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Überbauung Grüzefeld


Die Überbauung in der Grüze im Stadtkreis Mattenbach entstand aus der guten Zusammenarbeit zwischen drei Wohnbaugenossenschaften und der Stadt Winterthur. Bereits in den 1950er-Jahren machte sich in Winterthur eine grosse Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen breit. Auch die Industrie machte Druck, musste und wollte sie Arbeiter anwerben, aber fand für diese keine Wohngelegenheiten.

1953 initiierte Heinrich Zindel, der sozialdemokratische Baustadtrat, über eine Motion im Gemeinderat die Idee für Vergünstigungen von Hypothekarkrediten an Genossenschaften. Er gab damit den Anstoss für den Bau von 370 Wohnungen von einem bis sechs Zimmern. Es dauerte aber noch Jahre bis der Baustart gelang und 1967 der Bezug der 370 Wohnungen im Grüzefeld beginnen konnte. Das Baubewilligungsverfahren war schwierig, gab es doch für dieses Riesenprojekt jenste Fragen die sich erstmals stellten. Diverse Ausnahmenbewilligungen waren damals dazu noch nötig. Ein Beispiel waren die geplanten Küchen offen gestaltet. Es wurde verschliessbar Türen gefordert. Aber Zindel setzte sich durch. Alle Ausnahmebewilligungen wurden erteilt. Selbst der zuerst hartnäckige Regierungsrat gab dann endlich grünes Licht. Im März 1965 war Baubeginn. Das riesige Bauprojet wurde realisiert durch die Wohnbaugenossenschaften Heimstätten, Gemeinnützige und Waldheim. Es entstand die erste Plattenbausiedlung in Winterthur und fand weit herum architekturhistorische Aufmerksamkeit. Dank dem Einsatz von vorfabrizierten Betonelementen konnte die Bauzeit drastisch verkürzt werden.

Die bisherigen Stadtbewohner konnten sich nicht alle mit diesem neuartigen und verdichteten Wohnungsbau anfreunden. Schnell waren Übernahmen im Umlauf. Während der Name „Affenfelsen“ mit der Zeit wieder in Vergessenheit geriet, blieb der Ausdruck „Zindelhörner“ im Volksmund erhalten. Somit ist diese Überbauung auch ein Denkmal für den verdienstvollen Magistrat geworden.

Ab 1967 konnten die ersten Wohnungen dieser Bauten, die ein Werk des Zürcher Architekturbüros Cramer, Jaray, Paillard und Leemann sind, bezogen werden. Licht, Luft und Sonne konnten die in guter Altersschichtung zusammengesetzte Mieterschaft geniessen. Auch ein Kinderplanschbecken fehlt nicht. Die Anordnung der Gebäudetiefen und die versetzten Geschosshöhen liessen und lassen auch in dieser Grossüberbauung nicht zu wünschen übrig. Auch innerhalb der Wohnungen ist der gesellschaftliche Anspruch der Siedlung weitergeführt. Man lebt in einem grossen, offenen Wohn-, Ess- und Küchenbereich, welcher gegen den Schlafbereich abgetrennt ist. Die Baukörper sind zwischenzeitlich renoviert worden. Die Fassaden haben 1995 neue Balkonen und eine neue Verkleidung erhalten. Eine gewisse Spezialität wurde damit geopfert. Der neue pastellfarbene Eternitpullover wirkt hingegen eher banal. Nach wie vor ist aber urbanes Wohnen im Grünen in den fast 400 Wohnungen vollumfänglich gewährleistet. Ab 1994 wurden umfassende Erneuerungsarbeiten durchgeführt.

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