählige druckgrafische Blätter und zwei Dutzend Mappenwerke überlassen. Darunter sind auch Werke von den berühmtesten der Berühmten (nebst den bereits genannten): Anker, Beckmann, Bonnard, Braque, Corinth, Gubler, Utrillo und Vallotton.

Als Quelle dieses Glossar-Artikels diente die Jubiläums-Schrift „100 Jahre Galerieverein Freunde des Kunstmuseums Winterthur“ erschienen 2013.

Kultur
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