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Biedermann-Mantel Robert, Fabrikant, 1869-1954

Robert Biedermann-Mantel
1869
09.08.1954

FabrikantFabrikdirektor in Baumwollzwirnerei, Eisengiesserei Blumer & Söhne, Rorbas-Freienstein. 1901 Heirat in Riga mit Marie Luise Mantel. Er wohnte in der Villa Sonnenberg in Winterthur, die nach seinem Ableben der Stadt Winterthur geschenkt worden ist. Er interessierte sich für die Naturwissenschaften insbesondere die Schmetterlings- und Vogelkunde.

Foto: winbib (Signatur 170816)

Robert Biedermann- Mantel schloss am 9. August im Alter von 86 Jahren sein reiches irdisches Wirken als Industrieller ab. Nach dem Besuch der höheren Stadtschulen, der kaufmännischen Lehre und der weitern Ausbildung im Pariser Büro der Tücherexportfirma Fischer, Huber & Co. in Singapore trat Robert Biedermann 1901 in die Kollektivfirma Blumer-Biedermann ein, der er seither dank seiner fachkundlichen Ausbildung, seinem Weitblick und seiner Erfahrung mit Rat und Tat große Dienste geleistet hat.

Außerdem gehörte Robert Biedermann-Mantel der Aufsichtskommission der höheren städtischen Schulen, der Vorsteherschaft des Musikkollegiums und dem Verwaltungsrat der Hypothekarbank während langer Zeit an.

Eine ausgesprochene Neigung zu den Naturwissenschaften, namentlich zur Vogel- und Schmetterlingskunde, kommt in verschiedenen Publikationen in ausländischen Zeitschriften zum Ausdruck, nicht zuletzt auch in der hochherzigen Schenkung seines schönen Besitztums zum « Sonnenberg» beim Heiligberg an die Stadt. An diese Stiftung hat der Donator die Bedingung geknüpft, dass der Park als Reservat für die Vögel erhalten werden soll.

Um die Entwicklung der Baumwollspinnerei, Zwirnerei und Eisengießerei in Rorbas-Freienstein hat Robert Biedermann-Mantel entscheidenden Anteil. (aus Winterthurer Jahrbuch 1954)

Foto: winbib, Johann Linck (Signatur 170813)

Die SCHWEIZERISCHE PALAEONTOLOGISCHE GESELLSCHAFT würdigte 1954 das Ableben von Robert Biedermann an ihrer Jahresversammlung wie folgt:

Am 9. August 1954 wurde Robert Biedermann-Mantel im 86. Lebensjahre in seiner Vaterstadt Winterthur von seinem schweren Leiden erlöst.

Er war der Sohn von Dr. phil. Gustav Adolf Biedermann, dem Bearbeiter der Veltheimer Säugetierfunde, und der Emma geb. Imhoof, der Schwester des Numismatikers Dr. Friedrich Imhoof-Blumer. Robert Biedermann wurde Kaufmann und Teilhaber der Spinnerei Blumer & Biedermann in Freienstein (heute Blumer Söhne & Cie.).

Da er die Führung des Betriebes seinen Mitarbeitern Überliess und sich nur für wichtige Entscheidungen des Unternehmens interessierte, blieb ihm viel freie Zeit für andere Interessen. Neben der Freude an der Musik erbte er die Vorliebe für Naturwissenschaften sowohl von der väterlichen als auch von der mütterlichen Seite. Robert Biedermann wurde ein guter Pflanzen- und Vogelkenner. Sein Hauptinteresse galt jedoch den Schmetterlingen.

Er beteiligte sich an der Finanzierung von Sammelreisen nach Neuguinea und ins Amazonasgebiet. Von der letzteren Expedition beschrieb er neue Schmetterlingsformen in einer französischen Zeitschrift. Den naturwissenschaftlichen Sammlungen in Winterthur war er ein grosszügiger Freund. Robert Biedermann war in gewissem Sinne ein Fortsetzer der Liebhaber der Natur des 18. Jahrhunderts.

Aus diesem Geiste kamen seine Beziehungen zu zahlreichen naturwissenschaftlichen Gesellschaften, darunter auch diejenigen zur Paläontologie. Wir danken ihm dafür. (Nach Angaben von Prof. Dr. G. Geilinger, Winterthur.)

Industrielle
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