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Bestmann Fritz, Dr., Kantonsschullehrer, Rektor, 1913-1995

Fritz Bestmann
30.07.1913
05.10.1995

Dr. Fritz Bestmann ist als langjähriger Präsident und Dozent der Volkshochschule Winterthur in die Geschichte der ausserschulischen Bildung von Winterthur eingegangen. Er liess sein pädagogisches Talent nicht nur in seiner Kantonsschule Rychenberg einfliessen, sondern konnte einen breiten Interessentenkreis mit seinem Wissen über die Kulturen, Sehenswürdigkeiten und Landschaften von Frankreich und Italien in Vorträgen und als Reiseleiter begeistern.

Foto: winbib (Signatur 170158)

Fritz Bestmann kam am 30. Juli 1913 in Zürich zur Welt. Er wuchs zweisprachig auf (Deutsch/Französisch), worin auch seine spätere Sprachbegabung liegt. Sein Vater Adolf Bestmann stammte aus Hamburg und war Versicherungsmathematiker. Seine Mutter Emma Bestmann-Porchet (1910-2009) war aus Bercher bei Yverdon nach Zürich gezogen.

Fritz Bestmann besucht in Zürich von 1918 bis 1932 die Schulen. Anschliessend studierte er an den Universitäten Zürich, Paris und Florenz. Sein Studium schloss er 1937 mit dem Doktorat in Französisch und Italienisch ab. Dann wurde ab 1937 die Kantonsschule Winterthur sein Einsatzgebiet.

Er begann als Hilfslehrer und wirkte dann von 1938 bis zu seiner Pensionierung an der „Kanti Winterthur“. Nach der Teilung der Schule im Jahr 1959 in die Kantonsschule Rychenberg und die Kantonsschule Im Lee übernahm Fritz Bestmann die Kantonsschule Rychenberg als Rektor.

1939 heiratet Fritz Bestmann Louise Peter (1910-2009) von Winterthur. Auch sie war Romanistin, Dr. phil I der Universität Zürich, Doktorat im Jahr 1934. Anschliessend war sie Lehrerin für Französisch an der Kantonsschule Winterthur bis 1940. Die Mutterschaft von zwei Kindern, geboren 1940 und 1944, beendete dann diese Lehrtätigkeit.

Wie bereits erwähnt war Professor Doktor Fritz Bestmann sehr sprachbegabt. Er sprach nebst Deutsch, Französisch und Italienisch auch Englisch sowie etwas Spanisch, Portugiesisch und Bretonisch.

Zudem war er literarisch sehr belesen. In seine Amtszeit als Rektor fiel die Gründung einer Schülerorganisation, die Schülerberatung durch Lehrpersonen und die Vertretung der Schülerschaft im Konvent.

Sein pädagogisches Talent floss aber nicht nur innerhalb der Kantonschule ein, sondern Bestmann öffnete es auch für eine weite Interessenschaft. Er war beteiligt an der Gründung einer Filiale der Volkshochschule Zürich, der Volkshochschule Winterthur, deren langjähriger Präsident Fritz Bestmann war.

Zu vermelden sind hier viele Volkshochschulkurse und –vorträge sowie jährlich eine von ihm organisierte VHS-Reise, meistens in eine Region von Frankreich, seltener nach Italien. Frankreich war sei Lieblingsland, das er mindestens zweimal pro Jahr besuchte, immer sehr gezielt nur in eine kleine Gegend oder in eine Stadt. Die intensivste Reisezeit setzte nach der Pensionierung im Jahr 1978 ein: Burgund, Loire, Bretagne, Normandie, Provence, Paris, Roussillon, Elsass, Pilgerstrassen in Frankreich, usw. Einige zehntausend Diapositive und viele Ordner sind Zeugen dieser Schaffenskraft.

Im Mai seines Sterbejahres, 1995, reiste er nochmals, schon sehr geschwächt, zu einem ihm bisher unbekannten Jakobsaltar, nach Pistoia bei Florenz. Er hätte so gerne auch den italienischen Teil der Pilgerstrasse noch besser kennenlernen wollen. Leider blieb ihm dies verwehrt. Fritz Bestmann verstarb am 5. Oktober 1995. Wissen vermitteln war nicht nur sein Beruf sondern auch seine Berufung gewesen.

Viele Jahre gehörte Fritz Bestmann auch dem Vorstand der Herrenstuben-Gesellschaft an, deren Quästor er war. Die Weinprobe (wo vom Vorstand der längst bekannte Wein degustiert und das längst bekannte Essen verzehrt wurde) sowie das Hühnermahl selbst waren in der Agenda dick eingetragene Anlässe.

Auch andere kulturelle Veranstaltungen in Winterthur und Zürich wie Vorträge, Theater und Vernissagen wurden durch ihn und seine Familie sehr häufig besucht. Das Abendessen am Sonntag wurde (fast) immer in der Krone eingenommen, ein schönes familiäres Ritual.

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