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Offene Jugendarbeit (OJA) Winterthur


Die Offene Jugendarbeit (OJA) in Winterthur lebt vom Engagement der Freiwilligen. Nur dank diesen ist das breite Angebot zu einem vergleichsweise geringen städtischen Budget möglich. In Publikationen werden die Chancen und Grenzen der ehrenamtlichen Arbeit aufgezeigt und erklärt, dass Jugendliche neben einem freiwilligen Einsatz auch Interesse an Jugendjobs haben, mit denen sie ihr Taschengeld aufbessern können.

Zwölf ehrenamtliche Trägerschaften stellen das breite Angebot der offenen Jugendarbeit in Winterthur sicher. Mindestens 1500 Stunden Freiwilligenarbeit leisten alleine schon die Verantwortlichen in den Trägerschaften. Ihre Arbeit ist anspruchsvoll und kann nur von Menschen mit entsprechender Ausbildung oder Erfahrung geleistet werden. So finden sich in den Trägervereinen zum Beispiel Buchhalterinnen, Controller, ZHAW-Dozierende, Schulleitende und Sozialpädagoginnen. Das Engagement dieser Freiwilligen beläuft sich auf einen Wert von rund 150‘000 Franken jährlich. Nur dank ihnen kann Winterthur das grosse Angebot im Bereich Kinder- und Jugendförderung zu vergleichsweise tiefen städtischen Kosten anbieten. Im Vergleich zu anderen Städten ist ausserdem der Finanzierungsanteil der beiden Landeskirchen sowie der Stiftungen (Adele-Koller-Knüsli-Stiftung, Hülfsgesellschaft) überdurchschnittlich hoch.

So beeindruckend der finanzielle Aspekt auch ist, bildet er doch nur einen Teil des Werts ab, den die Freiwilligen für die OJA und die Stadt Winterthur haben. Viele Winterthurerinnen und Winterthurer setzen sich über Jahre mit viel Herzblut für die Kinder und Jugendlichen in der Stadt ein. Dadurch tragen sie zur Integration der jungen Menschen bei und sorgen für ein funktionierendes Zusammenleben der Generationen. In den «OJA-Einblicken» kommen deshalb auch Freiwillige der Trägervereine zu Wort; sie erzählen von ihrer Motivation und den Herausforderungen der Jugendarbeit.

Auch das freiwillige Engagement von Jugendlichen wird im OJA-Bericht beleuchtet. Die Beschäftigung von jugendlichen Helferinnen und Helfern beruht auf der Basis einer guten Beziehung und ist ein ständiges Geben und Nehmen. Ihre Arbeit ist unbezahlbar: Die Jugendlichen sind im gleichen Alter wie die Zielgruppe und deshalb besonders geeignet, deren Bedürfnisse und Anliegen aufzunehmen. Doch das freiwillige Engagement ist nicht immer einfach. Jugendliche benötigen Betreuung und müssen angeleitet werden. Oft setzen sie sich auch lieber für ein eigenes Projekt ein, als etablierte Strukturen weiterzutragen. Die Möglichkeit, mit einem Jugendjob das Taschengeld aufzubessern, ist sehr beliebt. Hier übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich.

365 Tage im Jahr auf Sendung – unbezahlt

Ein trotz dieser Schwierigkeiten besonders erfolgreiches Projekt mit ausschliesslich jungen Freiwilligen ist der Jugendsender «4 The Next Generation» (4TNG): Seit vier Jahren ist das Jugendradio 365 Tage im Jahr auf Sendung – ohne eine einzige bezahlte Arbeitsstunde. Die Mitglieder von Radio 4TNG gestalten den Jugendsender selbstständig, sie erstellen das Radioprogramm und halten die Technik instand. So können sie wertvolle Erfahrungen und Referenzen sammeln, die später den Einstieg in den professionellen Journalismus erleichtern oder bei der Lehrstellensuche helfen.

Sozialwesen
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