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Kulturort Galerie Weiertal


Der Kulturort Weiertal unter der Leitung von Maja von Meiss präsentiert 2017 zum 5. Mal „Biennale Kulturort Weiertal“. Sie steht unter dem Titel „Refugium“ und wurde von Kathleen Bühler (Kunstmuseum Bern, Gegenwartskunst) kuratiert. Zuflucht, Schlupfwinkel oder Schutzhütte sind die Stichworte zu denen 17 Schweizer Künstlerinnen und Künstler ein Werk geschaffen haben. Wie immer präsentieren sie sich in der prächtigen Gartenlandschaft im Weiertal vom 20. Mai bis zum 10 September.

Seit 2001 betreibt Maja von Meiss in ihrem Haus an der Rumstalstrasse die Galerie Weiertal mit kleineren und grösseren Kunstpräsentationen. Diese wird ergänzt mit einem kleinen Bistro. Aus diesem Kunstbetrieb und vielen interessanten Begegnungen ist die Idee entstanden, noch Grösseres zu wagen. Der Natur- und Baumgarten in dem sich das Landgut Weiertal befindet, ruft direkt nach einem Skulpturengarten. Maja von Meiss versteht immer wieder, ihr Umfeld zu motivieren, um ihre spriessenden Ideen umzusetzen.

Der Kulturort Weiertal ist benannt nach dem noch fast unberührten Tal, das den Landstrich Dättnau/Neuburg mit Pfungen verbindet. Der Hof war einst Sitz der Meyer von Neuburg, Dienstleute des Konstanzer Domstifts. Ab 1924 bis in die 80er-Jahre führten die Geschwister Winkler-Meier hier eine beliebte Landbeiz, deren Schliessung damals sehr bedauert wurde. 1982 kam das Anwesen in den Besitz der Familie Maja und Richard von Meiss aus Wülflingen, die seit 2001 in und um den Hof für Kunstberührungspunkte sorgt und nun von einem Höhepunkt zum anderen führt.

mit 28 Betonplastiken je 30x30x75 cm

REFUGIUM Biennale 2017

Mit „Refugium" wird die Rolle der Natur als Ressource für den zunehmend entfremdeten Städter zur Diskussion gestellt, aber auch die Mechanismen, welche den sozialen oder gar politischen Zugang dazu regeln. Wer darf ins Refugium und wer nicht? Wer wird „refusé" und steht als „refugié vor den Toren?

Präsentiert werden ortsspezifische Objekte und raumbezogene Intervention, poetisch-versponnene oder kritisch-politische Beiträge, die sich inhaltlich, formal und/oder materiell auf den Ort beziehen, um in ihrer Vielstimmigkeit die Komplexität des Themas aufzufächern.

Assemblage versch. Objekte in einem Kubus aus Armierungsgittern, 2x2x2m

„Marianne Engel grenzt ihr eigenes Stück Land im Weiertalpark ab. Sie baut ein Refugium im Refugium, indem sie mit einem Armierungsgitter ein kleines Gartenstück einzäunt und dort eigene Pflanzen wachsen lässt und geheimnisvolle Gegenstände deponiert. Gregor Frehner hingegen deutet den Begriff eher ironisch, indem er den Bach im Weiertal zum Refugium seiner Betonbomben erklärt und einen verlassenen Schützengraben voller Sprengkörper durchs Gelände zieht.“ (Zitat aus dem Katalog, Text von Kathleen Bühler)

PVC-Hülle, synthetisches Haar 180x180x110cm

„Victorine Müller hängt eine fragile Träne aus durchsichtigem Kunststoff in ein von Rosen umranktes Gittergehäuse. Hier wird die Ambivalenz des Schutzes deutlich: Das solide Eisen, welches schützt und Gefahren fernhält, schliesst zugleich das zu Beschützende ein und gefährdet es mit den spitzen Dornen der im Gitter wuchernden Rosen.“ (Zitat aus dem Katalog, Text von Kathleen Bühler)

HD Video, Farbe, Tob. Musik: Ourania Lampropoulou

„Neben den eher seltenen raumgreifenden Gesten, welche das Terrain in Besitz nehmen, haben sich viele Kunstwerke in bestehende Gebäude im Park eingenistet: Das kleine Badehaus bietet dem Video von Olga Titus Asyl, in der Datscha befindet sich die akustische Installation von Maya Bringolf, im Obstkeller spielt Pipilotti Rists Videofilm und an der Hausfassade sowie am Geräteschuppen hängen die Neoninstallationen von RELAX. Es sind weitere «refuges» hinzugekommen: eine alpine Hütte von Gabriela Gerber und Lukas Bardill, ein mobiler Jagdhochsitz von Ilona Ruegg sowie ein Schiffscontainer für die Videoprojektion von Quynh Dong.“ (Zitat aus dem Katalog, Text von Kathleen Bühler)

Weitere Bilder der Objekte 2017 in der Bildergalerie.

(Holz, bemalt, Drahtseil, Ø 7m)

Die Kuratorin Dr. Kathleen Bühler (Kunstmuseum Bern Kuratorin Gegenwartskunst) hat rund 20 Kunstschaffende eingeladen, darunter schweizweit und international bedeutende und herausragende Künstlerinnen und Künstler: Maya Bringolf, Eveline Cantieni, Mia Diener, Quynh Dong, Marianne Engel, Gregor Frehner, Gerber/Bardill, Bob Gramsma, Thomas Hirschhorn, Huber.Huber, Monica Ursina Jäger und Michael Zogg, Victorine Müller, Yves Netzhammer, Pipilotti Rist, RELAX (chiarenza & hauser& co), Ilona Ruegg und Olga Titus.

Ein reichhaltiges Programm mit Künstlerführungen, Sommerfest, Diskussionsforen, künstlerischen und musikalischen Performances, Lesungen, und Film loten das Thema „Refugium" aus. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.

Ausstellung 20. Mai- 10. September 2017

Öffnungszeiten Mi-Sa 14-18h, Fr 14-22h, So 11-17h. Mit Bistro im Grünen.

Informationen:

Maja von Meiss, Gesamtleitung, 076 608 01 90 skulpturen-biennale@bluewin.ch

Biennale Kulturort Weiertal Rumstalstr. 55, 8408 Winterthur 052 222 70 32 / 076 608 01 90

Rückblicke

Im Sommer 2015 fand die 4. Biennale Skulpturen-Symposium im einzigartigen Gelände des Kulturorts Weiertal Winterthur statt. Unter dem Titel „Ein Sommertagtraum“ hat das Kuratorenteam unter der Leitung von Maja von Meiss 29 Künstler ausgesucht und motiviert das Gelände im Weiertal wiederum zu einem Mekka der Kunst zu machen. Fünf Aussteller waren aus dem Welschland mit dabei. Drei Künstlerinnen und ein Künstler sind in Winterthur zu Hause, während die restlichen Zwanzig aus anderen Teilen der Schweiz anreisten.

Im Zwischenjahr, in den Sommermonaten 2016 überraschte Maja von Meiss mit der Kunst- und Skulpturen-Show «JUST A PERFECT DAY». Die Kunstpräsentation im Weiertal reiht sich dabei ein in die Schweizerische Kampagne «Gartenjahr 2016 – Raum für Begegnungen». Kein anderer Ausstellungsraum eignete sich besser als diese Landschaftsoase im Rumstal an der Stadtgrenze von Winterthur.

Zum Bild: «JUST A PERFECT DAY» von Co Gründler; aus Stahlblech, Drahtseil und Rundstahlketten

Eine Ode an das Einfache, an die Leere, an die Leichtigkeit des Seins.

40 Künstlerinnen und Künstler der IG Archiv Ostschweizer Kunstschaffen zeigten in der Gartenlandschaft und in den Galerieräumen ihre Werke. Aus 101 Eingaben wurden sie ausgewählt und zeigten sich nun den Besuchern. Es war eine poetische Kunstausstellung, in der sich jeder Besucher schnell und gut zurecht fand. Aber man musste sich unbedingt etwas Zeit nehmen um die Landschaft und das Schaffen dieser inspirierten Künstlern so richtig einzuschlürfen.

Zum Bild nebenan:

«Ausdehnung» von Barbara Stirnimann;

Material: Polyethylen, Spiegelkacheln, Heringe; Umfang 21m Höhe 1.35 m, Gewicht 42 kg

Aus dem Programmheft: JUST A PERFECT DAY

Vierzig Künstler/innen der «IG Archiv Ostschweizer Kunstschaffen» waren in Galerieräumen, im Park zwischen Weihern und Bachläufen, im Bungert, unter Bäumen und auf Wiesen mit Skulpturen, Objekten, Installationen, mit Video- und Audioarbeiten und kinetischen Werken vertreten.

Der Garten zeigte sich als Kunstbegegnungs- und Rückzugsort, als Hortus conclusus, in welchem sich auch der Zauber der Natur erleben lässt. Zugleich brachen in diese Idylle künstlerische Positionen mit gesellschaftspolitischen Themen ein, welche «Just a Perfect Day» und den Garten als Schutzraum hinterfragen.

Zum Bild nebenan:

«Tor in die Freiheit» von Lucie Schenker, St. Gallen; Material: Holz und Stacheldraht; Grösse 4x3x1 m

„Flüchtlinge fliehen in die gelobte EU, um dem grauenhaften Krieg im eigenen Land zu entkommen ……. Das goldene Tor …… Grenzzäune aus Stacheldraht!“

Das Künstlerarchiv «IG Archiv Ostschweizer Kunstschaffen» (www.kuenstlerarchiv.ch.) wurde vor 12 Jahren in St. Gallen gegründet und ist eine Interessengemeinschaft und ein Zusammenschluss von 434 Künstler/innen aus den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St. Gallen, Thurgau und dem Fürstentum Liechtenstein.

Zum Bild nebenan:

«Inselwelten» von Doris Naef, Weinfelden; Material: PVC, Klarsichtfolie, Siebdruck mit Luft gefüllt, 3 Stück ca. 80x120 cm

„Eine empfindsame und sich langsam bewegende Installation im Teich. Sie schwimmen im Weiher und werden durch Wasser und Wind leicht bewegt.“

Zum Bild nebenan:

«in memoria» von Sylvia Geel, St. Gallen; Material: Textilien, Metall; Durchmesser: 2.3 m; Gewicht ca. 150-200 kg

Die Installation «in memoria» visualisiert die Haltung Europas zur humanitären Hilfe gegenüber den Flüchtlingen. «in memoria» ist als Rettungsring und Trauerkranz zu verstehen.

Kultur
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