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Velostation Hauptbahnhof „Stellwerk Railcity“

2010

Am 19. Juni 2010 wurde im Keller der SBB-Überbauung «Stellwerk Railcity» am Bahnhofplatz eine bewachte Velostation mit 800 Plätzen eröffnet. Die Anlage ist täglich von 5 Uhr morgens bis eine Stunde nach Mitternacht geöffnet und wird von insgesamt 25 Personen betreut. Auch verschiedene Servicemöglichkeiten werden nebst dem Veloeinstellen angeboten.

Die Velostadt Winterthur hat um den Hauptbahnhof seit längerer Zeit ein Velo-Parkraumproblem. Es sind zu wenig Flächen vorhanden, auf denen die Bahnkunden ihre Zweiräder tagsüber abstellen können. Das führte an neuralgischen Punkten zu einem Veloparkchaos, das niemanden befriedigte.

Mit der neuen Velostation im Keller der SBB-Überbauung „Stellwerk Railcity“ wurde nun Raum für 800 Veloplätze geschaffen. Allerdings sind wegen dieser Überbauung auch viele überirdische Velo-Abstellplätze verloren gegangen. Gegen geringe Gebühren wird mit diesem Angebot eine merkliche Qualitätssteigerung herbeigeführt. Die Anlage ist täglich von 5 Uhr morgens bis eine Stunde nach Mitternacht geöffnet und wird von insgesamt 25 Personen betreut. Es sind in erster Linie Sozialhilfebezüger, die vom städtischen Sozialamt als Teillohn-Mitarbeiter vermittelt werden. Sie arbeiten hier im Zentrum des städtischen Alltags.

Die Tagesgebühr beträgt 2 Franken, eine Monatskarte kostet 20 Franken und eine Jahreskarte 150 Franken. Abonnenten erhalten für ihr Fahrzeug eine Klebevignette, sie parkieren und sichern das Velo in der von KAP-Mitarbeitern betreuten und videoüberwachten Halle selbst. Wer rundum gepflegt in den Ausgang radeln will, kann sein Velo für 20 Franken reinigen lassen. Eine unentgeltliche Pumpstation ist ebenfalls vorhanden. Das Angebot umfasst auch Ladestationen für Elektro-Velos, ausserdem wird die Ausgabestelle für Mietvelos vom Standort «Gleis 3» in den neuen Keller verlegt. Dieser ist vom Bahnhofplatz her zugänglich, ein Anschluss an die projektierte Veloquerung unter dem Bahnhof ist vorgesehen.

Die Einnahmen decken in der Velostation nur einen Teil der Kosten. Die Gesamtaufwendungen für die Velostation Stellwerk RailCity betrugen Fr. 2‘215‘952.10. Ausserdem beteiligt sich die Stadt mit jährlich 300'000 Franken an den Betriebskosten. Insgesamt verfügt Winterthur am Hauptbahnhof jetzt über deutlich mehr als 1000 bewachte Zweiradplätze, die Standorte «Gleis 3» mit 140 Plätzen und «Rudolfstrasse» mit 180 Plätzen werden beibehalten.

Die Überbauung «Stellwerk Railcity», erstellt 2010, besteht aber nicht allein aus dem Kellergeschoss. Im Erdgeschoss hat die Migrolino-Kette ihren 149. Convenience-Shop eröffnet. Angeboten werden das Kernsortiment des Grossverteilers, Take-Away-Artikel und Tabakwaren - also auch Cumulus-Punkte für Bier und Zigaretten!

Der fünfgeschossige Gebäudekomplex der Planergemeinschaft AGPS (Angelil, Graham, Pfenninger, Scholl) und von GMS-Partner (Gantner, Moser, Stricker) ist fertig gestellt. Im Erdgeschoss hat die Raiffeisen-Bank ihr neues Geschäftsdomizil eröffnet. Das Haus wirkt allerdings seit der Vollendung des künstlerischen Schmucks in einer Ecke wieder gekonnt unvollendet. Die Künstlerin Blanca Blarer hat einzelne Metallplatten der wohlgeordneten Aussenfassade in unregelmässigen Richtungen verschoben. Aufmerksame Passanten stutzen, schmunzeln oder schütteln den Kopf. Der kleine chaotische Eingriff in dieser zunehmend geordneten Ecke des Stadtbildes hat aber auch das Potenzial zur Begeisterung.

Das Gebäude "Stellwerk Rail-City" ist gegenüber dem Stadttor bei der Süd-Personenunterführung ein Gegenpol. Schlicht und einfach sind über dem Ladengeschoss drei Büroebenen angeordnet. Darauf verkürzt, dafür breiter, stapeln sich nochmals zwei Etagen.

Vorgeschichte

Die Stadt Winterthur betreibt seit 1997 eine bewachte Velostation am Hauptbahnhof Winterthur. 1997 wurde der Betrieb am Standort "Gleis 3" im ehemaligen Postprovisorium (während dem Umbau Hauptpost) eröffnet, 1999 der Betrieb am Standort "Rudolfstrasse". Beide Standorte mit insgesamt 350 Einstellplätzen wurden von Beginn an von der damaligen Koordinationsstelle für Arbeitsprojekte (KAP, heute Arbeitsintegration) in enger Kooperation mit dem Arbeitsamt betrieben. 2010 kam das „Stellwerk Railcity“ dazu. Mit dem neuen Standort erhöhte sich die Zahl der Einstellplätze der Velostation am Hauptbahnhof Winterthur von 350 auf 1150 Einstellplätze.

Industrieanlagen
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