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Pfarrkirche St. Peter und Paul

Mon Nov 16 00:00:00 UTC 1868

Katholische Pfarrei St. Peter und Paul

Tellstrasse 7

8400 Winterthur


Die neugotische Pfarrkirche St. Peter und Paul an der Wartstrasse bildet seit 1868 den Mittelpunkt des Winterthurer Neuwiesenquartiers. Die katholische Kirche St. Peter und Paul bildet den architektonischen Wahrzeichen des Neuwiesenquartiers, das im Zuge des industriellen Aufschwungs Winterthurs als neues Stadtquartier entstand.

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul war die erste neu errichtete katholische Kirche im nachreformistischen Zürich und stellt ein hervorragendes Denkmal der Kantonsgeschichte dar. Die Winterthurer Katholiken warteten lange auf den Bau ihrer Mutterkirche. Denn dieses Vorhaben war im reformierten Winterthur aus rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Gründen keine Selbstverständlichkeit. Fünf Jahre nach der Bildung der Kirchgemeinde im Jahre 1863 war der Rohbau fertig gestellt. Als die Kirche im Juli 1897 geweiht wurde, fand eine Geschichte ihr vorläufiges Ende.

Projektiert wurde der markante Bau vom Winterthurer Stadtbaumeister Wilhelm Bareiss (1819-1885). Dieser entwarf einen Längsbau mit Chor und Front-Turm und übernahm damit das gängige Schema neugotischer Pfarrkirchen. Die bauliche Vollendung beschränkte sich 1868 auf da Äussere. Ihre neugotische Ausstattung erhielt die Kirche erst nach 1880 dank der Initiative des Dekans Severin Pfisters. Dieser finanzierte einen Grossteil des Innenausbaus und bestimmte Künstler sowie auch die Motive. Ihm verdankt die Kirche ihre qualitätsvolle, einheitliche Ausstattung, die auch heute noch zur besonderen Atmosphäre von St. Peter und Paul beiträgt.

Glanzstück der Kirche ist der Hauptaltar im Chor, der wie die Seitenaltäre als gotischer Schrein- oder Flügelaltar erhöht auf der mit Blumenwerk reich bemalten Predella (bemalter oder beschnitzter Unterbau des Flügelaltars) steht. Beeindruckend ist auch die Fülle der Dekorationsmalereien und der drei goldenen Flügelaltäre. Zwischen 1939 und 1946 wurde das Innere gründlich renoviert. An den Seitenwänden des Langhauses gestaltete der Kunstmaler August Frey einen neuen Bilderzyklus zum Leben von Petrus und Paulus. Von der ursprünglichen Bemalung blieb nur diejenige am Gewölbe erhalten.

Die neugotische Kanzel und der Taufstein aus Sandstein gehören noch zur ursprünglichen Ausstattung der Pfarrkirche. Die Orgel wurde 1983 von der Orgelbaufirma Späth in Rapperswil neu gebaut. Sie umfasst 36 Register und ist auf drei Manualen spielbar. Zur gleichen Zeit unterzog die Kirchgemeinde die Kirche unter der Leitung der kantonalen Denkmalpflege einer Gesamtrenovation. Dabei wurde die ursprüngliche Dekorationsmalerei in weiten Teilen rekonstruiert. Sie trägt seither wieder massgeblich zum Raumeindruck des einfach gegliederten Saalbaus bei.

Literatur:

St.Peter und Paul - Die Mutterkirche von Katholisch-Winterthur, 40 Seiten mit zahlreichen Illustrationen, Chronos-Verlag (Zürich). Erhältlich im Buchhandel zum Preis von 22 Franken.

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