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VOLG Weinkellereien

Wed Nov 29 00:00:00 UTC 1899

Rund 25 verschiedene Rebsorten und Weinberge in 70 verschiedenen Gemeinden: Das ist die Klaviatur, mit der die VOLG Weinkellereien heute jährlich rund 100 sorgfältig ausgebaute und selektionierte Ostschweizer Weine auf den Markt bringen. Von der kantonsübergreifenden Cuvée bis zur Einzellagen-Abfüllung. So repräsentiert VOLG heute wie keine andere Kellerei die Vielfalt, Klasse und Finesse des neuen Ostschweizer Weins.

Der Verband Ostschweizerischer Landwirtschaftlicher Genossenschaften (VOLG) wurde 18. Oktober 1886 im Wirtshaus zum Wilden Mann am Obertor gegründet. Bauer Conrad Schenkel aus Räterschen gab den Anstoss und motivierte einige seiner Nachbarn zu einem Zusammenschluss, um gemeinsame Einkäufe zu tätigen. Daraus entstand 1881 der Landwirtschaftliche Bezirksverein Winterthur und wenig später, eben 1886, der VOLG.

Die VOLG Weinkellereien werden als Zweig des Verbandes ostschweizerischer landwirtschaftlicher Genossenschaften 1899 gegründet. An der Schaffhauserstrasse in Winterthur wird ein Holzfasskeller mit 350’000 Litern Inhalt in Betrieb genommen. Bereits ein Jahr später übernimmt VOLG Winterthur erstmals Weine von Mitgliedern zur Weitervermarktung. Die Dienstleistungen kommen bei den Genossenschaftsmitgliedern gut an. 1908 werden die Lagerkapazitäten an der Schaffhauserstrasse um 800‘000 Liter erweitert. 1927 wird die Weinhandlung Steiner im Ruhtal (heute Feldstrasse 16, in Veltheim) gekauft. Dort erfolgt die Installation einer eigenen Kelterungsanlage. Bereits 1929 werden im Ruhtal nach einem Umbau die Keller- und Kelterungsanlagen neu in Betrieb genommen. Erstmals liefern die Mitglieder ihre Trauben direkt in die Kellerei an.

Mit der Miete eines Torkels (Weinpresse) 1932 in Malans und Fläsch expandieren die VOLG Weinkellereien in das zukunftsträchtige Weingebiet der Bündner Herrschaft. Dass das Unternehmen auf eine erfolgreiche Entwicklung zurückblicken konnte, zeigte der Medaillenregen an der Landi 1939. An der Landesausstellung 1939 in Zürich liessen die VOLG Weinkellereien bei den Prämierungen alle 340 Konkurrenten hinter sich. Trotz der schwierigen Jahre während des Zweiten Weltkrieges setzte sich die Expansion 1942 fort. Die Kellerei Ruhtal wurde ausgebaut und in Landquart eine Kelterei in Betrieb genommen. 1943 erstellt der Innerschweizer Künstler Heinrich Danioth (1896-1953) das grosse Sgraffito (Wandgemälde) an der Aussenwand der Kellerei Ruhtal (Feldstrasse 16). Danioth war einer der wichtigsten Monumentalmaler der Schweiz in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Durch einen Neubau von 1978 wurde das Original grösstenteils verdeckt, weshalb auf der neuen Fassade eine Kopie erstellt wurde. Das Wandbild ist heute ein überkommunales Inventarobjekt.

Nach dem Krieg erfolgt ein kontinuierliches Wachstum. Die Kellereien in Hallau, jene an der Schaffhauserstrasse sowie die Kelterei in Landquart wurden ständig erweitert.

1979 kam ein Jahr der grossen Erneuerung. Die Kellerei Ruhtal Winterthur wird stark erweitert mit einem neuen Gärraum, neuen Tankkellern mit 1,15 Mio. Litern Kapazität, neuen Kelterungsinstallationenen und einer neuen Abfüllanlage. 1993 wird die inzwischen stark gewachsene Genossenschaft VOLG neu organisiert. Die Schweizer Bauern erhalten eine moderne und effiziente Selbsthilfeunternehmung, die fenaco. Die fenaco-Gruppe besteht aus verschiedenen Genossenschaften und Firmen. Eine davon wurde die VOLG Weinkellereien AG. Das Aktienkapital befindet sich zu 100% im Besitz der fenaco.

Die VOLG Weinkellereien AG konzentrierten 1994 ihren Betrieb. Der Standort Ruhtal wurde zur zentralen Kellerei ausgebaut. Dafür werden die Kellereien an der Schaffhauserstrasse, in Landquart und später auch jene in Hallau aufgegeben. 1999 schliesslich erfolgte der entscheidende Schritt in Richtung Spitzenqualität. Die VOLG Weinkellereien formulierten eine kompromisslose Qualitätsphilosphie. Ein erster Schritt zu deren Realisation war eine neue Spezialitäten-Kelterei im Ruhtal. Nachdem 2000 das 100-jährige Jubiläum gefeiert werden konnte, wurde 2002 an der Feldstrasse 18 ein neuer Bürobau errichtet und 2007 die Marke DIVINO geschaffen. Sie wird in der Vermarktung für die Privatkundschaft und die Gastronomie eingesetzt. Der Qualitätsdurchbruch kann 2015 mit dem Gewinn am Grand Prix du Vin Suisse bewiesen werden. Der „Winterthurer Rychenberg Barrique 2013“ siegte in der prestigeträchtige Kategorie „Pinot Noir“.

Neue Meilensteine werden in den Jahren 2016 und 2017 gesetzt. Das Areal Ruhtal wurde verkauft und eine neue Weinkellerei wird im Niederfeld gebaut. Die neuen Räumlichkeiten liegen direkt neben dem Partnerbetrieb UFA-Samen in der Euelwies im Winterthurer Vorort Wülflingen. 2017 erfolgt die Eröffnung der neuen Weinkellerei Niederfeld. Am bisherigen Standort in Veltheim wird eine private Überbauung realisiert.

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