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Egg-Greuter Johann Ulrich, 1801-1878

Johann Ulrich Egg-Greuter
1801
1878

Egg hatte eine geachtete Position in Winterthur. Er war Leiter und später Inhaber der Firma Greuter & Rieter in Islikon. Er hatte 1832 die Tochter seines verstorbenen Chefs Stefanie Greuter geheiratet.

Foto: winbib (Signatur 170993)

Johann Ulrich Egg kam 1801 als Sohn des Hans Ulrich Egg-Hess, 1764-1843, in Ellikon/Thur zur Welt. Er hatte drei Geschwister Johannes Egg, genannt Jean, 1799-1862, Hans Konrad Egg 1798-1831 und Anna Elisabeth, genannt Lisette *1803. Egg hatte im Hause Greuter & Rieter die kaufmännische Lehre gemacht und wurde später Chef und auch Inhaber dieser Firma.

Er brachte sie ab 1864 unter dem Namen „Egg, Ziegler, Greuter & Cie. zu hoher Blüte. Der Betrieb war eine Kattundruckerei. Kattun (von arabisch katon, „Baumwolle“) ist ein glattes, leinwandartig gewebtes, ziemlich dichtes Baumwollzeug. Das einfarbige oder bedruckte Gewebe kann heute auch aus Chemiefasergarnen hergestellt sein.

Bedruckte Kattune (in England meist Kalikos, in Frankreich Indiennes genannt) bildeten einen der wichtigsten Artikel der Web- und Druckindustrie in England, Deutschland, Frankreich und der Schweiz ab Ende des 18. Jahrhunderts. Sie kamen ursprünglich als Handarbeit aus Indien nach Europa. Später ist die Maschinenproduktion in Europa zu solcher Entwicklung gelangt, dass europäischer Kattun in Indien die dortige Handarbeit verdrängt hat.

Foto: winbib (Signatur 170989)

Sie fabrizierten in Islikon und Frauenfeld auch Blaudruck-Tücher, wie sie die Landleute im Thurgau und im Kanton Zürich zu ihrer täglichen Arbeit trugen. Die Firma machte auch grosse Überseegeschäfte und besass in den 1850er-Jahren eigene Segelschiffe.

Der Druck der Konkurrenz (Gebr. Volkart) aber auch, heute würde man sagen, Managementfehler seiner Nachfolger führten in den 1880er Jahren zur Liquidation der Firma, wobei die Familie viel Geld verlor.

Egg hatte 1836 das Bürgerrecht von Winterthur erworben. Im Sonderbundkrieg führte er als kantonaler Oberst ein Bataillon. Als sehr schöner Mann viel er überall auf, wo er erschien, mit seiner grossen Ordnungsliebe hingegen stresste er sein Umfeld. Er hatte 1832 die Tochter seines verstorbenen Chefs Stefanie Greuter (1811-1894) geheiratet. 1878 ist er verstorben.

Foto: winbib (Signatur 052842)

Das Egg'sche Gut

Die Egg's wohnten im Egg'schen Gut am Holdertor. Dieses Haus "Zum Sonnenhof" wurde 1842 durch Architekt Leonhard Zeugherr gebaut. 1937 wurde es abgebrochen für den Erweiterungsbau des Technikums. So verschwand eines der zwei bedeutendsten spät-klassizistischen Gebäude Winterthurs.

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