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Villa Rychenberg, Rychenbergstasse 94

1888

Die in einem englischen Landschaftsgarten stehende Villa Reinhart wurde 1887/88 vom Architekten Ernst Jung für den Kaufmann und Kunstmäzen Theodor Reinhart errichtet.

Foto Christoph Bantli

Theodor Reinhart war das fünfte Kind des Winterthurer Baumwollkaufmanns Johann Caspar Reinhart (1798-1871) und seiner zweiten Gattin Bertha Juliane Hess. Nach dem Studium und seiner Ausbildung zum Kaufmann verliess Theodor Reinhart die Familienfirma und kam 1876 durch die Heirat mit Lilly, der Tochter von Salomon Volkart, zur Weltfirma Gebrüder Volkart. In den Jahren 1887/88 wurde die neue Villa von Ernst Jung an der Rychenbergstrasse 94 für das Ehepaar mit den vier Söhnen Georg, Hans, Werner und Oskar erbaut, zu denen später noch die Tochter Emma kam.

Foto Christoph Bantli

In tadelloser architektonischer Gliederung erbaute 1888 Ernst Jung die Villa Rychenberg. Sie ist streng symmetrisch konzipiert, zweistöckig, eine gusseiserne Veranda ist auf die Seitenfront verbannt. Erdgeschoss und Obergeschoss sind in Sichtbackstein ausgeführt. Darüber erhebt sich ein hohes, gekapptes Walmdach, das eine Zinne trägt. Von den sieben Fensterachsen der Südfront sind die drei mittleren zu einem polygonalen Risaliten (Risalit, ital. risalto, "Vorsprung". ist ein auf ganzer Höhe hervorspringender Gebäudeteil) zusammengefasst. Das hohe Walmdach trägt eine Zinne, die von einem zierlichen Eisengitter gekrönt ist.

Theodor hat rund 30 Jahre im Rychenberg gewohnt und neben seinen vier Buben ging gut ein Dutzend „Kunstbuben“, von Ferdinand Hodler bis Karl Hofer, im Rychenberg ein und aus. 1920 ging die Villa an seinen Sohn Werner über. In den drei Jahrzehnten von 1920 bis 1950 genoss eine Vielzahl von Komponisten, ausführenden Musikern und Künstlern Werner Reinharts Gastfreundschaft. Nach dem Tode von Werner Reinhart 1951 fielen Gebäude und Park dem Musikkollegium und der Musikschule Winterthur. Der Park wurde öffentlich zugänglich.

Der Rychenbergpark

Der im Volksmund als «Musikschulpark» bekannte Rychenbergpark wurde im Jahr 1889 vom renommierten Gartenarchitekten Evariste Mertens als englischer Landschaftsgarten der Villa Rychenberg entworfen. Heute gehören Villa und Park dem Musikkollegium Winterthur. Dies geht auf ein Legat aus dem Jahr 1951 des Musikmäzens Werner Reinhart zurück. 1969 wurde der Neubau der Musikschule hinzugefügt. Der rund 1,4 Hektaren grosse Park mit seinen vielen wertvollen Bäumen befindet sich im städtischen Inventar der schützenswerten Gärten und historischen Freiräume und wird von Stadtgrün Winterthur gepflegt. Die Quartierbevölkerung, Musik- und Kantonsschüler und Kinderkrippen gehören zu den vielen Besuchenden des Parks. Bald werden kleine und grössere Kinder im Rychenbergpark über Bass- und Violinschlüssel klettern, durch die Tubaröhre rutschen, dem gurgelnden Klang des Wassers lauschen oder die Pause auf der Hängematte geniessen. Dies sieht das Projekt des Alteliers «Schelb und Partner» vor, das den Wettbewerb zur Sanierung des Spielplatzes Rychenbergpark gewonnen hat. Es ersetzt den bestehenden Spielplatz aus dem Jahr 2000, der beliebt und gut frequentiert, aber sanierungsbedürftig ist.

Im Jahr 2020 wurde die Sanierung in Angriff genommen. Am 18.09.2020 feierte der sanierte Spielpaltz im Rychenbergpark seine Eröffnung. Die Umsetzung kostete 150 000 Franken. Für die Umsetzung des neuen Spielplatzes waren Fredi Schelb und Rando Moricca zuständig. Die Firma Schelb und Partner sind ausgewiesene Spezialisten für Spielplätze und schon seit über 30 Jahren in diesem Bereich tätig. Sie haben schon über 300 Spielplatzprojekte umgesetzt. Für den neuen Spielplatz im Rychenbergpark setzten sie bei der Materialwahl besonders auf Rundhölzer und Seile.

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