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Zylinderschleifwerk Winterthur AG (ZSW)

01.04.1950

Alfred Josef Wertli (1907-1981) gründete per 1. März 1950 zusammen mit Hans Bodmer die Zylinderschleifwerk Winterthur AG mit Sitz an der Poststrasse 15 in Winterthur-Töss. Als Firmenzweck liessen sie im Handelsregister eintragen: Ausführung von Reparaturarbeiten an Motorfahrzeugen, namentlich Bohr- und Schleifarbeiten an Zylindern von Explosionsmotoren.

Bild: Archiv ZSW

Alfred Josef Wertli, der Gründer der Zylinderschleifwerk Winterthur AG (ZSW AG) lebte in Zürich, Baden und Winterthur. Nach der Kantonsschule absolvierte er das Studium an der ETH Zürich. Seinen Abschluss erreichte er an der Abteilung für Maschineningenieurwesen und Elektrotechnik. Das Diplom als Elektroingenieur ETH wurde ihm am 20. Dezember 1930 erteilt. Anschliessend folgte eine Anstellung bei Philips-Lampen AG, Zürich. Später wechselte er zu Brown Boveri Co., Baden.

Am 1. April 1950 wagte er zusammen mit Hans Bodmer den Schritt in die Selbständigkeit. Sie gründeten das Zylinderschleifwerk Winterthur AG. Am 6. Mai 1950 unterzeichnet Alfred Wertli für das ZSW den Miet- und Kaufvertrag für zwei Magazingebäude an der Poststrasse 15 in Töss. Verkäufer war die Paul Reinhard & Cie., Winterthur.

Bild: Archiv ZSW

Ab 1950 wurde vor allem die Tätigkeit im Motoren- und Autotechnikbereich auf- und ausgebaut. Zu den Kunden zählten von früh an die Armeemotorfahrzeugparks und Garagenbetriebe in und um Winterthur. Die zahlreichen Fahrzeuge der Armee aus USA-Herkunft wie Jeep, Dodge, Chrysler usw. mussten regelmässig im Motorenbereich repariert und überholt werden. Die Lebensdauer jener Motoren war damals etwa bei 20'000 km bis zur nächsten grossen Reparatur. Auch im privaten PW-Sektor und bei den Nutzfahrzeugen waren regelmässige Reparaturen im Motorenbereich normal. Neue Kolben einsetzen nachdem die Zylinderbüchsen ausgebohrt und gehont worden waren und Ventilarbeiten waren oben auf der Liste. Dann folgten als weitere Prioritäten neue Lagerschalen für Kurbelwellen und Pleuelstangen mit den notwendigen Schleifarbeiten.

Bild: Archiv ZSW

Am 1. August 1952 erfolgt die erste Handänderung an die ZSW AG in Winterthur Töss für eine angrenzende Parzelle. Später wurden noch weiter Parzellen in der nahen Umgebung gekauft. Ab 1970, als die Wertli AG die Werkhalle von 1957 an der Poststrasse 15 verliess, wurden dort mehr und mehr Industrieschleifmaschinen installiert. Nun ging die Tätigkeit des Rundschleifens langer Wellen und Stangen los.

Bild: Archiv ZSW

1989 kam es zu einer grossen Werkserweiterung. Die Werkfläche wurde verdoppelt. In den folgenden Jahren wurde in weitere Rundschleifmaschinen investiert. Gleichzeitig erfolgte im Automobilbau ein grundlegender Wandel zu weitaus leistungsfähigeren und langlebigeren Motoren. Die Reparaturzyklen überschritten bald die 100'000 km Grenze und die Reparaturaufträge wurden zunehmend von den Herstellern selbst mit Austauschmotoren bedient. Der ZSW-Umsatzanteil mit Motorreparaturen sank kontinuierlich von Jahr 1985 von noch 25 % bis im Jahr 2000 von noch 2 %. Im Jahr 2000 wurde die Motorenreparatur nach 50 Jahren Tätigkeit eingestellt, einerseits wegen ausbleibender Nachfrage und andererseits wegen ausbleibendem Fachkräftenachwuchs.

Bild: Archiv ZSW

Seit dem Jahr 2000 ist die ZSW AG ausschliesslich als Lohnfertiger im Bereich Schleifen von Walzen, Wellen und Stangen tätig. Hauptanteil der Tätigkeit liegt im Schleifen beschichteter Walzen mit höchster Oberflächengüte.

Die Leitung des Familienunternehmens ging 1981 von Alfred Wertli an die zweite Generation der Familie Wertli, Thomas Wertli, über. Ab 2015 kam mit Christian Wertli die dritte Generation zum Zuge. Mit dem konsequenten Ausbau der Schleiftätigkeit wurde die Umsatzentwicklung nachhaltig positiv beeinflusst. Die heutigen Auftraggeber sind hauptsächlich Maschinenbauer oder Anwender von geschliffenen Walzen und Hersteller von Druckmaschinen im In- uns Ausland. Der Exportanteil mit 50 % nimmt einen sehr hohen Stellenwert ein. Das Unternehmen ist bisher ausschliesslich im Familienbesitz geblieben.

Bild: Archiv ZSW

In den Jahren 2012 bis 2014 erfolgten an den ZSW-Liegenschaften bedeutende Umbauten. 2012 wurden drei alten Liegenschaften an der Poststrasse 5, 7 und 9 abgerissen, um Platz für den letzten Werkausbau zu schaffen. 2013 fanden im 2. OG des Bürohauses Poststrasse 15 umfangreiche Renovationen, und Ausbauten statt zusammen mit Dach- und Fenstererneuerungen. Von Mitte 2013 bis Mitte 2014 wurde die neueste Werkhalle an der Ecke Poststrasse-Zelglistrasse errichtet. Damit sind die Landreserven der ZSW AG jetzt ab 2015 voll ausgenützt.

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