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Kläranlage ARA, Abwasserreinigungsanlage in der Hard

Tue Aug 07 00:00:00 UTC 1951

Stadtwerk Winterthur

Abwasserreinigungsanlage (ARA)

Im Bruni

8408 Winterthur

Tel.: 052 224 02 00


Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) reinigt das Abwasser der Gemeinden Winterthur, Brütten, Kyburg, Weisslingen, Russikon, Wildberg, Wila, Sternenberg, Turbenthal, Zell Elsau, Bertschikon und Wiesendangen. Im Jahr durchlaufen etwa 20 Milliarden Liter Abwasser die vier Reinigungsstufen der ARA. Das gereinigte Wasser fliesst anschliessend in die Töss.

Stadtwerk Winterthur

Die Reinigung des Winterthurer Abwassers beginnt bei der Stadtentwässerung. Sie sorgt dafür, dass verschmutztes Wasser, ohne Rückstau, ohne Geruchsbelästigung und ohne Schäden zu verursachen, weggeleitet und dabei einem ersten Reinigungsprozess unterzogen wird. Kernstück der Entwässerung in Winterthur ist ein 600 Kilometer langes privates und öffentliches Kanalnetz, das in die ARA von Stadtwerk Winterthur in der Hard mündet.

Seit 1951 wird das Abwasser Winterthur in der eigenen Abwasserreinigungsanlage in der Hard bearbeitet und anschliessend gereinigt der Töss übergeben. Die Abwasserreinigungsanlage von Stadtwerk Winterthur besteht aus diversen Teilanlagen, in denen die Abwasserbehandlung, Regenwasserbehandlung und Schlammbehandlung durchgeführt werden. Die Abwasserbehandlung erfolgt in verschiedenen Stufen und beginnt mit der mechanischen Reinigung in der Rechenanlage. Danach erfolgt die biologische Reinigung in den Belüftungs- und Nachklärbecken, bei der die organische Verschmutzung biologisch abgebaut und in Biomasse umgewandelt wird. Gleichzeitig wird mit Hilfe einer chemischen Reaktion das Phospat auf das vorgeschriebene Mass reduziert. In der Filtration werden schliesslich letzte feine Partikel zurückgehalten, bevor das Wasser dem öffentlichen Gewässer wieder zugeleitet wird. Bei der Reinigung des Abwassers entstehen jährlich 320 m2 Klärschlamm, aus denen Biogas gewonnen sowie Strom und Wärme für den Eigenbedarf produziert wird. Der behandelte Klärschlamm wird anschliessend entwässert und verbrannt.

Das geklärte Abwasser fliesst anschliessend von der ARA in die Töss. Dabei erreicht es deutlich bessere Werte, als vom Gesetz vorgeschrieben sind. Die jährliche Wasserdurchflussmenge in der ARA beträgt über 19 Millionen Kubikmeter. Bei der Reinigung fallen rund 85'000 Kubikmeter Klärschlamm an. Am 21. Mai 1939 wurde der Kredit für den Bau einer ARA bewilligt. Nach kriegsbedingten Verzögerungen konnte die Anlage erst 1950 in Betrieb genommen werden. Seither sind verschiedenen Umbauten und Anpassungen an die veränderten Bedürfnisse erfolgt.

Geschichte Abwasserreinigung
bis 1835 Entsorgung der Abfälle im Stadtbach
1850 Fäkaliendepot im Deutweg
1873 Abwasser-Projekt: Fäkalien-Saugsystem
1885 Gemeindeversammlung beschliesst Einführung des heute noch üblichen Schwemmsystems
1912 Bericht an Stadtrat über eine allfällige Abwasserreinigungsanlage
1929 Projektauftrag für eine Abwasserreinigungsanlage
1939 Stimmbürger bewilligen Kredit von 1,5 Mio. CHF für ARA
1949 Erste Teile der ARA in Betrieb
1966 Biologische Reinigungsstufe der ARA in Betrieb
1971 Bundesgesetz über den Gewässerschutz legt neue Einleitungsbedingungen fest
1976 Einweihung Schlammentwässerungs- und Verbrennungsanlage
1979 Erstellung Station für die Zugabe von Fällmitteln zur Phosphatausscheidung
1986 Eingliederung von ARA und KVA in die Städtischen Werke
1986-1994 Ausbau der ARA
ab 2004 Übernahme des Schlammes der Aussengemeinden
Bild: Peter Schönenberger

Veränderungen in der Abwasserreinigungsanlage (ARA)

Die sichtbarste Veränderung in der ARA ist der im Herbst 2015 fertiggestellte zweite Faulturm. Er erhöht die Betriebssicherheit der ARA. So kann etwa der bestehende Faulturm dank des neuen Turms nach 25 Jahren erstmals ausser Betrieb genommen, inspiziert, gereinigt und saniert werden.

Der Klärschlamm wird seit August 2015 in der Schlammverbrennungsanlage Werdhölzli in Zürich verbrannt. Durch den Wegfall der Schlammverbrennung in Winterthur muss die ganze Energieversorgung der ARA umgebaut werden: Es braucht ein grösseres Blockheizkraftwerk sowie Systemanpassungen bei der Brauchwasseraufbereitung und der Druckluftversorgung.

In den nächsten Jahren werden zwei weitere Grossprojekte in der ARA konkret. Zum einen wird eine weitere Reinigungsstufe für die Elimination von Mikroverunreinigung gebaut. Mikroverunreinigung ist die Bezeichnung für Chemikalien, die in kleinsten Mengen grosse Wirkung auf Lebewesen haben. Sie stammen aus der Landwirtschaft sowie aus Haushalten, Spitälern, Industrie und Baumaterialien. Zum andern muss die ARA die Reinigungsstufe Biologie umbauen, sie hat das technische Alter erreicht. Zudem sind die Ansprüche der Gesellschaft in Bezug auf die Elimination von Stickstoffverbindungen in den letzten 30 Jahren gestiegen. Zusätzlich sind weitere Projekte in Zusammenhang mit der Werterhaltung der Anlage in Planung.

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