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Völki Lebrecht 1879-1937, Architekt

Lebrecht Völki
Wed Apr 30 00:00:00 UTC 1879
Fri Apr 30 00:00:00 UTC 1937

Lebrecht Völki zählt zu den bedeutesten Winterthurer Architekten in der ersten Hälfte des 20. Jhdt. Er strebte bei der Gestaltung seiner Baukörper nach Klarheit und Einfachheit. Die Fassadengliederungen waren streng rhythmisch. Dieser Stil war zu jener Zeit in ganz Europa charakteristisch: Aus dem Neobarock der Nachjugendstilzeit entwickelte sich der Neoklassizismus, der wiederum in die Moderne mündete.

Winterthurer Bibilotheken, Sondersammlungen

Lebrecht Völki wurde in Baden in einfachen Verhältnissen geboren. Da das Geld für eine Aargauer Schule nicht reichte, schulte er sich in seinem Heimatkanton Thurgau an der Industrieschule Frauenfeld ein und erlangte dort 1898 die Maturität. Er studierte in Karlruhe Architektur bei Professor Karl Schäfer, dessen Assistent er wurde. Seine Studienreisen führten in nach Frankreich und vor allem Deutschland, was sein künftiges Schaffen prägte. Er entwickelte ein spezielles Formgefühl für repräsentative Baukörper. Dabei stand bei ihm aber immer im Vordergrund, dass die Bauten für die Benutzer einfach und praktisch waren. Die Eindrücke des Barock-Baustils von Deutschland, wo er auch meistens in den Ferien weilte, sind bei seinen Häusern unverkennbar und stellen eine Wiederbelebung dieser Bauart dar. 1904 bis 1906 leitete er im Auftrag des Bauamtes Strassburg verschiedene Bauaufträge. 1907 trat er ins renommierte Architekturbüro Jung & Bridler in Winterthur ein. 1909 wurde er Teilhaber und 1914 übernahm er es. Er heiratete die Winterthurerin Alice Forrer aus gutem Hause, was ihm auch manche Türe geöffnet hatte. Für die Gesellschaft für Erstellung billiger Wohnhäuser (GebW), dessen Vorstandmitglied er seit 1911 war, realisierte er verschiedene Siedlungen. Er war auch aktiv in anderen Gebieten. So war er ab 1912 Verwaltungsrat der Hypothekarbank. 1923-1936 war er Waffenplatzkommandant im Range eines Oberstleutnant der Genietruppen. Völki war ein gemütlicher und geselliger Mensch, dem Familie (Tochter Regula * 1910) und Freunde mehr bedeute, als berufliche Ehre und Anerkennung. Dies ist wohl auch der Grund, dass sein Lebenswerk leider weniger bekannt ist, als das von seinen Zeitgenossen.

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