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Männerchor Frohsinn Seen

Tue Aug 09 00:00:00 UTC 1887

Am 1. Januar 2012 startete der neue Männerchor Winterthur-Seen seine Aktivitäten. Dieser Neubeginn war möglich durch den Zusammenschluss der traditionsreichen Seemer Chöre: Männerchor Seen (1844-2011) und Männerchor Frohsinn Seen (1887 – 2011). Ein Rückblick auf die bewegte Geschichte des Männerchor Frohsinn Seen.

Der Männerchor „Frohsinn“ Seen wurde am 9. August 1887 im Restaurant Mattenbach gegründet. Einer dieser Gründer war Jakob Peter. Er war erster und langjähriger Präsident und er verstand es auf meisterhafte Weise und mit zäher und unermüdlicher Ausdauer, den jungen Verein über die ersten beschwerlichen Klippen hinweg zu steuern und dem Chor in kurzer Zeit ein geachtetes Ansehen in der damals noch selbständigen Gemeinde Seen zu verschaffen. Der erste Vorstand bestand zudem noch aus dem Aktuar Johann-Jakob Bölsterli und dem Kassier Julius Stoll. Als erster Dirigent wurde Jakob Meili, Schumacher gewählt. Bereits am Ende des Gründerjahres, an der Silvesterfeier in der Kirche, kam der junge Verein zu seinem ersten Auftritt. Das prächtig gesungene Lied „Still ruht die Erde“ brachte den Sängern viel Lob und Sympathie ein. Als dann im Winter 1888 eine wohlgelungene Abendunterhaltung mit dem grossen Theater «Die Hexe von Gäbistorf» im vollbesetzten Saal der «Sonne» über die Bühne ging, durfte man annehmen, dass der junge Verein seine Daseinsberechtigung im Dorfe Seen bewiesen hatte. Bereits 1890 wurde eine erste Fahne eingeweiht und am Sängerfest in Marthalen im Juni 1890 mitgeführt. Eine zweite Fahne folgte 1908.

Im Jahre 1900, also 12 Jahre nach der Gründung, zählte der Verein bereits 160 Mitglieder. Besondere Verdienste um den Verein hatte sich Lehrer Forster erworben. Er führte den Männerchor Frohsinn nicht nur erfolgreich an zahlreiche Sängerfeste, sondern organisierte mit ihnen 1903 ein eigenes Sängerfest in Seen.

Unter Ernst Merkli, der seinen langjährigen und beliebten Vorgänger Jakob Peter im Präsidium inzwischen abgelöst hatte, feierten die Sänger 1912 das 25-jährige Jubiläum. Der Verein zählte damals 47 Aktiv-, 105 Passiv-, 4 Frei- und 10 Ehrenmitglieder. In den folgenden Jahrzehnten der politisch und wirtschaftlich schwierigen Lage hatte der Verein manches auf und ab zu bewältigen. Das Vereinsschifflein konnte aber in Fahrt gehalten werden. Das war im besonderen Lehrer Heinrich Heusser, Sennhof, zu verdanken, der 40 Jahre lang für den Verein wirkte.

Nach dem Krieg regten sich die Geister jedoch rasch wieder, und schon 1948 schritt man zu neuen grossen Taten, galt es doch die dritte Vereinsfahne einzuweihen. Es war ein herrlicher Anlass, der es ermöglichte, das Schweizerische Arbeitersängerfest in Genf zu besuchen, verbunden mit einer Reise ins Wallis auf den Gornergrat.

Bis Ende 1975 fanden die Gesangsproben im Saal des Restaurants Krone statt. Anfang 1976 wechselte man in den Singsaal des Schulhauses Steinacker.

Nachdem 1982 beschlossen wurde aus dem SAS (Schweizer Arbeiter-Sängerverband) auszutreten, wurde fünf Jahre später der 100. Geburtstag des Männerchors Frohsinn gefeiert. Sie war verbunden mit der Einweihung einer neuen Fahne. Im Jahre 2004 übergab der Dirigent Werner Vetter die Chorleitung Ruedi Graf. Dieser kam vom Männerchor Liedertafel Winterthur, der aufgelöst wurde. Manche Sänger konnte er mitbringen, sodass der Seemer Chor Verstärkung und neuen Schwung erhielt. 1971 wurde zum letzten Male die zuvor immer stark besuchten Abendunterhaltungen mit Theateraufführungen durchgeführt. Wie überall bei Gesangssektionen kämpfte man auch beim Frohsinn-Chor um Nachwuchssänger. Dasselbe galt auch für den zweiten Männerchor in Seen. So kam es schliesslich zum Zusammenschluss. Am 22. Februar 2012 wurde der neue Männerchor Winterthur-Seen gegründet. Nach stolzen 125 Jahren gab es den Männerchor Frohsinn Seen nicht mehr.

Dieser Glossar-Artikel basiert auf einem zweiteiligen Bericht, der im Seemer Bote erschienen ist. Verfasser waren Emil Koller und Paul Meyer.

Präsidenten
Dirigenten
1887-1909
Jakob Peter
1887-1888 Jakob Meili


1889-1902
Lehrer Angst


1903
Lehrer Forster
1910-1912
Ernst Merkli
1904-1911
Lehrer Bär
1913-1918
Ernst Peter
1912-1924
Lehrer Arbenz
1919-1921
Gottlieb Bolliger


1923-1925
Hans Huber
1925-1931
Herr Greutert
1926-1929
Heinrich Bachofner


1930-1931
Hans Brunner


1932-1934
Emil Schaufelberger
1932-1934
Paul Bregenzer
1935-1946
Eugen Krippel
1934-1972
Heinrich Heusser
1947-1950
Hans Rüegg


1951-1956
Hans Rupper


1957-1960
Arthur Wernli


1961-1971
Walter Marti


1972-1975
Werner Rupper
1973-2003
Werner Vetter
1976
Arthur Wernli


1977-1982
Werner Krebser


1983-1992
Emil Koller


1993-1998
Hans-Rudolf Baur


1998-2010
Arnold Fischer
2004-2012
Ruedi Graf
2011-2012
Paul Meyer (Vizepräsident)


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