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Restaurant Schäfli, Eva Pavlik

1990

Die Graben-Allee am östlichen Ende der Altstadt ist heute ein kulinarischer Treffpunkt in Winterthur. Vielfältige Angebote ziehen den ganzen Tag die unterschiedlichsten Besucher und flanierende Winterthurer an. Inmitten dieser bunten Reihe befindet sich auch das Restaurant zum Schäfli von Eva Pavlik.

Foto: Archiv Eva Pavlik

Nachdem im späteren 13. Jhdt. die Altstadt durch die Neustadt erweitert wurde, war hier der Graben der den östlichen Abschluss der Stadt markierte, überflüssig geworden. Um 1800 wurde er aufgefüllt und später als Parkraum zweckentfremdet. Es dauerte noch einige Zeit und politische Kämpfe bis die heutige Graben-Allee 1982 mit stimmigen Gartenbeizlis realisiert werden konnte. Mitten drin an bester Lage befindet sich das Restaurant „Schäfli“ von Eva Pavlik. seit Frühling 2019 wunderbar erweitert mit dem Nebenhaus Nr.20.

Foto: Archiv Eva Pavlik

Eva Pavlik ist in einer Stadt in Tschechien nahe der polnischen und slowakischen Grenze aufgewachsen. Mit ihren Eltern, der Grossmutter und vier Geschwistern wuchs sie in einer 3-Zimmerwohnung auf. Sie besuchte eine pädagogische Mittelschule mit Maturaabschluss und wurde Kindergärtnerin. Mit 19 Jahren heiratete sie und mit 20 bekam sie ihren Sohn Milan, der heute in New York lebt. 1980 flüchtete die Familie Pavlik, der Sohn war vier Jahre alt, unter dem Vorwand, Zeltferien in Jugoslawien zu machen, von dort über Österreich in die Schweiz. Völlig mittellos, fand Eva in ihrem Wohnort Burgdorf Arbeit im Gastgewerbe. Schon 1983 machte sie, obwohl die deutschen Sprachkenntnisse noch sehr mangelhaft waren, die Wirteprüfung und schloss von 33 Teilnehmern als zweitbeste ab. Den ersten eigenen Betrieb führte Eva in Thun, direkt an der Aare. Über Kontakte mit der Brauerei Feldschlösschen kam Eva 1990 nach Winterthur ins Schäfli. Seit 1999, nach ihrer Scheidung, führt sie das Restaurant allein.

Foto: Archiv Eva Pavlik

Das Schäfli, mit dem schönen Garten im Hof und dem neu gestalteten Graben bot beste Chancen für einen erfolgreichen Betrieb. Im Jahr 2002 konnte sie, nach dem Ausverkauf von Feldschlösschen, die Liegenschaft am oberen Graben erwerben. Sie hat inzwischen 13 bis 17 Voll- und Teilzeitstellen auf ihrer Lohnliste. „Kindergarten und Restaurant, das ist gar kein so grosser Unterschied“, meint Eva zu ihren beiden Berufen, „bei beiden geht es um Menschen, um kleine und grosse Tragödien – und an beiden Orten wird viel gelacht“.

Foto: Archiv Eva Pavlik

Seit dem Frühjahr 2019 ist das Schäfli noch attraktiver geworden. Die rustikalische Gaststube im Haus Oberer Graben 20 wurde erweitert. Dazu diente das Erdgeschoss des Nachbarhauses Nr. 18. Mit modernem aber gemütlichem Auftritt kommt dieser neue Teil des Restaurant Schäfli daher. Es besteht nun aus fünf Teilen. Die ältere und die neue Gaststube, die grüne Oase im hinteren Teil der Liegenschaft und die Stadt-Gartenbeiz in der Grabenallee mit dem Boulevard-Teil vor der Hausfront. Man darf nur feststellen, schöner geht nicht.

KMU
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