w i n t e r t h u r - g l o s s a r . c h


Theater Kanton Zürich

Wed Feb 17 00:00:00 UTC 1971

Theater Kanton Zürich

Scheideggstrasse 37

8404 Winterthur

Telefon: 052 212 14 42


Das Theater Kanton Zürich (oder kurz: TZ) ist ein professionelles, vom Kanton Zürich subventioniertes Tournéetheater mit eigener Spielstätte und Ateliers und Proberäume im Winterthurer Gewerbequartier Grüze. Sein Ensemble tritt mit seinen Stücken in den Landgemeinden des Kantons auf.

Bild: Jean-Pierre Gubler

Gegründet wurde das „Theater für den Kanton Zürich“ 1971 von Regisseur Reinhard Spörri zusammen mit Theaterkollegen, Mäzenen und interessierten Gemeindepolitikern. Von Anfang an war das Theater als professionelle Wanderbühne konzipiert, die - im Gegensatz zu Truppen mit eigenem, festen Haus - zu ihren Zuschauern in die Gemeinden des Kantons zog. Ihren Sitz hatte das Theater von Anfang an in Winterthur. In den ersten Jahren probte die Truppe noch im alten „Casino“ an der Stadthausstrasse. Anfang der 1980iger Jahre konnte sie in der „Sidi“, der ehemaligen Seidenspinnerei im Deutweg, Quartier beziehen, zunächst nur in Proberäume, später mit einer eigenen Spielstätte („Theater in der Sidi“). Daneben ging das Ensemble wie geplant mit seinen Produktionen in die Gemeinden hinaus, wo es in Hallen und Sälen oder - mit einer eigenen mobilen Bühne – im Freien auftrat.

Es folgten erfolgreiche und weniger erfolgreiche Zeiten, vor allem was das Finanzielle betraf. 1998 musste angesichts der Lage gar den Angestellten gekündigt werden. Dank der substanziellen Erhöhung der kantonalen Subvention wurde aber ein Neubeginn unter der Leitung von Regisseur Jordi Vilardaga möglich. Nach 25 Jahren an der St. Gallerstrasse musste das „Theater Kanton Zürich“, wie es jetzt hiess, das Sidiareal verlassen, da dieses mit Wohnblöcken überbaut werden sollte. 2005 zog es an die Scheideggstrasse in der Grüze um. Dank Unterstützung durch Stadt und Kanton sowie privaten Geldgebern konnten die dortigen Räumlichkeiten der ehemaligen Druckerei Winterthur in einen modernen Theaterbetrieb mit Saal, Proberäumen und Ateliers umgebaut werden.

Bild: Jean-Pierre Gubler

2016 umfasst das Ensemble sechs festangestellte Mitglieder. Je nach Stück und Bedarf werden dazu noch freie SchauspielerInnen beigezogen. Dazu kommen Mitarbeitende in Technik (Beleuchtung, Audio und Video), Kostümschneiderei, Bühnenbau, Administration – insgesamt um die 20 Personen.

Im Repertoire hat die Truppe bis zu acht Stücke, dazu kommen jedes Jahr vier, fünf Neuinszenierungen. Gespielt wird pro Saison rund 150 Mal, davon jeweils rund 30 in Winterthur. Dabei finden die Premieren jeweils im eigenen Saal in der Grüze statt. Engagiert wird das TZ von Gemeinden oder kulturellen Institutionen und Vereinen, welche die Stücke im Voraus „einkaufen“. Ein Drittel der Aufführungen werden im Freien, zwei Drittel in Gemeindesälen oder anderen geeigneten Lokalitäten aufgeführt. In der Saison 2015/16 wurden mehr als 24‘000 Zuschauerinnen und Zuschauer gezählt – Tendenz steigend, wie ein Verantwortlicher der Theaterleitung anmerkt.

Bild: tzpix-bild Schauspieldirektor__022

Gegenwärtig (2016) beträgt das Budget des Theaters 3,7 Millionen Franken. Den Hauptbeitrag daran leistet der Kanton mit jährlich 2 Millionen. Der Rest verteilt sich auf die Genossenschafter, die Sponsoren (darunter die ZKB) und die zwei Trägervereine: den „Theaterclub des TZ“ mit seinen 430 Mitgliedern und die „Gesellschaft der Freunde des Theaters für den Kanton Zürich“, der insbesondere Wirtschaftsvertreter angehören. Und natürlich durch den Erlös der verkauften Aufführungen. Die Stadt Winterthur, selber Genossenschafterin, unterstützt das Theater indirekt, indem sie jeweils für Vorstellungen auf Stadtgebiet den organisierenden Quartiervereinen Einzelbeiträge gewährt.

Die Trägerschaft des Theaters ist die „Genossenschaft des Theaters für den Kanton Zürich“, dem zurzeit (2016) 90 politische und 20 Schulgemeinden sowie 250 Private angehören. Im Genossenschaftsrat sitzen Vertreter des Kantons, der Privaten und der Gemeinden, unter anderem auch der Winterthurer Stadtpräsident als städtischer Kulturminister. Der finanzielle Beitrag der Gemeinden bemisst sich an der Anzahl Einwohner. Dafür werden Mitgliedern beim Einkauf einer Vorstellung entsprechende Rabatte gewährt.

Text und teilweise Bilder: Jean-Pierre Gubler

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