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Restaurant Platte - Kino Rex Veltheim

1863

In Veltheim gab es einmal ein Kino. An der Bachtelstrasse 25 wurde im Restaurant Platte gewirtet und dahinter, Zugang über den Hof, wo zuvor ein Festsaal für die Vereine zur Verfügung gestanden hatte, war ein Kinosaal eingerichtet.

Stahlstich nach einer Darstellung von R. Dikenmann Zürich

Johannes Liggenstorfer, ein Veltheimer Zimmermann, erbaute 1863 an der Bachtelstrasse 25 ein Wohnhaus, welches er Kantonsrat und Gemeinderatspräsident Heinrich Ernst verkaufte. Ernst hatte früher auf dem „Löwen" gewirtet. 1965, begann er in der „Platte“ zu wirten. Er baute eine Trinklaube samt Kegelbahn an. Das Restaurant „Zur Platte“ gewann weit herum Ansehen und Bekanntheit. Trotzdem musste der Wirt 1871 Konkurs anmelden. Ernst verreiste, niemand wusste wohin. 1872 wurde die Liegenschaft vergantet.

Foto: winbib

Ein Wirtenachfolger verstand es nicht den Betrieb zu halten, so dass das Wirtshaus ein paar Jahre leer stand. 1878 wurde die Liegenschaft durch Förster Heinrich Keller aus Truttikon erworben. Seine Frau und er wirteten auf der Platte bis 1909. Anschliessend liess der neue Besitzer Jakob Sonderegger 1910 die Kegelbahn abtragen. An ihrer Stelle richtete er den grossen Plattensaal ein. Die grossen Unterhaltungsabende der Dorfvereine fanden nun in diesem prächtigen Saal statt. Mehr als 400 Quadratmeter gross war der Saal, in dem mannigfaltige Anlässe aller Art, sogar Boxwettkämpfe stattfanden. Das Restaurant wurde auch Stammlokal der Veltheimer Turner. Aber bereits 1911 war wieder Schluss, Konkurs war angesagt. Die nächsten Besitzer und Wirte wechselten fortan fast jährlich. 1916 wurde elektrisches Licht installiert und 1921 erhielt der Saal eine neue Bühne.

Foto: winbib

1923 kaufte die Falkenbrauerei aus Schaffhausen das Restaurant und baute es um. Der gute Ruf des Restaurants zur Platte kam unter dem Pächter Karl Schäfer wieder zurück. Doch bereits 1929 gab der Besitzer nach dem schwarzen Freitag den Betrieb wieder auf. Es folgten noch mehrere Wechsel und Veränderungen. 1947 wandelte Max Koch den Saal in ein Kino um. Dieses wurde 1958 von der Cinema Rex AG übernommen, Am 1. Oktober 1963 schloss das Restaurant für immer und 1973 lief der letzte Film im Rex. Der Hausteil an der Bachtelstrasse wurde durch ein Wohn- und Geschäftshaus ersetzt. Eine Denner-Filiale zog ein, dann kam ein Fitnessclub, später die Papiermanufaktur, die die Koordinationsstelle für Arbeitsprojekte des Arbeitsamts Winterthur eingerichtet hatte. Auch eine Chemische Reinigung fand an dieser Stelle ein neues Geschäftsfeld.

Dahinter entstehen im ehemaligen Kinosaal Wohnungen.

2014 wurde der Baukomplex des ehemaligen Fest-, Theater-, Turn- und Kinosaals in Wohnungen umgebaut. Fünf grosse Loftwohnungen lassen die neuen Besitzer Peter Uhlmann und Beat Erb aus Dinhard durch die Winterthurer Architektengruppe 4 entstehen.

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