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Sportplatz Schützenwiese

Fussballclub Winterthur

Schützenwiese

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8401 Winterthur ZH

052 224 30 30


Die "Schützenwiese" ist seit der Gründung des FC Winterthur im Jahre 1896 der Trainings- und Wettkampfplatz des Fussballvereins. Die Geschichte dieses Fussballstadions hat viele Höhen und Tiefen zu vermelden. Sie ist somit auch eine Parallele zur Vereinsgeschichte des FCW.

Archiv FCW

Das städtische Areal der Schützenwiese dient dem FC Winterthur seit dessen Gründung 1896 als Trainings- und Wettkampfplatz. Die Betreuung des Sportplatzes war von Anfang an immer beim Club gemäss einem Pachtvertrag, letztmals abgeschlossen am 28. Dezember 1937. Er bekam dafür eine jährliche, stätische Subvention von Fr. 3000.- und zahlte einen Pachtzins von Fr. 1000.-. Der FCW musste erhebliche Mittel investieren so zum Beispiel von 1944 bis 1955 Fr. 112‘000.-. Die Einrichtungen vermochten nach der Mitte des 20. Jhdt. nicht mehr genügen. Die alte 1922 noch vom FCW erstellte Holztribüne rief dringend nach einer Erneuerung.

Bild: Archiv FCW

Architekt und FCW-Mitglied Hans Fischer aus Zofingen (früher Winterthur) projektierte eine Neuanlage. Am 25. Oktober 1958 konnte die an der westlichen Längsseite des Hauptspielfeldes gebaute, 2000 Zuschauer fassende Tribüne mit vorgelagerter Estrade eingeweiht werden. Das Tribünengebäude umfasste neben den Garderoben und den nötigen Infrastrukturräumen, einen Kiosk, eine Platzwartwohnung und im Untergeschoss drei Turnhallen. Auf der östlichen Seite des Stadions hatte der FCW bereits 1957 eine Stehrampe kombiniert mit 33 Garagen für PWs erstellt.

Bild: HR. Diggelmann

GGS: Genossenschaft Sportplatz Schützenwiese

Um den FCW von den Bau- und Verwaltungsaufgaben zu entlasten, wurde am 28. Dezember 1955 die „Genossenschaft Sportplatz Schützenwiese“ GGS gegründet, die dann Trägerin und Treuhänderin der Sportanlage wurde. Die GSS steuerte an die Baukosten Fr. 100‘000.- aus den Genossenschaftsanteilen und Gönnerbeiträgen bei. Die Finanzierung der mit Fr. 875‘000.- budgetierten Baukosten setzte sich zusammen aus dem Sporttotobeitrag von Fr. 350‘000.-, städtischen Beitrag à fonds perdu von Fr. 200'000.-, einem städtischen zinslosen Darlehen von Fr. 125‘000.- und einer Beteiligung von Fr. 60‘000.- am Genossenschaftskapital.

Im April 1962 wurde ein Kredit von Fr. 275'000.- für die Deckung der Mehrkosten beim Tribünenneubau und einen Ausbau der Umgebungsgestaltung in einer Volksabstimmung mit 5765 Ja gegen 9376 Nein abgelehnt. Einem Kredit von Fr. 41'200.- für den Ausbau der zwei Trainingsfelder mit Beleuchtung hinter der Tribüne wurde von Stadt- und Gemeinderat hingegen genehmigt. Die Pechsträhne für das Stadion Schützenwiese setzte sich auch 1965 fort. Einen Kredit von Fr. 195‘000.- für Verbesserungen des Besucherbereiches wurde an der Volksabstimmung vom 5. Dezember 1965 erneut mit 6678 Ja gegen 7813 Nein abgelehnt. 1968 bewilligte der Grosse Gemeinderat einen à fonds perdu Betrag von Fr. 200'000.- an die Kosten von 345'000.- für die Erstellung einer kompletten Beleuchtungsanlage (110‘000.- Hypothek ZKB, 35‘000.- FCW).

Erster Ausbauschritt – dringende Challenge League Massnahmen

Die Swiss Football League hatte bereits im Zusammenhang mit dem Lizenzverfahren 2012/13 für die Challenge League dringende Auflagen erlassen. Diese Massnahmen (Stadionbeleuchtung, Bauten für die Sicherheit des Spielbetriebs sowie fest installierte Sanitäranlagen und Verpflegungsstände) mussten bis Ende August 2013 umgesetzt sein. Der Stadtrat hatte diese gebundenen Ausgaben in der Höhe von Fr. 3.5 Mio. mit den Stadtratsbeschlüssen vom 15. August 2012 und 13. März 2013 bewilligt.

Foto: milad.ch

Zweiter Ausbauschritt – Ersatzneubau Gegentribüne

Die zweite Etappe -sie wurde 2014/15 umgesetzt- umfasste den Neubau der Gegentribüne. Diese Stehtribüne hat durch ihre Lage zwischen Sportfeld und Wintower eine grosse Bedeutung. Die langgestreckte Fassade wird als Hauptansicht des Stadions wahrgenommen. Die Konstruktion besteht aus Stützen, Trägern und einem Dach aus Stahl. Die Stehrampe (ab Endausbau Sitzplätze) wurde gemäss den geltenden Normen in Beton ausgeformt. Durch die modulare Tragkonstruktion könnten, bis auf die Bodenplatte, sämtliche Bauteile im Werk vorfabriziert und in kurzer Zeit vor Ort montiert werden. Die Tribüne bietet allen 2‘247 Zuschauern/innen eine optimale Sicht auf das Spielfeld. Im Aufenthaltsbereich unter der Tribüne stehen Container für Catering, Toilettenanlagen und Kassen.

Dritter Ausbauschritt – Sanierung Haupttribüne

Obwohl die Sanierung der Haupttribüne aus baufachlicher Sicht dringend nötig wäre (Feststellung des Stadtrates im Februar 2014), wird dieser Ausbauschritt aus folgenden Gründen um drei bis fünf Jahre hinausgezögert: 1. Die finanziellen Verhältnisse der Stadt Winterthur lassen die Realisierung der beiden Ausbauschritte direkt nacheinander nicht zu. 2. Eine Umkehr der Etappierung würde bedeuten, dass der FC Winterthur den Spielbetrieb während dem Umbau der Haupttribüne für mindestens eine Saison auslagern müsste, was zu Mehrkosten von rund Fr. 3.0 Mio. führen würde. Mit dem Herauszögern des dritten Ausbauschrittes ergeben sich Chancen und Risiken. Aufgrund des schlechten Zustandes der Gebäudetechnik-Installationen besteht die Gefahr, dass in den nächsten Jahren Anlageteile ausfallen. In diesem Falle wäre mit Nutzungseinschrän- kungen oder gar mit einer Schliessung der Haupttribüne zu rechnen. Um den Spielbetrieb weiter aufrecht zu halten, müssten die während der Sanierung geplanten Provisorien sofort erstellt und die Sanierungsarbeiten früher als geplant in Angriff genommen werden. Andererseits besteht die Chance, dass die sehr alte, aber zurzeit funktionstüchtige Haustechnik weitere Jahre funktioniert.

25.03.2015: erstes Spiel mit neuer Tribüne

Die neue Ost-Tribüne

Am Montagabend, 2. März 2015, anlässlich des Meisterschaftsspieles gegen den FC Schaffhausen wurde die neue Gegentribüne offiziell eingeweiht und in Betrieb genommen. Es herrschte das hässlichste Wetter, das man sich denken konnte. Das neue Dach konnte somit seinen neuen Nutzen voll ausspielen. Im Matchprogramm schreibt der FCW zum neuen Stadionbau:

„Regen ist nun keine Ausrede mehr, den Besuch eines FCW-Heimspiels bleiben zu lassen. Die neue, überdachte Stehplatztribüne bietet bis 3600 Zuschauern Platz. Im Heimspiel gegen den FC Schaffhausen wird das Bauwerk offiziell eingeweiht.

Foto: wintipix.com

Die erste Etappe des Schützenwiesen-Ausbaus ist abgeschlossen. Fast 10 Mio. Franken wurden investiert, eine Million davon musste der FC Winterthur selber auftreiben. Dank drei Grossspenden von je über 100'000 Franken (Keller AG für Druckmesstechnik, Siska Heuberger Holding AG und Johann Jacob Rieter-Stiftung) sowie viele hohen und kleineren Spenden kam die geforderte Summe zusammen -ohne spezielle Aktionen wie Sponsorenläufen oder Tombolas notabene. Auch die Fan- und Gönnervereinigungen des Vereins legten sich kräftig ins Zeug. Jeder Spender mit einem Beitrag von über 1000 Franken wird auf einer Gedenktafel am Bauwerk verewigt.

„Geld sammeln ist nie einfach und wir putzten viele Türklinken, um das Soll zu erreichen. Aber ich bin überrascht, dass wir das Ziel bereits erreicht haben, obwohl wir bei weitem nicht jede Firma in der Stadt angeschrieben haben. Ich hätte gedacht, dass es mehr Zeit in Anspruch nehmen wird", freut sich FCW-Geschäftsführer Andreas Mösli. Zumal das gesammelte Geld ja nicht in die Vereinskasse fliesst, sondern in diejenige der Stadt, der Eigentümerin des Stadions Schützenwiese. „Für mich ist das ein klarer Beweis für das positive Image des Vereins, das wir uns mit vielen sozialen Engagements erarbeitet haben", ist Mösli überzeugt.

Ein Stadion für Fans

Die marode Stehplatz-Längstribüne ist nun also Geschichte. Um dort, mitten in den Zuschauern, unerreichbar weit und den Kauf einer Wurst musste man zeitlich optimal planen, um nicht eine Viertelstunde des Spiels zu verpassen. Und bei Regen wurde unweigerlich jeder nass. Das ist alles vorbei. Jetzt stehen 3600 überdachte Stehplätze zur Verfügung. Entstanden ist eine Tribüne für Fans: steil, zweckmässig und mit einem flachen Dach, das nicht nur auch die unteren Plätze vor Regen schützt, sondern auch akustisch einiges verspricht. Mehr denn je gilt: Das einzige Fussballstadion des Kantons Zürich steht in Winterthur. Hinter der Tribüne befinden sich zudem je vier schnell erreichbare WC-Container und Cateringstände. Zwei Verpflegungsstände sind voll ausgerüstet, die anderen beiden können bei Bedarf, sprich Grossanlässen mit vielen Zuschauern, entsprechend ergänzt werden. Das Resultat der reibungslos verlaufenen Bauarbeiten kann sich sehen lassen. Nur die rote Farbe am Beton fehlt noch — für die Malerarbeiten müsste das Thermometer erst einmal auf zwölf Grad klettern. Das war in diesem Jahr noch nicht der Fall.

Keine Riesenparty

Welche Fangruppen sich auf der neuen Tribüne wo einrichten werden, ist völlig offen. „Wir werden das sicher nicht zu steuern versuchen —jeder kann selber entscheiden, von welchem Ort aus er das Spiel verfolgen will", sagt Andreas Mösli. Auch die Abläufe mit den Ein- und Ausgängen müssen erst noch im Ernstfall getestet werden. Im auf den 25. Februar verschobenen Heimspiel gegen Le Mont ist die Tribüne zu diesem Zweck bereits offen. Im Heimspiel gegen Schaffhausen findet dann die offizielle Einweihung statt. Eine Riesenparty wird es nicht geben, zumal ein Montagabend dafür auch nicht sehr geeignet wäre. Geplant sind ein Apéro für die Spender und Handwerker, dazu wird die FCW-Million symbolisch der Stadt übergeben. „Vielleicht organisieren wir aber im Sommer vor dem Saisonstart ein grosses Spiel gegen ein ausländisches Team", verrät Mösli. Auf den Zuschauerrängen wäre genug Platz für einen attraktiven Gast. Und die Wurst kann man sich dann auch besorgen, ohne etwas Entscheidendes zu verpassen. (Damian Keller)“

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