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Huggenberger Ernst, Jurist, Stadtrat *1924

Ernst Huggenberger
15.07.1924
06.02.2017

Rechtsanwalt Ernst Huggenberger war auf der politischen Bühne mehr oder weniger unbekannt als er als Vertreter der CVP 1966 zur Wahl in den Stadtrat antrat und gewählt wurde. 24 Jahre war er Mitglied der Winterthurer Exekutive. Bis 1977 stand er dem Departement Bau vor. Nach dem Rücktritt von Dr. Hans Bachmann wechselte er ins Departement Finanzen. Von 1979 bis 1983 gehörte Huggenberger auch für eine Legislatur-Periode dem Nationalrat an.

Foto: winbib (Signatur FotLb_004126)

Ernst Huggenberger kam am 15. Juli 1924 als Sohn des Julius und der Maria Ida geb. Imber zur Welt. Er besuchte in Winterthur die Primarschule und das Gymnasium. Nach der Matur studierte er an der Universität Zürich Jura. 1949 schloss er als Dr. iur. ab und 1953 eröffnete Rechtsanwalt Huggenberger ein eigenes Advokaturbüro in Winterthur. Zuvor hatte er mit Alice Margarita Bucher eine Familie gegründet. Sie hatten zusammen drei Kinder.

Mit der Wahl von Ernst Huggenberger gelang es der CVP, auf Kosten der SP, erstmals in die Winterthurer Exekutive einzuziehen. Während seiner 24-jährigen Amtszeit führte Ernst Huggenberger als Nachfolger des Sozialdemokraten Heinrich Zindel zunächst elf Jahre lang das Bauamt (heute Departement Bau). 1977 wechselte er nach dem Rücktritt von Hans Bachmann FDP ins Finanzdepartement und die Technischen Betriebe. Von 1979 bis 1983 politisierte er zudem eine Legislaturperiode lang im Nationalrat. 1990 trat er aus dem Stadtrat zurück.

Huggenberger hat die Stadt und deren Infrastruktur mitgeprägt. So hat er etwa durch den Bau der «Spange» und den Ausbau der Wülflinger Unterführung rechtzeitig einen Verkehrsinfarkt verhindert. Auch den ÖV hatte er gestärkt, indem unter seiner Führung das Busnetz um 16 Kilometer (rund 35 Prozent) erweitert wurde. Zu erinnern ist auch an den Bau neuer Reservoirs, an den Aufbau der städtischen Fernwärmeversorgung und den Ausbau der ARA.

Foto: winbib, Hans Rudolf Keller (Signatur FotLb_004128)

Überdies war er während vieler Jahre Präsident des Gasverbundes Ostschweiz und Mitglied des Verkehrsrates des ZVV. Nicht nur als Stadtrat, sondern von 1979 bis 1983 auch als Nationalrat setzte sich Ernst Huggenberger für Winterthur ein. Schweizweit bekannt wurde er namentlich als Vater des Bundesgesetzes über die Wanderwege.

Zuvor und danach hat er unsere Schweiz in allen Himmelsrichtungen durchwandert und wurde Präsident der Zürcherischen Arbeitsgemeinschaft für Wanderwege (ZAW). Persönlich war Ernst Huggenberger verankert in einem christlich geprägten Umfeld, so während sechs Jahren als Mitglied der katholischen Kirchenpflege und als bekannter Exponent der kantonalen CVP, deren Überkonfessionalität ihm stets ein Anliegen war. Als Suso-Pfadiführer und im Altpfaderverband blieb er jahrzehntelang unter seinem Pfadinamen Wehner geschätzt.

Er war ein stets loyaler und ausgleichender Chef. Denen, die ihn näher kannten, war und blieb er auch ein guter Freund. Militärisch diente Ernst Huggenberger zuletzt als Oberst und Platzkommandant von Winterthur. Ernst Huggenberger ist am 6. Februar 2017 92-jährig verstorben.

Quelle: Nachruf Dr. Peter Baumberger

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