w i n t e r t h u r - g l o s s a r . c h


Läbesruum

Fri Dec 20 00:00:00 UTC 1991

Läbesruum

Pflanzschulstr. 17a

8400 Winterthur

052 235 13 35


Der Winterthurer Verein «Läbesruum» organisiert seit 14 Jahren Temporärarbeit für all jene, die wegen psychischer Probleme, Drogenabhängigkeit oder anderweitiger Hemmnisse Mühe haben, sich in einen geregelten Arbeitsalltag einzufügen.

1991 startete der Verein Läbesruum (gegründet 1990) in Winterthur das Projekt Taglohn. In Kürze hat sich Projekt Taglohn etabliert und bietet psychisch und/oder sozial benachteiligten Menschen mittels Arbeit eine Tagesstruktur.

Zu Projektbeginn bot der Taglohn hauptsächlich Abhängigen illegaler Drogen kurzfristige Beschäftigungsmöglichkeiten mit tiefer Eintrittschwelle und geringen Anforderungen. Diese Menschen erhielten so eine Tagesstruktur und die Möglichkeit, ein bescheidenes Einkommen zu erzielen. Die Stadt Winterthur unterstützt das Projekt Taglohn seit 1992 (Volksabstimmung).

Die schwierige Situation auf dem Arbeitsmarkt hat im Verlaufe der 1990er Jahre die ursprüngliche Zielsetzung, Drogenabhängigen Arbeit anzubieten, verändert. Seither arbeiten neben Personen mit einer Suchtmittelabhängigkeit auch Langzeitarbeitslose und Ausgesteuerte beim Taglohn. Letztere werden von der Sozialhilfe nach dem Grundsatz "Arbeit statt Fürsorge" an den Taglohn vermittelt. Allerdings lassen sich die Grenzen zwischen den beiden Zielgruppen nicht immer eindeutig ziehen.

Der statutarische Zweck des Vereins Läbesruum besteht darin, betreute Wohn-, Arbeits- und Freizeitmöglichkeiten für aus vorwiegend sozialen und psychischen Gründen randständige Menschen zu betreiben. Das Projekt Taglohn bietet diesen Personen durch Arbeit die Möglichkeit einer Tagesstruktur, was die Gefahr der sozialen Desintegration verringert. Die Arbeit vermittelt den Menschen Sinn und Orientierung, lässt sie Wertschätzung erfahren und stabilisiert ihr Selbstwertgefühl. Noch vorhandene Ressourcen der Betroffenen werden genutzt und je nach Fähigkeiten eingesetzt.

Das Projekt Taglohn ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Ausser dem klassischen Taglohn, in dem die Arbeiten über Los täglich vergeben werden, werden verbindlichere, längerfristige Arbeitsequipen zusammengestellt, um qualitativ anspruchsvollere Aufträge erledigen zu können. Insbesondere die Bereiche Zügeln, Hauswartung, Reinigung, Gartenbau, Bauarbeiten sowie Malen bilden das finanzielle Rückgrat des Projektes. Die einzelnen Bereiche werden von einer fachlich qualifizierten Person geleitet. Diese Fachpersonen sind fest angestellt.

Das Lossystem stellt eine niederschwellige Methode dar, mit der in der Regel jeden Morgen neu Arbeit für einen Tag vergeben wird. Für grössere, schwierigere Aufträge werden temporäre Arbeitsverhältnisse ausgestellt, was eine höhere Schwelle darstellt. Gerade die Kombination der beiden Arbeitsformen, bei der die Bedürfnisse und Fähigkeiten der jeweiligen Personengruppe berücksichtigt werden können, hat sich bewährt. Das Projekt Taglohn bietet überdies drei Lehrstellen, die mit ehemaligen Taglöhner/innen besetzt werden.

Nachdem der vereinseigene Werkhof im Areal der KVA 2008 aufgegeben werden musste, wurde in Oberohringen ein Bauernhof erworben. Finanziert wurde diese Investitution durch Spenden, Hypothek, Eigenmittel und einen Beitrag der Stadt (100'000.00). Im stadtnahen Haus werden neu nicht nur der Maschinenpark eingelagert, sondern der Gemüseanbau aus Ricketwil und die Holzverarbeitung aus Gotzenwil können hier konzentriert werden. Der Hauptsitz bleibt ab der Pflanzschulstrasse.

Sozialwesen
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