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Gfeller Matthias, *1956, Dr. Kulturingenieur, Stadtrat 2006-2017

Matthias Gfeller
23.08.1956

Die Stadtratswahlen am 12. Februar 2006 in Winterthur enden mit einer grossen Überraschung. Die Grünen erkämpfen sich mit Mathias Gfeller auf Kosten der Freisinnigen Partei einen Sitz in der Stadt-Exekutive.

Foto: winbib (Signatur FotLb_004210)

Der vakante siebte Sitz für den zurückgetretenen freisinnigen Baudepartements-Vorsteher Reinhold Stahel geht anlässlich der Gesamterneuerungswahlen 2006 an den Grüne Mathias Gfeller mit 10‘869 Stimmen. Auf der Strecke mit 1‘925 wenigen Stimmen blieb Dieter Kläy (FDP). Der zweite bürgerliche Kandidat Emil Manser (SVP) blieb mit 5‘880 Stimmen weit abgeschlagen. Damit wurde die sechstgrösste Schweizer Stadt vier Jahre nach dem ersten Linksrutsch bis 2014 von einer klaren links-grünen Mehrheit (3 SP inkl. Präsidium, 1 Grüner, 1, EVP, 1 CVP, 1 FDP) regiert.

Gfeller war Inhaber der Winterthurer Firma GEODATA, einem Dienstleistungsbüro für räumliche Analysen. Er bot Praktika für Studierende von Fachhochschulen, Uni und ETH an und lehrte an der ETH Zürich. Matthias Gfeller lebt (als Berner und Europäer mit Geburtsort Bruxelles) seit über 20 Jahren in Winterthur-Töss. Matthias Gfeller ist seit 1979 in der Interessengemeinschaft Velo sowie bei den Grünen in Winterthur seit ihrer Gründung aktiv. Zusammen mit Marcelle Stoll und Martin Geilinger wurde er 1986 als erste Grüne in den Grossen Gemeinderat gewählt.

Im Stadtparlament politisierte Gfeller 17 Jahre lang, zuerst als Mitglied der Rechnungsprüfungskommission und danach bis 2002 als Vize-Präsident der Planungskommission. Seit 2003 bis zu seiner Wahl in der Winterthurer Stadtrat war Gfeller auch Mitglied des Kantonsrates gewesen.

Foto: winbib (Signatur FotLb_004211)

Rücktritt

10 Jahre wirkte Matthias Gfeller im Departement Technische Betriebe. Die Abteilungen Stadtwerk, Stadtbus und Stadtgrün (früher Stadtgärtnerei und Forst) waren auf ihn zugeschnitten. Mit grossem Engagement hat er sich diesen Belangen gewidmet und dabei einiges erreicht. Stark waren seine Aktivitäten für Alternative Energien, die ihn auch immer wieder in die Kritik brachten. Pannen begleiteten diese Bestrebungen immer wieder.

Die Beteiligung an der Biorender AG Münchwilen (Biogas-Produktion) und schliesslich das Debakel mit Wärmering AG Frauenfeld veranlasste den inzwischen auch gesundheitlich angeschlagenen Departementsvorsteher das Handtuch zu werfen. Am 26. September 2016 kündigte er seinen Rücktritt als Stadtrat auf den Frühling 2017 an. Gfeller plant, sich künftig wieder Raumplanungsfragen zu widmen und will dazu ein eigenes Unternehmen gründen.

Auf politischen Druck war Gfeller gezwungen seinen Rücktritt vorzuverlegen. Er reichte beim Bezirksrat seinen Rücktritt per 31. Januar 2017 ein. Die nötige Ersatzwahl setzte der Stadtrat auf den 12. Februar 2017 fest. Fünf Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich um den freien Exekutiv-Sitz.

Der beruflich/politische Werdegang

1956 In Bruxelles (B) geboren, während des mehrjährigen Auslandaufenthaltes seiner Eltern; Bürger von Worb (BE) und Winterthur

1963-75 Besuch der Volks- und Mittelschulen in Ittigen, Bolligen (BE) und Winterthur

1975-80 Studium der Kulturtechnik (Vertiefungsrichtung Ortsplanung und Strukturverbesserung)

1979 Auslandpraktikum in den Niederlanden (Bereich Landschaftsplanung und Meliorationen)

1979 Eintritt in die Grüne Partei des Kantons Zürich

1980-83 Assistenz am Institut der ETH für Orts-, Regional- und Landesplanung (ORL)

1984-91 Dissertation zum planerischen Interessensausgleich zwischen Landwirtschaft und Naturschutz

1985 Gründung einer Bezirkssektion Winterthur der Grünen Partei

1986 Wahl in den Grossen Gemeinderat (Parlament) der Stadt Winterthur und gleichzeitig Wahl in dessen Rechnungsprüfungskommission (RPK)

1991 Wahl in die kantonale Baurekurskommission (Referent für Quartier- und Verkehrsplanung)

1991 Wahl in die parlamentarische Planungskommission, deren Vize-Präsident von 1991 bis 2000

1991 Eintritt in die Firma GEODATA Weibel, Horgen, Projektleiter für Geo-Informationssysteme (GIS)

1997 Übernahme des GIS-Bereichs aus der Firma GEODATA und Weiterführung als selbständige Dienstleistungsfirma „GEODATA Gfeller“ in den Bereichen Raumplanung und Umweltinformatik

1998 Kandidatur für den Stadtrat von Winterthur (Exekutive): trotz Erreichen des absoluten Mehrs auf dem 8. Platz als „überzählig“ ausgeschieden.

2002 Alterspräsident (dienstältestes Ratsmitglied) des Grossen Gemeinderates von Winterthur

2003 Wahl in den Kantonsrat und Rücktritt aus dem Winterthurer Gemeinderat. Seither: Mitglied der kantonsrätlichen Kommission „für Staat und Gemeinden“

2006 12. Februar Wahl in den Stadtrat von Winterthur, ab Mai 2006 übernimmt er das Departement Technische Betriebe.

2016 26. September. Gfeller kündigt seinen Rücktritt aus der Staatsregierung auf den Frühling 2017 an.

Politiker/innen
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