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Haus zur Linde, Technikumstrasse 96

1893

Das 1893 erbaute Haus ist eines der seltenen Sichtbacksteinhäuser der Altstadt. Als verantwortlich zeichneten Walter Hofmann als Architekt und Bauunternehmer und Johann Diener als Baumeister.

Das viergeschossige Zeilenhaus „Zur Linde“ wurde 1893 erbaut und stellt eines der seltenen Sichtbacksteinhäuser des Historismus innerhalb der Altstadt dar. Die dreiachsige, axial aufgebaute Fassade ist reicht verziert und weist im Erdgeschoss eine Hau-Steinarchitektur auf, die von Rundbogenöffnungen geprägt wird. In den Obergeschossen wird die Mittelachse durch den Balkon, die Dreieckgiebelverdachung und das Zwerchhaus*** im Dachgeschoss betont.

Stilelemente der Neo-Renaissance (rustiziertes Sockelgeschoss, Täferungen im Inneren) werden mit solchen des Klassizismus (Fenstergewände), des Barock (Balkongeländer) und der Neogotik (Giebel) vermischt (so genannter Stilpluralismus oder Historismus). Walter Hofmann, der Architekt und Bauunternehmer, war offensichtlich bestrebt, eine repräsentative Fassade gegen die damalige Eulachstrasse hin zu errichten. Im Inneren ist die Ausstattung in einem sehr guten Zustand, was für Winterthur aussergewöhnlich ist. Im Treppenhaus befinden sich mit Ölfarbe gestrichene Tapeten, maserierte Wohnungsabschlusstüren; in den Wohnungen sind Täferungen und Parkettböden erhalten geblieben.

Unterschutzstellung Beschluss Stadtrat vom 19.9.2007

*** Ein Zwerchhaus ist ein ein- oder mehrgeschossiger Aufbau eines geneigten Daches. Das Zwerchhaus hat einen Giebel und ein eigenes Dach. Der Zwerchgiebel steht in der Flucht der Gebäudeaussenwand. Dadurch unterscheidet sich das Zwerchhaus von der Gaube, die unabhängig von den Aussenwänden auf dem Dach positioniert ist. Das Dach des Zwerchhauses ist häufig als Satteldach ausgebildet. Dessen First verläuft quer (zwerch) zum Dachfirst des Hauptdachs. Entsprechend stehen die Traufen von Zwerchdach und Hauptdach rechtwinklig zueinander.

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