w i n t e r t h u r - g l o s s a r . c h


Sternwarte Eschenberg

1979

beim Restaurant zum Eschenberg

Kontaktmöglichkeit bei

Markus Griesser

8542 Wiesendangen

Tel. 052 337 28 48


Die Sternwarte Eschenberg der Astronomischen Gesellschaft Winterthur ist seit 1979 ein beliebter Treffpunkt für Naturfreunde. Gegen 100’000 Besucherinnen und Besucher haben von dieser Station aus einem Ausflug ins Reich von Sonne, Mond, Planeten, Sternen und Galaxien unternommen.

Bild: Sternwarte Winterthur

Nach langen und intensiven Planungs- und Finanzierungsvorarbeiten wurde im April 1979 die Sternwarte Eschenberg eröffnet. Der sofortige Besucherzuspruch bestätige, dass die Astronomische Gesellschaft Winterthur (AGW) als Gründerin, Erbauerin und Betreiberin mit ihrem Werk einem langgehegten Bedürfnis der regionalen Bevölkerung entsprochen hat. Bei der Standort-Evaluation stand von Anfang an der Eschenberg im Vordergrund. Der Waldlichtung im Süden der Stadt bietet auch heute noch ein genügend dunkler Himmel und ist zudem auch für Besucher ohne Auto mit einem einigermassen vertretbaren Aufwand erreichbar. Zum bescheidenen Baubudget von gerade mal 65'000 Franken steuerte die Stadt Winterthur einen Startbeitrag von 30'000 Franken bei. Die AGW-Mitglieder leisteten bei Bau der Sternwarte insgesamt über 2'000 Frondienststunden.

Foto: Tele Top

Das Observatorium steht 200 m südwestlich des Eschenberg-Hofes mitten in der 2 km2 grossen Wandlichtung. Die Sternwarte liegt auf einer Höhe von 542 m über Meer und hat folgende Koordinaten: 8 44' 44'' östliche Länge und 47 28' 38'' nördlicher Breite. Das Gebäude ist zweistöckig: Unten befindet sich ein geräumiger Mehrzweck-Aufenthaltsraum für Vorträge. Über eine Treppe gelangt man zu zwei Beobachtungsplattformen, in deren Zentren die heute voll digital gesteuerten Instrumenten installiert sind. Das verschiebbare Giebeldach schliesslich ermöglicht einen freien Blick auf den Himmel. Die Station verfügt mit dem 60cm-«Heuberger»-Astrografen für die Asteroiden-Forschung über ein sehr leistungsfähiges und top-modernes Instrument. Eschenberg ist das einzige Observatorium, das seinen Gästen einen Einblick in astrometrischen Positionsmessungen vermittelt. Im westlichen Beobachtungsraum steht ein Multifunktions-Instrument mit einem 40cm-Spiegelteleskop des Bautyps Richey-Chrétien, einem hochwertigen 20cm-Refraktor für visuelle Beobachtungen sowie mit einem fotografisch korrigierten 10,5cm-Refraktor. Alle diese Instrumente werden auch für die digitale Fotografie von Deep-Sky-Objekten eingesetzt.

Foto: Sternwarte Winterthur

Die Astronomische Gesellschaft Winterthur betreibt die Sternwarte in eigener Regie und im Rah-men eines von den Mitgliedern genehmigten Betriebsstatuts. Eine kleine Gruppe erfahrener Sternenfreunde steht für die Betreuung der Besucher und die Unterhaltsarbeiten zur Verfügung. Diese Demonstratoren begleiten ab und zu auch astronomische Abschlussarbeiten von jungen Erwachsenen. Das kleine Team und auch der Leiter arbeiten in allen ihren Aufgaben rein ehrenamtlich. Mit ihren stationären Einrichtungen ermöglicht die Sternwarte Eschenberg jedermann den Vorstoss ins nächtliche Himmelsgeschehen. Sie bietet dem Besucher auch bei besonderen Himmelsereignissen die Möglichkeit, «live» mit dabei zu sein.

Seit 1998 engagiert sich Markus Griesser, der langjährige Leiter der Sternwarte Eschenberg, in der wissenschaftlichen Beobachtung von Erdnahen Kleinplaneten. Heute gehört das «Eschenberg Ob-servatory» mit seinem Station Code 151 mit weit über 22'000 ans Minor Planet Center in den USA übermittelten Positionsmessungen zu den erfolgreichsten Stationen auf diesem Spezialgebiet in Europa. Griesser hat bis heute auch zehn neue Asteroiden entdeckt. Neun davon tragen inzwischen Namen. So umkreisen heute die Asteroiden (43669) «Winterthur», (113390) «Helvetia» und (144096) «Wiesendangen» unsere Sonne auf leicht ovalen Bahnen zwischen Mars und Jupiter.

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