w i n t e r t h u r - g l o s s a r . c h


Stiftung Schleife

Mon Feb 17 00:00:00 UTC 1992

Stiftung Schleife

Pflanzschulstrasse 17

8400 Winterthur

Tel. 052 233 60 80


Die Stiftung Schleife ist eine gemeinnützige, christliche Organisation, die sich unter anderem zum Ziel gesetzt hat, „Menschen und kirchliche Gemeinden in ihrer praktischen und geistlichen Entwicklung zu unterstützen und zu fördern“. Sie gilt als evangelikal und ist überregional aktiv.

Foto: Jean-Pierre Gubler

Die Stiftung Schleife wurde 1992 vom Pfarrerehepaar Geri und Lilo Keller-Baur gegründet. Beide waren zuletzt in der reformierten Kirchgemeinde Winterthur-Seen tätig gewesen. Nicht zuletzt wegen der persönlichen Ausstrahlung und der Initiative Kellers und seiner Frau waren in Seen im Laufe der Jahre zahlreiche Hausgebetskreise und andere Aktivitäten entstanden, welche das Ehepaar immer mehr in Anspruch nahmen. Auch war innerhalb der Gemeinde das Engagement des charismatischen Pfarrers nicht unumstritten, seine Art soll die Meinungen polarisiert haben. Jedenfalls quittierten die beiden den Dienst in der Landeskirche, um sich dem Aufbau ihrer Stiftung zu widmen, einer „ überkonfessionellen christlichen Bewegung“, deren Ziel es gemäss eigenem Homepage-Beschrieb ist, „Menschen, kirchliche Gemeinden aller Denominationen, christliche Werke sowie andere Gruppierungen in ihrer praktischen und geistlichen Entwicklung zu fördern und zu unterstützen“.

Foto: Stiftung Schleife

Mittel dazu sind eine ganze Reihe von Angeboten, wie spezifische Seminare und Kurse zu Themen wie Seelsorge, Prophetie, Erziehung oder Bibellektüre, Beratung für Gemeindeleiter und Pfarrer, ein eigener Buchverlag mit einschlägiger Literatur und mehrtägige „Konferenzen“ wie die jährlichen „Frauen-„ oder die „Kinderkonferenz“, an denen entsprechende Themen im Zentrum stehen und oft auch Prediger aus anderen Ländern auftreten.

Der Name der Stiftung geht auf ihren Sitz im Geiselweidquartier zurück, dem Schleife-Areal, wo die Gründer sich 1993 in einem dortigen Gebäude einer ehemaligen Textilfabrik einmieteten. Im Laufe der Jahre, parallel zum Wachstum der Organisation, kamen weitere Stockwerke und Räumlichkeiten dazu. Heute beschäftigt die Stiftung 25 angestellte MitarbeiterInnen, davon vier Lehrlinge. Dazu kann sie auf die Mithilfe und Dienste zahlreicher Freiwilliger rechnen. 2008 fand ein Generationenwechsel statt, als Gründer Geri Keller die Leitung der Stiftung seinem Sohn Andreas übergab. 2016 trat auch Lilo Keller als Leiterin des „Worship- bzw. Lobpreis-Departments“ zurück.

Foto: Stiftung Schleife

Die Stiftung Schleife als Freikirche zu bezeichnen wäre falsch. Sie versteht sich selber nicht als eigenständige Gemeinde, auch wenn in ihrem Räumen wöchentlich ein Gottesdienst stattfindet. Gemäss Eintrag der evangelischen Informationsstelle steht aber die theologische Ausrichtung der Schleife-Angebote derjenigen der Neocharismatischen Bewegung - zu denen namentlich viele evangelikale Gruppierungen gehören - in vielem nahe. Und auch die auf der Schleife-Homepage einsehbaren Aufzeichnungen der Stiftungsanlässe bestätigen den Eindruck einer strikt bibeltreuen, fundamentalistischen Orientierung der Predigtinhalte. Die Stiftung ist zudem Mitglied der „Evangelischen Allianz Winterthur“, dem Dachverband der hiesigen Freikirchen.

Bis in die Nullerjahren organisierte die Stiftung die so genannten „Reithallengottesdienste“, zu welchen allmonatlich bis zu 1000 Personen in die Reithalle kamen, zum Teil gar aus dem süddeutschen Raum. Diese seien dann durch die „Stadtgottesdienste“ der EAW abgelöst worden, erklärt die PR-Verantwortliche. 2016 wurde die Veranstaltung als „Reithallengottesdienst Revival“ wieder aufgenommen. Geplant sei, sie künftig jeweils einmal im Jahr als Abschluss der einen oder andern „Konferenz“ durchzuführen.

Foto: Lb Heinz Diener

In der Öffentlichkeit besonders wahrgenommen wird heute die von der Stiftung Schleife alle zwei Jahre organisierte „Bauernkonferenz“, zu der jeweils Hunderte von – meist frei- oder landeskirchlich engagierten – Landwirten und Bäuerinnen aus der ganzen Schweiz nach Winterthur anreisen. Während dreier Tage finden in der Reithalle auf die Situation des Bauernstandes zugeschnittene Workshops, Referate und Gottesdienste statt. Ziel sei es, den Besuchern „Raum zu bieten für Begegnung, Austausch, Neuausrichtung und Vernetzung“, wie es auf der Homepage heisst. Für einige mediale Aufregung sorgte 2010 die Teilnahme von Bundesrat Ueli Maurer, der als Ehrengast und Sprecher eingeladen worden war.

Text und teilweise Bilder: Jean-Pierre Gubler

Kirchen
nach oben ↥
nach oben ↥
link