w i n t e r t h u r - g l o s s a r . c h


Sternen-Apotheke

Sat Nov 04 00:00:00 UTC 1882

Seit 1882 gibt es die Sternen Apotheke an bester Lage mitten in der Winterthurer Altstadt an der Marktgasse 46. Drei Generationen lang waren es Apotheker aus der Familie Schneider die dort ihre guten Dienst anboten. Dann übernahmen Apothekerinnen das Zepter und führten das Traditionsunternehmen im gleichen zuvorkommenden und kundenorientierten Stil weiter.

Apotheker Ferdinand Schneider gründete 1882 eine Apotheke im Haus «zum Stern», an der Marktgasse 36 (bis vor kurzem Uhrengeschäft Wehrli). Im August 1886 verkaufte Baumeister Friedrich Forrer das Hinterhaus der Liegenschaft Marktgasse 46 an Andreas Stierstorfer, Tapezierer und am 1. November das Vorderhaus „Haus zum Geist“ an Apotheker Ferdinand Schneider. Seine Sternen-Apotheke verlegte er vom Haus zum Stern ins Haus zum Geist, wo sie sich heute noch befindet. Zuvor erfolgte ein Umbau vom Keller bis ins 2. Obergeschoss. Die Obergeschosse dienen der Apothekerfamilie, dem Assistenz-Apotheker und der Magd als Wohnung. Eine interne Wendeltreppe führt aus dem Apotheke direkt hinauf in die Wohnräume. 1920 übergab er seinem Sohn Adolf eine kleine, aber angesehene Offizin. 1926 konnte Adolf Schneider auch das Hinterhaus erwerben.

Apotheker Adolf Schneider liess durch den renommierten Winterthurer Architekten Lebrecht Völki in den Jahren von 1927 bis 1930 Apotheke und Haus umbauen. Die Gliederung der zirka 1765 entstandenen schönen Rokoko–Fassade wurde im Erdgeschoss übernommen. Die Apotheke erhält ein neues Labor, ein Büro und im Dachstock eine grosse Kräuterkammer. Der Fassadenfuss wird symmetrisch neu gestaltet. Das 1. und 2. Obergeschoss werden durch eine interne Treppe verbunden, die Wendeltreppe zur Apotheke aufgehoben. Immer mehr Winterthurer schätzten die Beratung in dieser Apotheke. 1936 zügelte Familie Schneider in ein kleines Einfamilienhaus am Hermannweg. Nach dem früheren Tod von Adolf Schneider im Jahre 1941 wurde die Apotheke im Auftrage der Erben von Verwaltern geleitet.

1952 übernahm Apotheker Erich A. Schneider, Sohn von Adolf, als Vertreter der 3. Generation die Sternen-Apotheke. In den Jahren von 1954 bis 1956 liess er durch die Architekten Gürtler + Lutz die Liegenschaft von der Marktgasse bis zur Stadthausstrasse sanieren, den Hof unterkellern und überbauen. Im «vorderen Geist» entstand ein Haus der Medizin mit drei Arztpraxen und einer vergrösserten Apotheke. Erich A. Schneider war nicht nur ein stadtbekannter und erfolgreicher Apotheker sondern engagierte sich auch auf der politischen Bühne. Er war ein aktives Mitglied des Gemeinderates von 1982– 1986. Er wurde auf der Liste der FDP gewählt. Auch nach seinem Rücktritt meldete er sich über Leserbriefe immer wieder zu Wort, nicht selten auch, wenn es um Belange der Apotheken ging.

1977 wurde die Sternen Apotheke für die Anforderungen der Zukunft um– und ausgebaut. Architekt Max Lutz und sein Mitarbeiter Kurt Strässler waren für die baulichen Veränderungen zuständig und Roman Obrist war für den Ladenbau verantwortlich. Apotheker Erich A. Schneider und seine Mitarbeiterinnen nahmen in den neuen Räumlichkeiten mit viel neuer Motivation ihren bekannten guten Kundendienst wieder auf.

Erich A. Schneider trat aus Altersgründen zurück und übergab 1986 die Apotheke Christina Kreyenbühl. Bei gleicher Gelegenheit erhielt das Erdgeschoss auf die Marktgasse hinaus einen moderneres Aussehen.

Im Januar 2003 verkaufte Christina Kreyenbühl die Sternen-Apotheke an die Apothekerin Irène Gerber. Umsichtig und engagiert führt diese die Traditions-Apotheke weiter. Die Liegenschaft blieb im Besitz der Familie Schneider.

KMU
nach oben ↥
nach oben ↥
link