w i n t e r t h u r - g l o s s a r . c h


Paul Reinhart AG

1788

Reinhart Paul AG

Baumwolle

Technikumstr. 82

8401 Winterthur


Paul Reinhart AG, gegründet 1788, ist eine der ältesten heute noch existierenden Firmen Winterthurs. Baumwolle ist seit jeher ihr Handelsgut.

Portrait Johann Caspar Reinhart (Nr. 94; 1798-1871)

Johann Caspar Reinhart (Nr. 94; 1798-1871), geboren am 27.3.1798 in Winterthur, verstorben 5.9.1871 in Winterthur. Sohn des Abraham Reinhart (Nr. 79; 1772-1832), Kaufmanns, und der Anna Marie geb. Geilinger. Heirat 1) 1823 Anna Dorothea Künzli, Tochter des Jakob, Adoptivtochter des Christoph Blum, Heirat 2) 1835 Bertha Juliana Hess, Tochter des Christian Heinrich, von Zürich. Reinhart besuchte die Stadtschule in Winterthur unter Rektor Troll und anschliessend das Gymnasium in Aarau. Kaufmännische Ausbildung in Genf, Bordeaux und London. Eintritt in die von seinem Grossvater mütterlicherseits und Christoph Blum gegründete Baumwollhandelsfirma Geilinger & Blum in Winterthur, ab 1823 Teilhaber. 1832-1839 Grossrat des Kantons Zürich, setzte sich als solcher für die Gleichberechtigung von Stadt und Land ein. Er sprach z.B. am Tag von Uster, der Volksversammlung vom 22.11.1830. 1836-1845 Mitglied des Schulrats in Winterthur, 1838 war er Präsident der Winterthurer Kaufleute. Im Quartierverein Steinberggasse war er 1828 Aschermittwochmeister. Er war auch Feuerschauer und Mitglied der städtischen Polizeikommission. Eine Wahl in den Stadtrat lehnte Reinhart 1833 ab.

Der alte „Heiligberg“, Wohnsitz J.C. Reinhart

J.C. Reinhart: “Es ist wohl der angenehmste Sitz im ganzen Umkreis von Winterthur“.

Der Liegenschaftenkomplex „Heiligberg“ war zuvor ein Kloster und zwar ein Chorherrenstift der Augustiner-Regel, gegründet 1225 vom Grafen von Kyburg. Sieben kleinere Gebäulichkeiten mit Hof und Garten, sowie Kirchlein und Kirchhof, gehörten dazu. Das Kloster wurde 1528 säkularisiert und das Kirchlein zwei Jahre später abgebrochen. Die Stadt verkaufte im Laufe der folgenden Zeiten die Güter an verschiedene Bürger, z. B. 1570 an einen Junker Franziskus von der Fontanella (Mendrisiotto). 1620 war ein Jörg Sulzer Besitzer des »Heiligberg«, 1683 Hans Georg Ziegler, des großen Rats, 1784 Heinrich Ziegler »auf dem Berg«, 1809 alt Amtmann Ziegler, 1818 Christoph Blum, durch dessen Pflegetochter das Landgut erblich auf Reinhart überging. Dieser wandte viel Mühe und Geld darauf, den Sitz zu vergrößern und möglichst angenehm zu gestalten. Das Haus wurde 1909 abgebrochen.

„Geilinger & Blum“ handelte mit Baumwollgarnen und –tüchern. Der Export war stark nach Kleinasien orientiert. Nach Überwindung einer schweren Krisis in den Jahren 1846-1848 gab Johann Caspar Reinhart der Firma neue Richtlinien, in dem er dem Garn- und Tücherhandel 1848 ein Agenturgeschäft in Rohbaumwolle aus Amerika und Ägypten angliederte und in den späteren Jahren ausschliesslich diesen letzteren Geschäftszweig betrieb und weiter ausbaute.

Es war vor allem seine zweite Gattin Bertha Juliana Reinhart-Hess gewesen, die ihren Mann über die schwere Zeit der grossen Verluste hinweg half und auch ihr persönliches Geld in den Wiederaufbau des Unternehmens steckte. Und es gelang Reinhart, seine Firma zu sanieren und in eine neue Zukunft zu führen.

Zu seinen Mitarbeitern erkor Johann Caspar Reinhart seinen dritten Sohn, Paul Reinhart-Sulzer I. (Nr. 115; 1836-1902), der 1859 Teilhaber wurde und August Hahnloser-Wirth (1837-1905), während er seinem zweiten Sohn Louis (Nr. 113; 1828-1900) 1856 eine Zweigfirma „Louis Reinhart“ in Le Havre errichtete und ihn 1865 zum Associé ernannte.

Portrait von Paul Reinhart-Sulzer I. (Nr. 115; 1836-1902)

Geboren am 7.7.1836 in Winterthur, verstorben am 1.3.1902 in Winterthur. Sohn des Johann Caspar und der Bertha Juliana geb. Hess. Bruder des Theodor Reinhart (Nr. 122; 1849-1919; späterer Inhaber der Gebr. Volkart). 1853-1856 Lehre im väterlichen Geschäft, der Baumwollhandelsfirma Geilinger & Blum. 1856-1858 in Charleston (South Carolina), 1858-1859 in Alexandria (Ägypten). Nach der Rückkehr 1859 Teilhaber der Firma Geilinger & Blum, die 1889 in Paul Reinhart & Cie. (heute Paul Reinhart AG) umbenannt wurde. Bis 1899 Leitung des Unternehmens.

"Paul Reinhart I. zählte zwölf Jahre, als die Krisis über das väterliche Unternehmen hereinbrach. So war er vielleicht dasjenige Kind von Caspar Reinhart, das den finanziellen Rückschlag, den die väterlichen Unternehmungen erlitten, am herbsten an sich erfahren musste. Seine direkten Nachkommen wissen noch zu erzählen, welch knappes Regime damals im »Heiligberg« und »Steinberg« befolgt wurde. Süssigkeiten, mit denen die Kinder von heute verwöhnt werden, waren nie zu sehen. Der junge Paul hatte daher auch kein Verlangen darnach. Freilich, wann er etwa beim Anlass des Sommer- und Herbstumzugs mit eigenen Händen die Zwetschgenmus-Töpfe vom Hügel in die Stadt hinuntertragen musste, ohne an ihrem leckeren Inhalt rühren zu dürfen, war das doch eine bittere Sache. Der »Znüni« war dem Primarschüler ein unbekannter Genuss. Einmal jedoch wollte er davon kosten und erbettelte von einem Kameraden ein Stück Brot. Eine empfindliche Strafe zu Hause war der nachträgliche Lohn für diese Freiheit.

Paul Reinhart, der sonst gute Schüler, stand mit dem Fachlehrer Hiseli auf ungutem Fusse. Dieser gab ihm eine Französisch-Note, die das gegenseitige Verhältnis bestens illustrierte. Der Vater jedoch ließ keine Gründe der Rechtfertigung gut sein, sondern strafte den Sohn damit, dass er ihm die Teilnahme an der großen Schüler-Ferienreise verbot.

Trotz oder vielleicht gerade dank solchen Vorkommnissen hatte Paul Reinhart für seine Eltern stets eine hohe Verehrung. Die strenge Zucht sollte auch im späteren Leben ihre guten Früchte zeitigen. Nach Absolvierung der Primar- und der Gewerbeschule kam der Knabe zur sprachlichen Ausbildung 1852 in eine Herrnhuter-Pension in Lausanne, woselbst er im folgenden Jahre konfirmiert wurde.

Nach Hause zurückgekehrt, trat er alsbald in die Lehre im väterlichen Geschäfte. 1856 zog er in die Welt hinaus, um sich die im Baumwollhandel so notwendige Branchekenntnis anzueignen. Er hielt sich mit Unterbruch zwei Jahre in Amerika (Charleston, Süd-Karolina) auf, hernach in Ägypten, wo er mit 31 weiteren Landsleuten Begründer des Alexandriner Schweizerklubs ward. Der Klub nannte sich »Helvetia« und erwählte in der Gründungssitzung Paul Reinhart zu seinem Aktuar.

Nach Hause zurückgekehrt, wurde Reinhart 1859 Teilhaber von Geilinger & Blum. Als solcher machte er in den folgenden Jahren weitere Reisen nach Österreich, Deutschland, Frankreich, Belgien und England. Daneben widmete er sich als patriotisch gesinnter junger Mann dem Waffendienst. Schon als Kadett war er bei den Trompetern gewesen. Nach seiner Rückkehr aus Amerika, zunächst in den damaligen Batterien 4 und 37 tätig, wurde er während der Grenzbesetzung 1876/71 Hauptmann. Er avancierte weiter bis zum Oberstleutnant, welchen Grad er bis 1884 als Stabschef der VII. Artilleriebrigade im Auszug und hernach im Etappendienste bekleidete. Als 1878 gegen das Musikkorps der Winterthurer Kadetten sanitarische Bedenken geltend gemacht wurden, war es Oberstleutnant Reinhart, der dem Korps seinen Schutz angedeihen liess. In humorvoller Weise demonstrierte er ad oculos im damals neu gegründeten »Tagblatt der Stadt Winterthur« die Gesundheit der gewesenen Kadettentrompeter.

Im Zusammenhang mit der Freude am Militärwesen stand bei dem robusten Manne die Liebe zu den heimatlichen Bergen. Paul Reinhart war seit 1879 Vorstandsmitglied, seit 1891 Präsident der Sektion Winterthur des Schweizerischen Alpenklubs. Oft empfing er die Winterthurer Bergfreunde zu geselligen Festen im neuen »Heiligberg«. 1900 trat er in den Zentralvorstand des SAC über."

Mit einem grosszügigen Legat hatte Paul Reinhart den Bau einer zweiten Clubhütte der Winterthurer Sektion des SAC ermöglicht. Die Reinhart-Hütte (heute Punteglias-Hütte) konnte 1908 eingeweiht werden. Die Hütte ist noch heute Eigentum der Sektion Winterthur und thront hoch oben über Trun in nördlicher Richtung auf einem Felskopf. Sie ist umringt von einer eindrücklichen Bergkulisse aus Piz Ner, Piz Tschietschen, Piz Posta Biala, Piz Urlaun, Piz Frisal und Brigelserhörner, die sich um den Glatscher da Punteglias gruppieren. Nach Süden öffnet sich der Blick ins Vorderrheintal und das weitreichende Bergpanorama. Die Camona da Punteglias ist der Bünder Ausgangspunkt für die Besteigung des Tödi sowie zahlreicher anderer anspruchsvoller Berg- und Skitouren.

"Im Jahre 1867 hatte Paul Reinhart sich mit Ida Sulzer, der Tochter des Giessereibesitzers Jakob Sulzer (Gebrüder Sulzer) und der Marie Louise Hirzel, verehelicht. Die junge Familie war vorerst wohnhaft im Hause zum »Warteck« (Rudolfstraße). An einem stürmischen Novembertag des Jahres 1875 konnten sie jedoch ihren Einzug halten in die neu erbaute Villa »Heiligberg«. Die Villa barg u. a. eine Sammlung wertvoller Bücher und Manuskripte aus der literarischen Vergangenheit Zürichs. Dieselbe stammt von den Vorfahren der Frau Berta Reinhart-Hess. Paul Reinhart-Sulzer war 1884 bis 1902 Mitglied des Verwaltungsrates der »Bank in Winterthur« (jetzt UBS). Er gehörte auch dem Verwaltungsrat der Nordostbahn an, sowie dem Zürcher Handelsgericht." (nach einem Text aus „Die Familie Reinhart in Winterthur,1922, Hauser und Fehr)

In der Folgezeit nahm die Firma dank unermüdlichem Fleiss und klarem Geschäftssinn der Inhaber eine stetig wachsende Entwicklung. 1869 wurde der Sitz des Geschäfts in einige Parterreräume des neuerstellten Gebäudes der „Bank in Winterthur“ (heute UBS an der Stadthausstrasse) verlegt. Ab 1900 ist die Firma im ersten Stockwerk des Hauptpostgebäudes (Nordflügel) untergebracht.

Während das Unternehmen früher ausschliesslich das Geschäft mit roher Baumwolle als Verkaufsagent führender amerikanischer und ägyptischer Verschifferfirmen für den europäischen Kontinent kommissionsweise betrieb, wandte sie sich im Laufe der Zeit mehr und mehr dem reinen Händlergeschäft in Rohbaumwolle aller Sorten und Provenienzen zu. Paul Reinhart & Cie. tritt somit als Grosskäufer von Baumwolle auf in den USA, in Ägypten, Brasilien, Argentinien, Mexiko und Haiti, ferner im belgischen Kongo, in Ost- und Westafrika, in Kleinasien und Persien. Eine über ganz Europa sich erstreckende Vertreterorganisation sorgte für den Verkauf der Ware. In der Schweiz erarbeiteten sie die Offerten der Firma Gebrüder Volkart für indische, chinesische und zum Teil auch amerikanische Baumwolle.

Portrait von Dr. Albert Reinhart-Ganzoni (Nr. 152; 1894-1977)

Nach dem Besuch der Schulen in Winterthur und Studium in Lausanne und Zürich schloss Albert Reinhart an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät mit dem Doktorexamen ab ((Doctor rerum cameralium /Doktor der Staatswirtschaftskunde). Nach längeren Auslandaufenthalten und der Verheiratung mit Lili Ganzoni trat er 1922 in die väterliche Firma Paul Reinhart & Cie. ein. Er präsidierte die Winterthurer Handelskammer, war im Bankrat der ZKB und im Vorstand des SAC, der Literarischen Vereinigung, des Galerieverein, in der Bibliothekkommission und in der Schweizerischen Bibliophilen Gesellschaft (Liebe zum Buch).

Paul Reinhart & Cie. stand in einem engen Verhältnis zu ehemaligen Havreser Zweigfirma, der späteren „Société d’Importation et de Commission, ancienne maison Louis Reinhart" und dann später zur Exportfirma in ägyptischer Baumwolle, Reinhart & Co. Alexandrien, deren Generalvertretung für Zentraleuropa sie innehatte.

Die französische Stadt Le Havre mit ihrer günstigen Hafenanlage war schon vor langer Zeit einer der bedeutendsten europäischen Baumwollmärkte. Sie wurde mit Liverpool zusammen in einem Atemzug genannt. Der Baumwollhandel in Winterthur deckte um jene Zeit noch vorwiegend den Bedarf der Spinner. Grössere Umsätze waren natürlich in Le Havre zu erreichen, an der Baumwollbörse, wo die Preise für den nordwestlichen Kontinent festgesetzt wurden. Dieser Erwägung Folge leistend, richtete Caspar Reinharts jüngerer Bruder Abraham IV (96; 1802-1871), Kaufmann zur »Insel«, ums Jahr 1852 in Le Havre eine Zweigfirma seines Winterthurer Baumwollgeschäftes ein. Abrahams ältester Sohn Emil Reinhart (116; 1839-1907), der zuerst Angestellter war und sich später unter dem eigenen Namen etablierte, hatte geschäftliche Misserfolge, die ihn nötigten, zu liquidieren und Le Havre zu verlassen. Er zog mit seiner Familie nach Neuchâtel.

Nach dem Caspar Reinhart, nach überstandener Orientkrisis, sich mit allen verfügbaren Mitteln und Kräften dem Handel mit Rohbaumwolle zugewandt, war auch für ihn der Markt in Le Havre in den Vordergrund des Interesses gerückt. Sein Sohn Louis (Nr.113; 1828-1900) aus erster Ehe hatte sich für den Ingenieurberuf entschieden und zu diesem Zwecke 1845-1848 an der »Ecole centrale des Arts et Manufactures « in Paris seinen Studien obgelegen. Er verließ das Institut mit dem Ingenieurpatent. Da er nun aber auch des Französischen mächtig geworden, sah der Vater in ihm den geeigneten Mann für die Wahrung und Förderung seiner Geschäftsinteressen in Le Havre. Ungern gab Louis den erlernten Beruf auf, um sich zur kaufmännischen Ausbildung in das Baumwollhaus des Onkels Abraham in Le Havre stecken zu lassen. Doch die Pläne des Vaters waren noch weiter gediehen. Gerade dieses Geschäft, dem Abraham offenbar nicht genügende Sorgfalt angedeihen lassen konnte, erkaufte er 1856 von seinem Bruder, mit Geldern aus der Firma Geilinger & Blum, und taufte es um in »Louis Reinhart«, Le Havre.

Allerdings war dieses noch abhängig von Geilinger & Blum in der Vaterstadt. Nachdem er sich erst tüchtig eingearbeitet hatte und sein Fortkommen gesichert sah, führte Louis Reinhart, der nun ein ganzes Leben in der französischen Hafenstadt vor sich hatte, eine Tochter des sankt-gallischen Rheintals, Amelie Elisabeth Gruber, als Gattin in sein Haus.

Das geschäftliche Unternehmen — Import von Baumwolle und Kaffee aus Brasilien und den Vereinigten Staaten — betrieb er mit Geschick. In St. Louis (USA) sass ein naher Verwandter der Familie, Eduard Forrer, als rühriger Vertreter. Louis durfte sich 1865 als Teilhaber von Geilinger & Blum melden, während er das eigene Haus in den 70er Jahren vom väterlichen unabhängig machte. Seine beiden Söhne Louis (131 1859-1910) und Gustave (133; *1863) erzog er für den Kaufmannstand und nahm sie in sein Geschäft. Dieses wandelte er 1899 in eine Aktiengesellschaft um mit der Ragion: SociAd d' Importation et de Commission, ancienne Maison Louis Reinhart, Le Havre. Es beteiligte sich mit einem Drittel des Betriebskapitals die Firma Mc. Fadden d Brothers in Philadelphia. Nur noch ein Jahr konnte Louis Reinhart die neue Gesellschaft präsidieren. Als er 1900 starb, trat sein gleichnamiger Sohn in die Lücke. Seit dessen Hinschied (1910) ist der zweite Sohn Gustave Reinhart (Nr. 133; *1863) Präsident. In sein Handelshaus hatte Louis Reinhart, Vater, auch seinen jüngsten Stiefbruder Kaspar Friedrich Reinhart (Nr. 125; 1854-1878), den letzten Sohn von Reinhart-Hess, aufgenommen. Dieser wurde 1878, noch nicht 23jährig, vom Typhus hinweggerafft.

Während so die Nachkommen von Louis Reinhart in Nordfrankreich verankert blieben und Paul Reinhart zum Nachfolger von Geilinger & Blum wurde, warf schon die nächstjüngere Generation wieder neuen Anker aus und gründete einen neuen Geschäftssitz. Es war der 1873 geborene dritte Sohn des Obersten Paul Reinhart, Alfred (Nr. 137), vorher tätig bei seinem Vater (Paul Reinhart & Co.), der 1907 in Alexandrien ein Baumwollhaus eröffnete.

Die geschäftlichen Beziehungen von Geilinger & Blum mit Alexandrien reichten in die Zeit, da der bedrängte J. C. Reinhart-Heß 1849 nach der Krisis dorthin gereist war, um den Handel mit Rohbaumwolle anzubahnen. In Ägypten hatten seither auch die beiden Paul Reinhart (115 und 134) das Baumwollfach studiert, desgleichen Alfred Reinhart. Dieser gründete nun die Firma »Reinhart & Co., Alexandrien«, die schon nach einem Jahr in eine britische Limited Co. umgewandelt wurde mit einer Filiale in Manchester. Hauptaktionär: Alfred Reinhart. 1911 trat der Gesellschaft auch Reinharts älterer Bruder Paul (134) in Winterthur bei." (Text aus „Die Familie Reinhart in Winterthur,1922, Hauser und Fehr)

Mit 1. Juli 1920 wurde die Aktiengesellschaft liquidiert und das Geschäft unter der früheren Firma Reinhart & Co. weitergeführt mit Alfred Reinhart (Nr. 137;*1873) als Chef und Paul Reinhart & Co. in Winterthur als Kommanditäre. In Manchester entstand, ebenfalls 1920, das Kaufhaus »Reinhart & Gilg«.

Die Geschäftszweige des Alexandriner Hauses, das eine der ersten Stellen auf dem Platz einnahm, waren: Export von Rohbaumwolle und Baumwollsamen, Versicherungen und etwas Import. .“ (Text aus „Die Familie Reinhart in Winterthur,1922, Hauser und Fehr)

Portrait von Alfred Reinhart, 1928-2012

Alfred Reinhart wurde 26. April 1928 in die Winterthurer Kaufmannsfamilie geboren. Sein Vater Albert Reinhart-Ganzoni führte das traditionelle Baumwollgeschäft Paul Reinhart & Cie. Im jungen Alter von 25 Jahren übernahm Alfred zusammen mit seinem älteren Bruder Rudolf 1953 die Verantwortung für das väterliche Baumwollgeschäft unter dem neuen Namen Paul Reinhart AG. Mit harter Arbeit, geschäftlichem Gespür, Zuverlässigkeit und Vertragstreue gelang den beiden Brüdern im Laufe der Jahre ein erfolgreicher Ausbau des Unternehmens zu einer der weltweit grössten Baumwollhandelsfirmen. Neben den geschäftlichen Aktivitäten war Alfred Reinhart auch militärisch sehr engagiert. Als Generalstabsoffizier und Oberst widmete er dem Militär praktisch seine ganze Freizeit. Nach dem 70. Altersjahr überliess der Geschäftsmann die Leitung der Firma mehr und mehr der nächsten Generation. Er blieb aber immer präsent und erschien bis zum letzten Lebensmonat täglich im Büro. Er verstarb am 14. Januar 2012.

In jüngster Zeit übernahm die 7. Generation die Führung des Traditionshauses Paul Reinhart AG. Es sind dies die Cousin Thomas Reinhart (*1987) und Jürg Reinhart (*1989).

Der Geschäftssitz des Unternehmens ist seit vielen Jahren im Hause Technikumstrasse 82 (Palace-Gebäude) Winterthur.

In jüngster Zeit übernahm die 7. Generation die Führung des Traditionshauses Paul Reinhart AG. Es sind dies die Cousin Thomas Reinhart (*1897) und Jürg Reinhart (*1989).

Der Glossar-Artikel über das Unternehmen Paul Reinhart AG folgt in weiten Teilen dem Buch „Die Familie Reinhart in Winterthur“. Die Verfasser Dr. Kaspar Hauser und Dr. Max Fehr publizierten es 1922.

Die Nummern bei den Personennamen entsprechen der Stammbaum-Nummerierung aus diesem Buch.

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