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Schmid Henri, Kunstmaler, 1924-2009

Henri Schmid
Thu Jan 10 00:00:00 UTC 1924
Sat Jul 25 00:00:00 UTC 2009

„Mit dem Tod des Kunstmalers Henri Schmid hat die Stadt Winterthur den letzten bedeutenden Vertreter der hier besonders geschätzten Landschaftsmalerei verloren.“ So begann der Berichterstatter Adrian Mebold die Würdigung im „Landboten“ nach dem Ableben des Künstlers.

Seine Freunde aus der Künstlergruppe Winterthur schrieben nach seinem Tode in einer Todesanzeige in den Landboten: „Als Kunstmaler gehörte Henri Schmid zu den herausragenden und bedeutendsten seiner Generation, der zeitlebens seinem Stil treu geblieben ist. Er wird uns nicht nur als offener und freundlicher Zeitgenosse, sondern auch durch seine wunderbaren, atmosphärischen Landschafts- und Interieurbilder in Erinnerung bleiben“.

Am 10. Januar 1924 kam Henri Schmid in Töss auf die Welt. Seine Jugend verbrachte er in der Winterthurer Altstadt, in der Nähe der Stadtkirche. Schon früh reifte in ihm der Wunsch, Maler zu werden. Doch zuerst absolvierte Schmid eine Berufslehre als Grafiker-Lithograf. Beim Besuch der Kunstgewerbeschule in Zürich lernte er seine spätere Frau, die Zürcher Goldschmiedin Erica Früh kennen. Seine weiteren Kontakt zu den Malern Ernst Georg Rüegg und Max Gubler hellten ihm den Alltag auf. Er war mit in der Zeit der Berufslehre keineswegs glücklich. Es war die Kunst, die zog und lockte. Dazu kam, dass er die Stadt als eng empfand, er wollte und musste in die Landschaften, in die Berge hinaus. Im Herbst 1946 reiste er mit dem Malerkollegen Walter Kerker in die Provence, wo auch ihn die Helle, das Licht und die Farben beglückte. Er fand die Farben Bonnard und zu sich selbst als Maler. Stipendien ermöglichten ihm weiter Studienreisen zum Beispiel nach Nordafrika und Paris. Reisen und Malen war künftig sein Leben. 1984 erlitt er einen Skiunfall, wodurch sein Aktionsradius eingeengt wurde. Es standen somit nicht mehr die Mittelmeer-Länder sondern das Weinland und das Tösstal im Vordergrund. Aber auch Bildnisse und Stadtansichten (Paris, London, New York) entstanden unter von Schmid geführten Pinseln. Immer gelang es ihm, die Atmosphären einzufangen. Er versuchte die wechselnden Stimmungen einzufangen ohne aber ins Abstrakte abzugleiten. Dieses war nicht seine Welt.

1961 kam er von Zürich her in seine Vaterstadt zurück, wo er am Kreuzweg zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern Kaspar und Andrea ein Einfamilienhaus bezog. Im Dachstock wurde das Atelier eingerichtet. Er etablierte sich in der Künstlergruppe (Präsident 1970-1980), im Kunst- und Galerieverein. Er war nun ein „Winterthurer“ geworden, frühere Vorbehalte waren vergessen, ja ins Gegenteil gekehrt. Er fand nun den idealen Rahmen für seine Kunst und auch die Resonanz für seine Bilder. Diese Anerkennung seines Schaffens belegen auch die Annerkennungsgabe der Stadt Winterthur 1973 und den Kunstpreis der Karl-Heinrich-Ernst-Stiftung.

Am 25. Juli 2009 verstarb Schmid nach kurzer Krankheit in seinem Heim am Kreuzweg in Winterthur.

Biografie

Schmid Henri, geboren 1924 in Winterthur. Ausbildung als Lithograph und Grafiker. Lehrling und Schüler an der Kunstgewerbeschule Zürich.

Nach den Kriegsjahren 1946 erste Auslandreise nach Südfrankreich und Paris.

1947 Malreise nach Spanien. 1948 Bundesstipendium, längerer Aufenthalt in Antibes und Paris. Im selben Jahr Einzug in das Zürcher Atelier. 1949 Bundesstipendium. Reise nach Nordafrika und durch die Wüste Sahara.

In den folgenden Jahren Reisen und Aufenthalte in den Mittelmeerländern. 1968/69 Atelier in der cité internationale des arts, Paris. nach 1980 Reisen nach London und New York.

Ausstellungen

Teilnahme an den Zürich-Land-Ausstellungen seit den Anfängen. 1949 Mitglied der Künstlergruppe Winterthur und der Gsamba, Teilnahme an den jährlichen Ausstellungen. Einzelaustellungen seit 1951 in verschiedenen Schweizer Galerien. im Kunstsalon Wolfsberg Zürich in regelmässigen Abständen. 1988 Kunstmuseum Winterthur.

Kulturschaffende
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