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Sträuli-Hauser Jean , 1838-1900 Fabrikant

Johannes Sträuli
1838
1900

Zusammen mit seinem Bruder Carl führte Jean Sträuli das Familienunternehmen „Seifenfabrik Sträuli“ in zweiter Generation von 1865 bis 1899. Sie wandelten den Handwerkerbetrieb zu einer modernen Fabrik um.

Foto: winbib (Signatur 172573)

Johannes Sträuli, genannt Jean, wurde als der dritte Sohn des Ehepaares Sträuli-Brändli (des Gründers der Seifenfabrik) im Jahre 1838 geboren. Er lehrte den Beruf eines Kaufmanns im väterlichen Geschäft („weil er körperlich schwächlich sei und lieber hinter den Büchern sitze“). Jean war für seinen Vater eine echte Stütze und er legte sich alle notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten zu.

Um diese noch zu vertiefen schickte ihn der Vater 1856 bis 1958 zur weiteren Ausbildung nach Deutschland. In Ulm, Offenbach und Kassel arbeitete er als Gehilfe in Seifensiedereien. Als auch sein Bruder Carl nach den Wanderjahren aus Deutschland in die Heimat zurückkehrte, schmiedeten die beiden Pläne zur Erweiterung und Modernisierung des väterlichen Geschäftes. Dieser gab nach anfänglichem Widerstreben schliesslich seine Bewilligung. Der Handwerkbetrieb wurde zu einer Fabrik. 1865 übergab der Firmengründer Johannes Sträuli sein Geschäft den beiden Söhnen Jean und Carl.

Die Arbeitsteilung ergab sich von selbst. Jean Sträuli betreute den kaufmännischen Teil und Carl Sträuli leitete die Fabrikation. Die Zusammenarbeit funktionierte ausgezeichnet, was einem guten Geschäftgang dienlich war. Am 24. August 1892 erfolgte die Umwandlung der Firma Joh. Sträuli in die Kollektivgesellschaft Sträuli & Cie.

Foto: winbib, Johann Linck (Signatur FotSch_009-010)

Als die Vertreter der dritten Generation sich mit dem Geschäft vertraut gemacht hatten, übergaben die beiden Brüder Ende 1899 die Leitung der Firma.

Jean Sträuli war ein ausgesprochener Familienmensch. Der glücklichen Ehe mit Emilie Hauser (1838-1919) aus der „Neumühle“ Töss entsprossen zwei Söhne (Walter Sträuli [1869-1941] und Werner (Jean) Sträuli [1873-1909] und zwei Töchter (Emilie (Milly [1862-194]) und Martha Sträuli [1866-1894]).

Mit seiner soziale Einstellung im Betrieb und seiner grossen Hilfsbereitschaft im Familien- und Bekanntenkreis half und unterstütze er immer und oft. Das Turn- und Schützen wesen lagen ihm speziell am Herzen. Am politischen Leben nahm er lebhaft Anteil, ohne aber hervorzutreten. Gute Dienste leistete er als Armen- und Schulpfleger. Bereits nach einem Jahr nach seinem Rücktritt aus dem aktiven Arbeitsleben verstarb er im Alter von 62 Jahren (1900) an einem Herzleiden.

Industrielle
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